13. Januar 2021 / 16:06 Uhr

"Dann steigen wir eben nächstes Jahr auf": TSV Neustadt trotzt Corona-Pause

"Dann steigen wir eben nächstes Jahr auf": TSV Neustadt trotzt Corona-Pause

Matthias Abromeit
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Das Frauenteam des TSV Neustadt setzt auch in Zukunft auf möglichst viele
 Tore von Fee Tindler (rechts). 
Das Frauenteam des TSV Neustadt setzt auch in Zukunft auf möglichst viele Tore von Fee Tindler (rechts).  © CHRISTIAN HANKE
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Auch die Handballerinnen des TSV Neustadt wurden von der Corona-Pandemie hart getroffen. Eigentlich wollten sie in dieser Saison den Aufstieg in die Landesliga schaffen, doch die Träume platzten nach und nach. Trotz der schwierigen Situation lassen sich die Spielerinnen nicht unterkriegen und geben sich kämpferisch.

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Es ist noch keine drei Monate her, da hatte das Frauenteam des TSV Neustadt noch große Träume: Meisterschaft und Aufstieg waren das Ziel, nach zwei Jahren in der Regionsoberliga sollte die Rückkehr in die Landesliga gelingen. „Wir hatten – nein, wir haben – einen richtig guten Kader. Alle Positionen sind doppelt besetzt. Das hätte richtig Spaß gemacht“, sagt Torfrau Jacqueline Euhus.

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Die Position im TSV-Tor war sogar vierfach besetzt. „Da hätte ich nur noch Trainerin und nicht mehr Torfrau sein können“, sagt die 23-Jährige, die seit ihrem fünften Lebensjahr Handball spielt und auch schon sechs Jahre als Trainerin von Jugend-Mannschaften und seit einem Jahr auch bei den Frauen auf dem Buckel hat. Auch der Weggang von Lou Tindler, mit durchschnittlich 7,75 Toren pro Spiel in der vergangenen Saison beste Werferin der Liga, zum Studium nach Hamburg, änderte daran nichts. Ihre Schwester Fee, mit einer durchschnittlichen Trefferquote von 4,81 Toren pro Partie Nummer sechs der Liga, gehört noch zum großen Kader.

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Letztes Spiel im Oktober

Doch die Neustädter Träume platzten nach und nach. Erst mit der Unterbrechung der Saison, dann mit der Reduzierung auf nur eine Halbserie und nun wieder. Am 23. Januar hätte es mit der Heimpartie gegen die HSG Herrenhausen losgehen sollen. „Ich glaube mittlerweile, dass wir gar nicht mehr spielen“, sagt Euhus.

Aus lauter Frust und Verzweiflung schaute sie sich alles an Handball an, was es noch zu sehen gab. „Ich weiß noch, wie ein Handball aussieht. Ich habe immer die Spiele der 1. Bundesliga gesehen. Aber selbst einen in der Hand gehalten habe ich beim letzten Vorbereitungsspiel im Oktober“, sagt sie. Auch ihre Mannschaftskolleginnen hat die Erzieherin seitdem nicht mehr gesehen. „Wir chatten ab und zu. Aber auch Laufen oder Workout macht jede allein“, sagt sie. „Kugelig ist aber keine geworden. Dafür sind alle viel zu aktiv.“ Ein echter Ersatz sei das trotzdem nicht. „Nur immer wieder Kräftigungsübungen ist eben kein Handball.“

"Aber bei den Frauen lieben alle doch eher ihren Sport"

Dennoch sind alle bei der Stange geblieben. „Im Jugendbereich sieht das anders aus. Da denke ich schon, dass der Verein einige Abgänge haben wird, weil die Kinder danach nicht mehr kommen. Aber bei den Frauen lieben alle doch eher ihren Sport“, sagt Euhus.

So wollen auch sie alles an Handball mitnehmen, was bis zum nächsten Saisonstart noch geht. „Es gibt in der Region in Großenheidorn, Hannover und Sehnde immer Feldhandballturniere. Das ist zwar nicht jedermanns Ding, aber wir haben in Neustadt ja zum Glück auch unser Beachhandball-Feld“, sagt sie.

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Traum von der Landesliga-Rückkehr

Immerhin eine Perspektive, wenngleich bis dahin wohl auch noch einige Zeit vergehen wird. „Der Sport steht erst einmal ganz hintenan, denn es gibt derzeit wirklich Wichtigeres, als auf der Platte zu stehen“, sagt Euhus, die auch in der Kindertagesstätte den Lockdown zu spüren bekommt.

Der Traum der Neustädter Frauen von der Rückkehr in die Landesliga bleibt aber trotzdem bestehen. „Dann steigen wir eben nächstes Jahr auf.“