13. Januar 2021 / 10:27 Uhr

Landesliga als Ziel: Mario Pohl formt beim TSV Mühlenfeld "Mannschaft mit Siegermentalität"

Landesliga als Ziel: Mario Pohl formt beim TSV Mühlenfeld "Mannschaft mit Siegermentalität"

Dirk Herrmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Coach Mario Pohl (rechts, im Gespräch mit Patrick Reiß) ist zufrieden mit der Entwicklung seines Teams.
Coach Mario Pohl (rechts, im Gespräch mit Patrick Reiß) ist zufrieden mit der Entwicklung seines Teams. © Christian Hanke
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Als einer von nur fünf Bezirksligisten der Region ist der TSV Mühlenfeld in der laufenden Saison noch unbesiegt. Trainer Mario Pohl ist zufrieden mit der Entwicklung. Die Mannschaft habe inzwischen "eine Siegermentalität", und der Trainer "möchte mit ihr in die Landesliga spielen".

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Wann genau und nach welchem Modus im Amateurfußball die Saison 2020/21 fortgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Beim TSV Mühlenfeld dürfte man sich in nächster Zeit indes auch schon einmal Gedanken um die folgende Spielzeit machen. Schließlich geht es im Frühjahr gemeinhin darum, personell erste Eckpfeiler einzupflocken, speziell bei der Trainerfrage, wenn der Vertrag mit dem aktuellen Übungsleiter im Sommer ausläuft.

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Mario Pohl, seit zweieinhalb Jahren in diesem Amt, hat kürzlich signalisiert, gern weitermachen zu wollen, und momentan sollte es danach aussehen, dass es bei den Verhandlungen um seine sportliche Zukunft ähnlich harmonisch zugehen könnte wie in früheren TSV-Zeiten.

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Detlev Rogalla etwa, mit dem der Klub zwischen 2008 und 2014 in der Landesliga kickte, pflegte mit dem bei solchen Personalentscheidungen involvierten Norbert Hauke, der vor einem Jahr verstorben ist, den erfolgreichen Abschluss des Gespräches um die Verlängerung seines Kontrakts mit einem Gläschen Cognac zu besiegeln.

Eines der wenigen unbesiegten Teams

Es spricht wenig dagegen, dass es für den Bezirksligisten nun auch mit Pohl eine weitere Zusammenarbeit geben wird. Die Argumente dafür liegen auf dem Tisch: Im siebten Jahr nach dem Abstieg aus der Landesliga kann der 48-jährige C-Lizenzinhaber derzeit mit den Mühlenfeldern auf die seither beste Ausbeute verweisen.

Mit 20 Punkten aus seinen bisherigen acht Begegnungen steht das TSV-Team nicht nur auf dem zweiten Tabellenplatz der Staffel 4. Es gehört außerdem – neben dem FC Sulingen, TSV Kolenfeld, TSV Bemerode und TuS Davenstedt – zu den fünf von 98 Mannschaften im Bezirk Hannover, die in der wegen der Corona-Krise verkürzten ersten Saisonhälfte ungeschlagen geblieben sind.

Das macht natürlich Appetit auf mehr. Bei seinem Amtsantritt habe er sich die Aufgabe gestellt, „eine Mannschaft zu formen, mit der ich ein Ziel erreichen kann“, sagt Pohl: „Ich möchte mit ihr in der Landesliga spielen. Wir wollen in die Aufstiegsrunde und auch da gegen die Besten ein Wort mitreden.“

Das sind die Helden der Woche aus der Region Hannover in der Saison 2020/21

Hozan Partawie (SG Letter 05): Im Auswärtsspiel beim SV Türkay Spor Garbsen hat der 35-jährige Torhüter drei Elfmeter binnen drei Minuten pariert. Dafür wurde er mit 29,4 Prozent der Stimmen der Held der Woche. Zur Galerie
Hozan Partawie (SG Letter 05): Im Auswärtsspiel beim SV Türkay Spor Garbsen hat der 35-jährige Torhüter drei Elfmeter binnen drei Minuten pariert. Dafür wurde er mit 29,4 Prozent der Stimmen der Held der Woche. ©

Sein Team wachse immer mehr zusammen und habe sich taktisch weiterentwickelt, so Pohl. „Wir hatten auch Glück wie beim späten Ausgleich gegen den TSV Godshorn II (1:1 in der Nachspielzeit durch ein Eigentor, Anm. d. Red.). Inzwischen besitzt die Mannschaft aber eine Siegermentalität.“

Zu beobachten war das im finalen Spiel der Hinrunde gegen den zurzeit bei einer Partie mehr mit zwei Punkten Vorsprung an der Spitze stehenden TuS Garbsen, als die Mühlenfelder einen Rückstand aus der vierten Minute in ein 2:1 umwandelten. Und vor allem beim letzten Auftritt im alten Jahr: Nach schwacher Vorstellung und einem 0:2 zur Pause sorgten sie beim MTV Engelbostel-Schulenburg anschließend noch für ein 4:2.

"Jeder hat seine Aufgabe zu erfüllen"

Es war der fünfte Sieg in Folge, bei dem der an allen vier TSV-Treffern beteiligte Hussein Saade noch einmal seine Qualitäten demonstrierte. Zusammen mit Patrick Mesenbring hat das vom Lokalrivalen aus Eilvese zurückgekehrte Offensiv-Ass in den bisherigen acht Partien 16 der 20 Mühlenfelder Tore erzielt. „Einen Strafraumstürmer wie Hussein muss man mit Flanken und Steckbällen füttern“, sagt Pohl, „aber letztlich gewinnen wir als Mannschaft. Jeder hat seine Aufgabe zu erfüllen.“

Justin Drechsler zum Beispiel trete zwar nicht mehr – wie in der Saison zuvor – als Torjäger in Erscheinung. „Jetzt arbeitet er aber sowohl nach vorn als auch nach hinten sehr gut. Justin hat einen extremen Sprung gemacht, er spielt bisher eine Riesensaison“, sagt der Trainer.

Die Bilder der Saison 2020/21 in Hannovers Amateurfußball

Levestes Sascha Romaus überwindet Kirchdorfs Schlussmann Jens Trampenau und trifft zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich. Zur Galerie
Levestes Sascha Romaus überwindet Kirchdorfs Schlussmann Jens Trampenau und trifft zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich. ©

Während Drechsler nach Saade und Noah Peters, die beide bislang keine Minute auf dem Platz verpasst haben, zu den Spielern mit den meisten Einsatzzeiten gehört, droht Tizian Scharnhorst aufgrund anhaltender Rückenprobleme noch länger auszufallen. Dafür könnte Julian Siemann nach einer Knieverletzung und ersten Comebackversuchen in der zweiten Mannschaft bald wieder zum Kader des achtmaligen Stadtmeisters gehören.

Vier Wochen vor der Fortsetzung der Saison, wann immer das auch sein mag, soll wieder trainiert werden. „Es geht auf die zweite Kurzstrecke, und wir werden wieder oben dabei sein“, sagt Pohl voller Zuversicht. Darauf einen Cognac.