27. September 2020 / 12:05 Uhr

"Bei 20 Turnover kriege ich das Kotzen": Und trotzdem gewinnen die TSV Neustadt Shooters

"Bei 20 Turnover kriege ich das Kotzen": Und trotzdem gewinnen die TSV Neustadt Shooters

Matthias Abromeit
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Geschafft: Die Neustädter lassen ihren Emotionen freien Lauf.
Geschafft: Die Neustädter lassen ihren Emotionen freien Lauf. © Christian Hanke
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Die TSV Neustadt temps Shooter haben die RW Cuxhaven Baskets entzaubert. Der Aufsteiger hatte zum Saisonstart mit einem Sieg gegen den Mitfavoriten ASC Göttingen aufhorchen lassen. Doch in der Neustädter Halle an der Bunsenstraße waren die Cuxhavener machtlos. Mit 93:76 ging der Sieg vor 305 Zuschauern klar an die Gastgeber.

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Trainer Lars Buss war dennoch nicht zufrieden. „Klar ist es erfreulich, dass wir gewonnen haben. Aber bei 20 Turnover kriege ich das Kotzen. Vor allem weil da auch viele unnötige Leichtsinnsballverluste dabei waren“, sagte der Trainer.

So konnte sich sein Team erst nach dem 16:17-Rückstand nach dem ersten Viertel bis zum 46:38-Pausenstand erstmals etwas deutlicher absetzten. Auch nach dem Wechsel brauchte seine Mannschaft erst ein mit 19:22 knapp verlorenes Viertel, um dann wieder besser in Fahrt zu kommen.

Bilder vom Basketball-Spiel der 1. Regionalliga zwischen den TSV Neustadt Shooters und Rot-Weiß Cuxhaven.

Bilder vom Basketball-Spiel der 1. Regionalliga zwischen den TSV Neustadt Shooters und Rot-Weiß Cuxhaven. Zur Galerie
Bilder vom Basketball-Spiel der 1. Regionalliga zwischen den TSV Neustadt Shooters und Rot-Weiß Cuxhaven. © Christian Hanke

Doch auch Positives sah Buss. Rishi Kakad zeigte mit neun Dreiern und fünf Assists, wie wichtig er für das Team ist. „Dabei konnte er erst in dieser Woche wieder ins Training einsteigen“, sagte Buss.

"Die beiden sollen unsere Mannschaft führen“

Neustadts zweiter Routinier, Dyon Doekhi war mit 27 Punkten kaum weniger erfolgreich. „Rishi hat neun von 13 Dreier-Versuchen verwandelt, Dyon neun von 13 Zweier-Würfen. Das ist so gewünscht und so gefordert. Die beiden sollen unsere junge Mannschaft führen“, sagt Buss.

Und noch einer stach hervor: 2,08-Meter-Center Robert Winston Hill. 13 eigene Punkte waren nicht sein einziges Plus. Er holte 18 Rebounds – und die hauptsächlich unter dem eigenen Korb.

Buss lobt das Teamplay

„Anders als unser Amerikaner Brandon McLean in der vergangenen Saison ist er auch in der Verteidigung gut. Und wenn er hinten zehn Körbe verhindert, ist das noch mehr wert“, sagte Buss. Dass Cuxhavens Topscorer Jermaine Mellis dennoch 26 Punkte unter dem Korb erzielen konnte, war auch von Hill nicht zu verhindern.

„Was mir aber besonders gefallen hat, war das Teamplay. 20 Assists in einem Spiel hat bisher noch keine von meinen Neustädter Mannschaften hinbekommen“, lobte Buss.

"Liga wird noch krasser zweigeteilt sein"

Auch der Sieg gegen einen der direkten Konkurrenten in der unteren Tabellenhälfte freute ihn. „Denn Cuxhaven scheint doch nicht so gut zu sein, wie man erst dachte“, sagte Buss. „Die Liga wird noch krasser zweigeteilt sein als in der vergangenen Saison. Oben werden vier, fünf Mannschaften um die Play-off-Plätze spielen, der Rest gegen den Abstieg“, prognostiziert der Coach.

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Während die Shooters in der vergangenen Saison auswärts häufiger punkteten als zu Hause, sieht das Verhältnis zumindest jetzt noch anders aus. „Aber die Heimspiele sind aktuell auch anders. Stiller als sonst. Weniger Zuschauer und die müssen auch stiller auf ihren Plätzen sitzen“, sagte der Coach.

TSV Neustadt: Kakad (29 Punkte), Doekhi (27), Hill (13), Galiano (9), Klesper (4), Köster (9), Hennig (2), Teichert, Beckmann, Müller.