31. August 2020 / 14:20 Uhr

Gitarrenkünstler Heuermann ist der nächste: TSV Pattensen setzt auf gute Jugendarbeit

Gitarrenkünstler Heuermann ist der nächste: TSV Pattensen setzt auf gute Jugendarbeit

Dirk Herrmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der 19-jährige Nils-Ole Heuermann hat nicht nur Talent am Ball, sondern auch an der Gitarre.
Der 19-jährige Nils-Ole Heuermann hat nicht nur Talent am Ball, sondern auch an der Gitarre. © Dennis Michelmann
Anzeige

Der TSV Pattensen hat sich in diesem Jahr auf dem Transfermarkt zurückgehalten. Wie in den Jahren zuvor kommt wieder talentierter Nachschub aus dem eigenen Nachwuchs hoch. Einer davon ist Nils-Ole Heuermann, der bei seiner obligatorischen Gesangseinlage beeindruckte.

Anzeige

An den Titel des Liedes, das Nils-Ole Heuermann vor Kurzem zum Besten gab, kann sich Torben Zacharias nicht mehr so genau erinnern, bleibenden Eindruck hat jedoch die Performance des 19-Jährigen beim Trainer des TSV Pattensen hinterlassen. Wie in jedem Jahr mussten die Zugänge des Landesligisten zum Einstand vor versammelter Mannschaft wieder ihre Gesangskünste demonstrieren, und der von den A-Junioren aufgerückte Heuermann verließ sich dabei nicht allein auf seine Stimme.

Anzeige

Er begleitete sich beim Singen selbst auf einer Gitarre, und wie er da an dem Instrument zupfte und sein Musikstück vortrug, sei schon „Aufsehen erregend“ gewesen. „Das hat er hervorragend gemacht“, sagt Zacharias. Der Trainer wunderte sich jedenfalls nicht, dass einige Zuhörer aufstanden und das Ein-Mann-Konzert mit ihren Handys filmten.

Mehr zur Landesliga Hannover

Zacharias freut die Kontinuität im Kader

Es war der Höhepunkt beim kleinen Pattenser Song-Contest, der in diesem Sommer in abgespeckter Form stattfand. Denn auf der Suche nach Verstärkungen hat sich der Klub diesmal ein wenig zurückgehalten, mit Marc-Kevin Pohl von der SV Arnum und Torhüter Erik Geesmann (SV Meppen, A-Jugend), der im vergangenen Jahr zum Kader der Niedersachsenauswahl gehörte, stehen lediglich zwei externe Zugänge im Aufgebot. Dass sich personell nicht allzu viel getan habe, sehe er „eher als positives Zeichen“, sagt Zacharias. „Alle fühlen sich hier offenbar wohl und wollen weiter bei uns spielen.“ Das hätte auch Georg Schwarz gern getan, doch verletzungsbedingt wolle er aller Voraussicht nach seine Laufbahn beenden. Der 32-Jährige ist der einzige Abgang.

"In der Kreisliga kann man sich Wettkampfhärte holen"

Bei ihren Zukunftsplänen setzen die Pattenser indes vermehrt auf den Nachwuchs. „Unsere gute Jugendarbeit vergolden“, so nennt es Zacharias. Heuermann hatte bereits in der vergangenen Spielzeit einige Einsatzzeiten. Jetzt gehört auch A-Junior Leonard Klahr bereits zum Kader, Jonas Grönig und Zaifeddin Myri konnten in den Vorbereitungsspielen ebenso schon bei den Männern hineinschnuppern. „Ich halte es für bemerkenswert, wenn man als Landesligist eigene Talente in seinem Stammkader unterbringt“, sagt Zacharias. „Diesen Sprung können sie auch über unsere zweite Mannschaft schaffen. In der Kreisliga kann man sich genauso die nötige Wettkampfhärte holen.“ Auch ein Nico Liedtke, mittlerweile seit vielen Jahren der Kapitän des TSV-Teams, sei diesen Schritt gegangen.

Bilder vom Testspiel zwischen dem TSV Pattensen und TuS Schwarz-Weiß Enzen

Pattensens Nils-Ole Heuermann im Duell mit Enzens Keeper Bjarne Mücke. Zur Galerie
Pattensens Nils-Ole Heuermann im Duell mit Enzens Keeper Bjarne Mücke. ©

Gerade der Start ist wichtig

Durchschnittlich etwa 20 Spieler hat Zacharias in den zurückliegenden Wochen bei den Trainingseinheiten um sich versammeln können. „So lässt es sich gut arbeiten, wir haben ein hohes Niveau drin“, sagt er. Beim Turnier in Eldagsen, wo sie den Baumgarten-Cup gewann, habe sich die Mannschaft auch unter Wettkampfbedingungen sehr gut verkauft. Noch nicht alles rund lief in den anderen Testspielen, etwa beim 2:3 gegen Niedersachsen Döhren, als den Pattensern etwa zu Beginn innerhalb einer Minute gleich zwei Eigentore unterliefen. In der neuen Saison sei wiederum gerade der Start eminent wichtig, so Zacharias. „Wir wollen sofort den Anschluss halten“, sagt der Trainer. Anders als vor einem Jahr, als sein TSV-Team für den ersten Sieg neun Spiele gebraucht hatte.

Klassenerhalt bleibt unser oberstes Ziel"

Bis zum Abbruch der Saison 2019/2020 war es für die Pattenser deshalb wieder einmal vornehmlich um den Klassenerhalt gegangen. „Das bleibt auch unser oberstes Ziel. Schließlich kann man bei dem neuen Modus selbst dann in die Abstiegsrunde kommen, wenn man gar nicht viel falsch gemacht hat“, sagt Zacharias. Gleichwohl hält er seine Mannschaft für stark genug, um im Kampf um die vorderen Tabellenplätze der Landesliga 2 ein Wörtchen mitreden zu können. „Wenn wir von hinten bis vorn 100-prozentig konzentriert arbeiten und die kämpferische Einstellung bei allen stimmt, dann sind wir zusammen mit unseren spielerischen Qualitäten schwer zu schlagen“, sagt der Trainer. „Es wäre frustrierend, wenn wir der Musik hinterherlaufen müssten.“ Auch wenn Heuermann wieder seine Gitarre auspacken sollte.