12. August 2021 / 08:54 Uhr

"Ein richtiger Kracher": TSV Mühlenfeld sucht nicht - und findet Daniel Degner

"Ein richtiger Kracher": TSV Mühlenfeld sucht nicht - und findet Daniel Degner

Dirk Herrmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Unverhoffter Fang: Mühlenfelds Trainer Mario Pohl kann auf die Routine von Daniel Degner (eingeklinkt) bauen.
Unverhoffter Fang: Mühlenfelds Trainer Mario Pohl kann auf die Routine von Daniel Degner (eingeklinkt) bauen. © Christian Hanke
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Größere Veränderungen waren im Kader des TSV Mühlenfeld nicht vorgesehen. Doch mit Daniel Degner hat der Bezirksligist einen unverhofften Fang gemacht. "Er ist für uns als Neuzugang ein richtiger Kracher", freut sich Trainer Mario Pohl. Im Sturm hat es einen Tausch mit Nachbar Eilvese gegeben.

Zuletzt war er Co-Trainer in Wunstorf, die Fußballschuhe hatte Daniel Degner jedoch auch während seiner Zeit beim 1. FC weiterhin geschnürt. Auf einen Mann mit seiner Erfahrung, die er vor allem in vielen Jahren beim TSV Havelse sammelte, mit dem er in die Regionalliga aufstieg und im DFB-Pokal gegen den 1. FC Nürnberg und VfL Bochum antrat, greift man eben gern zurück.

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Auch heute ist Degner mit seinen 31 Jahren noch ein ganzes Stück davon entfernt, zum alten Eisen gezählt zu werden. Deshalb ist der TSV Mühlenfeld sehr erfreut darüber, wie sich die Dinge in den vergangenen Wochen entwickelt haben, denn in der anstehenden Saison wird Degner als Spieler für den Bezirksligisten am Ball sein.

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Von der ersten Kontaktaufnahme bis zu seiner Verpflichtung vergingen nur wenige Tage; aus Degners Anfrage, ob er sich bei den Mühlenfeldern eine Zeit lang fit halten könne, war schnell mehr geworden. „Nach ein paar Einheiten erschien es mir nicht unmöglich, dass Daniel auch voll bei uns einsteigt“, erzählt TSV-Trainer Mario Pohl, „obwohl ich mir zunächst keine großen Hoffnungen gemacht habe, dass es tatsächlich klappt.“

Degner soll weiteren Halt geben

Doch auch Degner bekundete sein Interesse an einer Zusammenarbeit – und nahm das Angebot an. Womit der Neustädter Klub einen unverhofften Fang machte: „Daniel ist für uns als Neuzugang ein richtiger Kracher“, sagt Pohl.

Zumal bei der Zusammenstellung des Kaders für die nächste Saison zunächst keine größeren Veränderungen vorgesehen waren. „Eigentlich waren wir nicht auf der Suche“, sagt Pohl, „personell sind wir gut beieinander.“ Das hatte die Mannschaft auch mit ihren Auftritten vor dem Lockdown bewiesen, als sie bis zum Abbruch nach acht Partien der Staffel 4 ungeschlagen war (sechs Siege, zwei Unentschieden).

Mit seiner Routine soll Degner nun dem Aufgebot weiteren Halt geben. „Daniel bringt großes Spielverständnis mit und kann auf dem Platz den Rhythmus bestimmen. Er ist topfit, ein Kämpfer, hat die richtige Einstellung und unter mehreren hochkarätigen Trainern gespielt. So ein Mann hilft extrem“, sagt Pohl.


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Auf welcher Position genau Degner sein fußballerisches Können einbringen soll, lässt der Coach vorerst offen. Er werde aber eine Schaltzentrale sein. Im Mühlenfelder Angriff hatte es zuvor schon einen Torjägertausch mit dem Lokalrivalen STK Eilvese gegeben. Nachdem Patrick Mesenbring den Wunsch geäußert hatte, es beim Nachbarn noch einmal in der Landesliga versuchen zu wollen, ging es für Tobias Alker in die umgekehrte Richtung nach Hagen, wo es für den 30-Jährigen ein Wiedersehen mit früheren STK-Weggefährten wie Hussein Saade oder Alessandro Busse gibt. „Körperlich ist Tobias in einer guten Verfassung, menschlich ist er ein Volltreffer“, sagt Pohl. „Er ist einer, der uns vorne noch gefehlt hat.“

Meyer rückt aus dem Nachwuchs auf

Ein weiterer Zugang ist Joshua Meyer, der von den Junioren zu den TSV-Männern aufrückt. Die eigenen Talente will Pohl als ehemaliger Coach im Nachwuchsbereich auch in Zukunft im Auge behalten, mit Degner und Alker hat sein Aufgebot indes an Erfahrung dazugewonnen. „Wir haben jetzt eine gute Mischung. Und wenn man etwas erreichen will, dann muss ich auch einmal ein wenig von meinem Weg abweichen, vornehmlich junge Spieler einzubauen“, sagt er. Das könnte in einem Jahr schon wieder etwas anders aussehen. „Dann kommen viele Spieler aus der U19 raus, mit denen ich ebenso weiterarbeiten will.“

Der Verein gibt ihm diese Möglichkeit, sein Vertrag ist um zwei Jahre bereits verlängert worden. Auch Carsten Müller und David Bindhak, die beiden Co-Trainer, machen weiter. Als Betreuer gehören Jannik Höhne sowie der neu hinzugekommene Ronny Schwartz zum Team hinter dem Team. „Ich habe tolle Leute um mich herum, die Enormes leisten. Ihre Mitarbeit, von der man als Außenstehender meistens nicht so viel mitbekommt, ist mir unheimlich wichtig“, sagt Pohl.

Dies sei ein Teil der Grundlage, um nach der langen Pause wegen Corona auch wieder erfolgreich in die neue Saison starten zu können. Denn die Ambitionen des TSV sind nicht geringer geworden. „Es ist gerechtfertigt zu sagen, dass wir in die Aufstiegsrunde wollen“, meint Pohl. „Alles andere wäre Versteckspiel.“