27. Juni 2020 / 15:15 Uhr

TSV Pattensen hält an Modell fest: "Zu 80 Prozent aus eigenem Saft"

TSV Pattensen hält an Modell fest: "Zu 80 Prozent aus eigenem Saft"

David Lidón
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Beim TSV Pattensen halten die Spieler nicht nur beim Torjubel zusammen.
Beim TSV Pattensen halten die Spieler nicht nur beim Torjubel zusammen. © Dennis Michelmann
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Beim TSV Pattensen wird sich zur kommenden Saison nicht wirklich viel verändern. Der Landesligist vertraut weiterhin auf sein Modell aus vielen Eigengewächsen. Nur drei Personalien ändern sich im TSV-Kader.

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Es gibt einfachere Aufgaben, als der Corona-Krise positive Effekte abzugewinnen. Beim TSV Pattensen ist einer zu finden: der hervorragende Zustand der Rasenplätze. Über zwei Monate wurden sie akkurat gepflegt, aber aus bekannten Gründen nicht genutzt. „Da haben wir uns Expertenrat eingeholt“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Mehl. Das hat sich gelohnt, denn die Teams, die vor der Sommerpause noch bis zum 15. Juli auf der Anlage trainieren können, dürfen sich auf einem Grün vom Feinsten bewegen.

Aber natürlich nur konform zu den Hygieneregelungen, kontaktlos und mit dem gebührenden Abstand. Die Vorsichtsmaßnahmen werden generell vorbildlich umgesetzt. „Das ist schon faszinierend zu sehen, wie unsere Kleinsten sich daran halten und mit mehreren Metern zwischen sich langmarschieren“, sagt Spartenleiter Dirk Bu­schold. Vernunft schlägt Spieltrieb – an der Schützenallee läuft alles nach Plan.

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Muss auch mal sein: Koldingens Imad Saadun muntert Sehndes Daniel Neitzke mit einem Klaps auf. ©

Einer geht, zwei kommen

Das gilt auch für die Landesliga-Mannschaft der Pattenser – die Planungen für die nächste Saison sind schon sehr weit. „So wenig Bewegung bei den Zu- und Abgängen hatten wir schon lange nicht mehr“, sagt Trainer Torben Zacharias – auch an diesem Fakt dürften Covid-19 und seine Folgen nicht unbeteiligt gewesen sein. Mit Routinier Georg Schwarz verlässt nur ein Spieler den Kader des Vorjahres. Der 32-Jährige beendet seine Laufbahn – Verletzungen und private Verpflichtungen führten zu seiner Entscheidung.

Zwei externe Verstärkungen hat der Verein verpflichtet. Marc-Kevin Pohl wechselt vom Nachbarn SV Arnum zum TSV. Von dem 23-jährigen Sechser hat Zacharias sowohl sportlich als auch menschlich eine hohe Meinung. „Er hat eine super Einstellung, ist sehr ehrgeizig und kann auch als Innenverteidiger spielen“, sagt der Coach. Für die Torhüterposition ist Erik Geesmann eine neue Alternative. Der 19-Jährige kommt von der Regionalliga-U19 des SV Meppen und hat Einsätze in der Auswahl des Niedersächsischen Fußballverbandes vorzuweisen.

Männercoach Torben Zacharias (von links) freut sich auf die Talente, die Lennart Kurzweil und Holger Müller in der U21 sowie Sascha Bock bei den A-Junioren ausbilden werden.
Männercoach Torben Zacharias (von links) freut sich auf die Talente, die Lennart Kurzweil und Holger Müller in der U21 sowie Sascha Bock bei den A-Junioren ausbilden werden. © David Lidón
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Heuermann als gutes Beispiel

Drei Talente von den Pattenser ­A-Junioren trainieren beim Männerteam mit und machen einen guten Eindruck. Die Verantwortlichen erhoffen sich von ihnen eine ähnlich gute Entwicklung wie beim 19-jährigen Nils-Ole Heuermann, der sich im Laufe der Hinrunde mit viel Fleiß einen Platz im Kader der Erstvertretung verdient hat. „Wir haben eine gute Mischung aus Alt und Jung beisammen“, sagt Zacharias. Die neue Saison soll ruhiger als die vorherige werden. Von den ersten sechs Spielen abgesehen, sei es aber nur eine Ergebniskrise gewesen, welche den TSV zwischenzeitlich auf die Abstiegsregion der Landesliga rutschen ließ. „Wir wollen in keine dramatische Situation mehr kommen“, sagt der Trainer.

Im Gegensatz zu vielen Ligakonkurrenten setzt das Pattenser Modell auf Kontinuität und Eigengewächse. „Das verfolgen wir schon seit vielen Jahren. Mittlerweile bestehen unsere Männerteams zu 80 Prozent aus eigenem Saft, und der Rest ist schon seit zehn Jahren hier“, sagt der stellvertretende Jugendleiter Stefan Mertesacker. Der bisherige U19-Coach Holger Müller übernimmt zusammen mit Lennart Kurzweil die Drittvertretung, die ab sofort als U21 firmiert. Dort soll vielen Talenten eine Chance gegeben werden, um weiterhin eine gute Basis zu haben. Müllers Nachfolger bei den Landesliga-A-Junioren wird Sascha Bock. „Innerhalb der nächsten zwei Jahre wollen wir mindestens eine Klasse höher kommen“, sagt Bock. Zusammen mit Thomas Joedecke, der als Sportkoordinator für den Leistungsbereich in der Jugend installiert wurde, sollen diese Ziele erreicht werden.

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"Fußball lernt man durch Fußball"

In Pattensen sprechen sie von der großen TSV-Familie, in der jeder jedem hilft. Ein weiterer Leitsatz der blau-weißen Gemeinschaft kommt aus dem berufenen Munde von Mertesacker senior: „Fußball lernt man durch Fußball.“ Und darauf legen sie 12,5 Kilometer südlich von Hannover viel Wert – ganz egal, ob eine Pandemie für außergewöhnliche Situationen sorgt.