11. Mai 2019 / 09:46 Uhr

TSV Schilksee: Dubaus Vision von Darmstadt 98

TSV Schilksee: Dubaus Vision von Darmstadt 98

Jan-Philipp Wottge
Kieler Nachrichten
Endstation: Der Schilkseer Kapitän Franko Milbradt (links) wird gleich von drei Abwehrspielern gestellt. Das Heimspiel gegen den TSV Kropp war am Ostermontag wohl der letzte Oberliga-Auftritt des TSV Schilksee.
Endstation: Der Schilkseer Kapitän Franko Milbradt (links) wird gleich von drei Abwehrspielern gestellt. Das Heimspiel gegen den TSV Kropp war am Ostermontag wohl der letzte Oberliga-Auftritt des TSV Schilksee. © Jan-Phillip Wottge
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Auch heute wird der Fußball in Schilksee nicht rollen. Der Oberligist TSV Schilksee sagte sein Heimspiel gegen den TSB Flensburg ab. Wie schon in der Vorwoche gelang es trotz intensiver Gespräche nicht, eine spielfähige Mannschaft auf die Beine zu stellen. Der Abstieg ist bereits besiegelt. Der Blick geht in die Zukunft: Trainer Lars Dubau wurde mit der Aufgabe betraut, ein tragfähiges Konzept für die Landesliga zu erarbeiten.

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„Wir verschwenden keine Energien mehr auf die Gegenwart. Wir bündeln alles für die Zukunft“, sagte Lars Dubau und ließ damit durchblicken, dass der TSV Schilksee auch am kommenden Wochenende zum Saisonausklang nicht beim PSV Neumünster antreten wird. Alle Versuche, nochmals anzutreten, verliefen im Sand. „Wir sind maximal auf neun Spieler gekommen“, berichtet Dubau. Resignation setzt bei dem 49-Jährigen, der nicht nur Trainer, sondern nun auch Sportlicher Leiter und kommissarischer Abteilungsleiter ist, nicht ein. Dubau legte seine Vision mit dem Arbeitstitel „Darmstadt 98“ vor. „Darmstadt 98 hat es vor Jahren vorgemacht. Die haben eine Mannschaft aus Gescheiterten zusammengestellt, die einfach nur Bock auf Fußball hatten. Das schwebt mir in Schilksee auch vor“, umreißt Dubau seine Vision vom Neuanfang. Bis Mitte Juni gibt sich Dubau für sein Projekt Zeit.

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Carsten Wehde: „Bezahl-Fußball wird es beim TSV Schilksee nicht mehr geben. Das ist jetzt mehrfach gescheitert."

Der 1. Vorsitzende des TSV Schilksee, Carsten Wehde, der erst seit Ende März 2019 im Amt ist, stellt jedoch schon einmal unmissverständlich fest: „Wir müssen wieder bodenständig werden. Es soll ein Fußball für Mitglieder werden. Bezahl-Fußball wird es beim TSV Schilksee nicht mehr geben. Das ist jetzt mehrfach gescheitert.“

Der Imageschaden soll sich in Grenzen halten. „Wir hätten die Saison gerne sportlich anständig bis zum Ende gespielt. Aber das ist aus vielen Gründen nicht möglich. Die Strafgebühren, die wir an den Verband für das Nichtantreten bezahlen müssen, schmerzen uns. Doch nur Antreten um des Antreten willens macht auch keinen Sinn“, sagt Wehde, der hofft, dass der Fußball in Schilksee in Zukunft auf gesunden und nicht monetären Füßen steht: „Wir arbeiten dafür, dass der Verein künftig die Verbandsabgaben tragen kann. Die Zeit, wo man in Schilksee Geld mit Fußball verdienen wollte, soll vorbei sein.“

Das sieht auch Dubau so: „Alle, die künftig für den TSV Schilksee in der Landesliga auflaufen wollen, sollen es mit der Motivation tun, es nochmal allen zeigen zu wollen. Es sollen Spieler sein, für die sich sonst die Bühne Landesliga nicht mehr geöffnet hätte.“ Erste positive Gespräche hat Dubau nach eigener Auskunft bereits geführt: „Diese Aufgabe reizt mich ungemein. Dafür brenne ich.“

Sollte Dubaus Landesliga-Vision scheitern, gäbe es noch die Option für die Kreisklasse A zu melden oder aber das Kapitel Seniorenfußball in Schilksee zu den Akten zu legen. So oder so. Der TSV Schilksee steht am Scheideweg und vor einer spannenden, aber ungewissen Zukunft. Vorerst ruht der Ball jedoch.

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