02. Februar 2022 / 09:22 Uhr

"Jedes Spiel wird knüppelhart": TSV Stelingen geht die Aufgabe mit drei Neuen an

"Jedes Spiel wird knüppelhart": TSV Stelingen geht die Aufgabe mit drei Neuen an

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Spieler des TSV Stelingen sehen sich einer schwierigen Aufgabe gegenüber.
Die Spieler des TSV Stelingen sehen sich einer schwierigen Aufgabe gegenüber. © Christian Hanke
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Es hätte durchaus die Aufstiegsrunde sein können, doch nun muss sich der TSV Stelingen in der Abstiegsrunde der Landesliga behaupten. "Jedes Spiel wird knüppelhart", meint Trainer Marko Orsolic. Mit Louis Trollmann, Benjamin Hartmann und Marco Pappas kann er dabei auf drei Verstärkungen bauen.

Am Ende sah es deutlich aus – war es aber nicht. Der TSV Stelingen schloss die Hauptrunde in der Landesliga Nord mit fünf Punkten Rückstand auf den dritten Platz ab – und damit doch mit respektablem Abstand auf den TSV Wetschen. Der lange Zeit ärgste Kontrahent aus dem Landkreis Diepholz erreichte dadurch statt den Stelingern die Aufstiegsrunde.

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Jedoch lagen die Garbsener bis wenige Wochen vor Abschluss der Runde mehr als aussichtsreich im Rennen. Aus den finalen fünf Partien holte die Mannschaft von Trainer Marko Orsolic allerdings nur vier Punkte. Und dabei war der letzte Spieltag, als es einen 4:1-Sieg über die TSV Burgdorf gab, sogar schon bedeutungslos – das Verpassen von Rang drei stand schon vor dem Gastspiel der Burgdorfer fest.

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„Natürlich ist das etwas enttäuschend, es war mehr drin. Wir hätten es verdient gehabt“, sagt Orsolic. Der Coach fügt etwas trotzig, aber auch gerechtfertigt, an: „Man darf nicht vergessen, dass wir immer noch ein Aufsteiger sind. Dafür haben wir eine tolle Saison gespielt.“ Denn weil die Spielzeit 2020/21 annulliert wurde, war weiterhin die Saison davor maßgebend – und in dieser feierten die Stelinger die Meisterschaft in der Bezirksliga.

Dass sich die Mannschaft ihre schlechte Phase auf der Zielgeraden leistete, tat richtig weh. „Wir haben ärgerliche und späte Tore kassiert, teilweise durch unnötige Fehler“, sagt der Coach. Dabei dachte Orsolic beispielsweise an eine Partie noch zu Saisonbeginn Ende August, als seine Mannschaft beim Heeßeler SV in der Nachspielzeit mit 1:0 in Führung ging – aber trotzdem den Ausgleich kassierte und damit zwei Punkte liegen ließ.

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Knock-outs in Spitzenspielen

Für eine Art sportlichen Genickbruch sorgte dann der Spitzenspiel-Doppelpack gegen die direkte Konkurrenz Ende Oktober/Anfang November. Im Duell mit dem TSV Krähenwinkel/Kaltenweide führten die Stelinger auf eigenem Platz mit 1:0, mussten aber zwei Minuten vor Abpfiff den Ausgleich hinnehmen – durch ein Eigentor.

Nur zwei Tage später folgte das nächste Spiel mit Play-off-Charakter: Stelingen trat in Wetschen an und verlor mit 0:1, der Siegtreffer fiel in der 83. Minute und damit nur unwesentlich früher. Vielleicht fehlte dem Quasi-Neuling aber im Endspurt auch etwas die Frische. Aufgrund von vielen verletzten, gesperrten oder erkrankten Spielern „mussten wir zum Schluss immer mit den gleichen Leuten antreten und hatten kaum noch Alternativen“, sagt Orsolic.

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Nun geht es also in der Abstiegsrunde wieder bei null los. „Ich finde es weiterhin ein Unding, dass wir die Punkte nicht mitnehmen können“, sagt Orsolic und fürchtet eine Wettbewerbsverzerrung – auch weil er von irritierenden Aussagen anderer Trainer berichtet. „Es gibt Vereine, die haben die Hauptrunde einfach laufen lassen und nur zum Training unter Wettkampfbedingungen genutzt. Und nun Geld in die Hand genommen, um den Kader aufzurüsten.“ Bestraft werde man als Verein, der von Beginn an seine Hausaufgaben gemacht habe. „Und andere Vereine lachen sich kaputt.“

In der vergangenen Woche begann in Stelingen die Vorbereitung auf die zweite Saisonphase – die nötige Grundlage dafür mussten die Spieler selbst legen, sie erhielten von Orsolic nach Weihnachten einen eigenen Trainingsplan. „Jedes Spiel wird knüppelhart, wir müssen immer mehr als 100 Prozent geben.“

Erster Test in Mellendorf

Los geht es am 6. März mit einem Heimspiel gegen den TSV Barsinghausen, es folgen elf weitere Partien im Kampf um den Klassenerhalt. Fünf der 13 Teams steigen auf jeden Fall ab – sollte sich der HSC BW Tündern nicht in der Oberliga halten, könnten es sechs Mannschaften werden.

Es gibt Veränderungen im Kader: Louis Trollmann kommt aus Krähenwinkel neu hinzu, Benjamin Hartmann kehrt aus Barsinghausen zurück. Vom Oberligisten MTV Eintracht Celle wechselt der 20-jährige Stürmer und frühere Ramlinger Marcos Pappas zum TSV. Wegen seiner Ausbildung tritt Sye Tekeste vorerst kürzer, auch Marvin Toleikis gehört nicht mehr zum TSV (beide Ziel unbekannt). Halil Aydemir ist zum TuS Garbsen gewechselt. Am Sonntag (14 Uhr) steht der erste Test beim Mellendorfer TV an.

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