11. Januar 2022 / 12:12 Uhr

"Für alle eine Enttäuschung": Mühlenfeld muss sich für Abstiegsrunde motivieren

"Für alle eine Enttäuschung": Mühlenfeld muss sich für Abstiegsrunde motivieren

Dirk Herrmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Knapp daneben: Den Mühlenfeldern Alessandro Busse und Hussein Saade (Zweiter von rechts) fehlten ein bisschen Glück und drei Punkte, um das Ziel Aufstiegsrunde zu erreichen.
Knapp daneben: Den Mühlenfeldern Alessandro Busse und Hussein Saade (Zweiter von rechts) fehlten ein bisschen Glück und drei Punkte, um das Ziel Aufstiegsrunde zu erreichen. © Christian Hanke
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Mit großen Ambitionen ist der TSV Mühlenfeld in die Saison gegangen, verpasste dann aber als Dritter der Bezirksliga 4 die Aufstiegsrunde. "Das ist für uns alle eine Enttäuschung", sagt Trainer Mario Pohl. Nun geht's nur noch um den Klassenerhalt.

Es war ein besonderer Moment, damals im August 2009. Eine Partie aus der Kategorie „Weißt du noch?“: Arminia Hannover zu Gast auf dem Sportplatz in Hagen, und das in einem Punktspiel – davon hatte man beim TSV Mühlenfeld bis dahin nur träumen können. Die „Blauen“, die es lange Zeit gewohnt waren, nach Hamburg, Oldenburg oder Kiel zu fahren, gaben nun im Neustädter Ortsteil ein Stelldichein.

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Was folgte, waren aufregende 90 Minuten, in denen die Mühlenfelder fast für eine Überraschung gesorgt hätten. Durch Tore von Johannes Dietwald und Tim Tatzko führten sie mit 2:0, kassierten dann aber eine Rote Karte und in Unterzahl noch drei Gegentreffer – den dritten kurz vor Schluss.

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Die erste Begegnung mit den Arminen, die nach dem letzten Spieltag mit 13 Punkten Vorsprung die Meisterschaft feierten, gehörte für die Mühlenfelder zu den Höhepunkten, als sie von 2008 bis 2014 in der Landesliga am Ball waren und dort 184 Spiele absolvierten. Und Mario Pohl macht kein Geheimnis daraus, seinen Klub gern wieder zurück in die höchste Spielklasse des Bezirks führen zu wollen. „Es hätte bei uns niemand etwas dagegen einzuwenden. Ich auch nicht“, sagt der TSV-Trainer.


Mit dem Ziel Aufstiegsrunde war es auch in die aktuelle Saison gegangen, doch nach 14 Partien in der Bezirksliga 4 machte sich Ernüchterung breit: Es sprang nur der dritte Platz heraus – ab Ende März geht es in der Abstiegsrunde darum, zumindest die Klasse zu halten.

Vieles war gut, aber das war nicht gut genug

„Das ist für uns alle eine Enttäuschung. Wir hatten uns Hoffnung auf mehr gemacht, und zwar zu Recht“, betont Pohl. Der Kader sei gut aufgestellt gewesen, die Vorbereitung gut gelaufen und die Mannschaft in guter Stimmung gestartet. Alles gut, aber letztlich eben nicht gut genug. „Vielleicht haben wir von Anfang an gedacht: Das wird schon“, erklärt Pohl.

Dass Neuzugang Daniel Degner, dessen Verpflichtung mit großen Erwartungen verknüpft war, und Leistungsträger wie Kapitän Lukas Goro und Patrick Reiß verletzungsbedingt kürzertreten mussten, will er als Ausrede nicht gelten lassen. Pohl: „Wenn sich der Erfolg nicht so einstellt, wie man es sich gewünscht hat, muss man das hinterfragen. Uns hat der letzte Biss gefehlt.“

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Dabei hätten die Mühlenfelder lediglich einen Sieg mehr gebraucht, um in die Aufstiegsrunde einzuziehen. Die beiden Partien gegen den in der Schlussrechnung um zwei Punkte besseren TSV Kolenfeld endeten jedoch mit einer 1:3-Niederlage und einem 1:1. Auch gegen den MTV Engelbostel-Schulenburg blieb Pohls Elf sieglos, besonders ärgerlich war das Rückspiel vor heimischer Kulisse: Beim MTV flogen zwei Spieler vom Platz, unter den vielen ausgelassenen TSV-Chancen war ein verschossener Elfmeter – beim Abpfiff stand es 1:1.

Dass sie die einzige Mannschaft waren, die Spitzenreiter TuS Garbsen jeweils einen Zähler abknöpfte (1:1, 2:2), klingt gut, hat den Mühlenfeldern unterm Strich aber ebenso wenig geholfen wie die 15 Tore von Hussein Saade, der damit die Hälfte aller TSV-Treffer erzielte. „Letztlich entscheidet die Tabelle“, sagt Pohl.

Pohl: "Keiner will in die Kreisliga"

Am 19. Januar beginnt beim TSV die Wintervorbereitung. In der Abstiegsrunde sind die Mühlenfelder in ihrer Staffel der einzige Tabellendritte, alle Konkurrenten waren nach der Vorrunde schlechter platziert. Was die Aussichten für einen, der zum Kreis der Aufstiegskandidaten gezählt wurde und sich jetzt auf Abstiegsduelle einstellen muss, gleichwohl nicht leichter machen dürfte. „Es ist meine Aufgabe, das der Mannschaft deutlich zu machen“, sagt Pohl. „Keiner will in die Kreisliga, es geht wieder bei null Punkten los, jedes Spiel wird ein Kampf bis zum Ende.“

Um seinerzeit die Zweikampfhärte seiner Kicker zu verbessern, hatte der damalige TSV-Coach Detlev Rogalla vor dem Spiel gegen Arminia zwei Air-Bodies gekauft, aufblasbare Plastikfiguren. Gegen die „Blauen“ reichte es danach noch nicht zum Erfolg, am Saisonende hatten die Mühlenfelder indes als Vierter die beste Platzierung in ihrer Landesligahistorie erreicht.