31. August 2020 / 13:09 Uhr

"Keine wilden Sachen": TSV Stelingen ist endlich in der Landesliga angekommen

"Keine wilden Sachen": TSV Stelingen ist endlich in der Landesliga angekommen

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Marko Orsolic, Trainer des TSV Stelingen, lässt sich keine gute Laune nicht verderben.
Marko Orsolic, Trainer des TSV Stelingen, lässt sich keine gute Laune nicht verderben. © Debbie Jayne Kinsey
Anzeige

Den Wunsch, in die Landesliga zurückzukehren, trugen sie beim TSV Stelingen neun Jahre lang mit sich herum. Am Wochenende beginnt eine neue Zeitrechnung.

Anzeige

Sie waren einfach mal dran. Das hatte man zwar schon in den Vorjahren immer wieder gesagt – regelmäßig gehörte der TSV Stelingen zu den Favoriten, wenn es um die Meisterschaft in der Bezirksliga und den damit verbundenen Aufstieg in die Landesliga ging. Doch genauso regelmäßig, wie der TSV zum Kreis der Anwärter auf Platz eins genannt wurde, scheiterte er knapp.

Anzeige

"Haben die Liga dominiert´"

Ab der Saison 2016/2017 bedeutete Rang vier sogar die schlechteste Platzierung. Teilweise hatten die Stelinger auf dramatische Weise das Nachsehen und mussten der Konkurrenz den Sprung in die Landesliga überlassen. Zumeist folgte auf eine starke und Sehnsüchte weckende Hinrunde eine schwache Rückrunde. In der Saison 2019/2020 hat es dann endlich geklappt.

„Wir haben die Liga dominiert und dürfen behaupten, dass unser Aufstieg verdient war“, sagt Stelingens Trainer Marko Orsolic.

Bilder vom Spiel des Porta-Pokals zwischen dem TSV Havelse und TSV Stelingen

Deniz Cicek (Havelse) mit der Fußspitze am Ball, Jakob Obermann (Stelingen) hat das Nachsehen. Zur Galerie
Deniz Cicek (Havelse) mit der Fußspitze am Ball, Jakob Obermann (Stelingen) hat das Nachsehen. ©

Der Coach übernahm den abstiegsgefährdeten TSV während der Saison 2014/2015 und bewahrte ihn vor dem Absturz in die Kreisliga.

In den Jahren danach machte er die Stelinger sukzessive besser. Der TSV etablierte sich in der Spitzengruppe der Bezirksliga – nun gelang der Aufstieg in die Landesliga. Den Wunsch, in diese Spielklasse zurückzukehren, trugen sie im Stelinger Wald neun Jahre mit sich herum. Zum Ende der Saison 2010/2011 war der TSV aus der Landesliga abgestiegen.

Mehr aus der Landesliga

Die Vorbereitung zur kommenden Spielzeit lief aus Sicht von Orsolic, der weiterhin ein Gespann mit Adrian Wünschmann bildet und auch Torwarttrainer Sven Meyer wie bisher an seiner Seite weiß, jedoch „durchwachsen“.

Abwehrchef fehlt noch länger

Dabei denkt er an zahlreiche Verletzungen. Abwehrchef Marc Klusmann (Schulter) und Stürmer Robin Ziegler (Beinbruch) fallen nach Operationen noch länger aus, nach kleineren Blessuren verpassten auch Kevin Wittbold und Moussa Coulibaly (Neuzugang vom MTV Engelbostel-Schulenburg) die Saisonvorbereitung.

„Im Vorjahr sind wir glücklicherweise von Verletzungen verschont geblieben, diesmal trifft es uns härter. Außerdem hatten wir immer wieder Urlauber, die nach ihrer Rückkehr bei null beginnen mussten", sagt Orsolic.

Mehr aus der Landesliga

Dennoch: Mit den Testspielen war Marko Oroslic zufrieden, auch wenn sein Team beim Porta-Pokal-Turnier alle Begegnungen verlor und in den drei Gruppenspielen insgesamt 13 Gegentore kassierte.

Orsolic probierte viel aus

„Die Ergebnisse sind egal. Das hat keine Aussagekraft auf die Saison“, sagt Orsolic und erinnert sich zurück an seine Zeit als Trainer der A-Jugend des SC Langenhagen. „Da haben wir in der Vorbereitung sogar Herren-Landesligisten geschlagen – und dann trotzdem die ersten fünf Saisonspiele verloren.“

Die Testspiele nahm Orsolic wörtlich – und testete viel. „Wir haben einige Systeme ausprobiert und auch gesehen, dass wir uns keine blöden Fehler erlauben dürfen“, sagt der Coach.

Die wichtigste Erkenntnis nach dem Versuch mit vier oder fünf Varianten: „Die Mannschaft zeigt ihre beste Leistung, wenn sie mit Tempo und Aggressivität nach vorn spielen kann“, verrät der Stelinger Trainer, weiß aber auch, „dass das nicht immer geht“.

Mehr aus der Landesliga

In der Bezirksliga konnte der TSV seine Kontrahenten noch teilweise in Grund und Boden spielen, was der Blick auf die Tabelle der Vorsaison verdeutlicht: Die Stelinger gewannen 15 von 17 Partien, das Torverhältnis lautete 67:14. Nur mit Tempo und Hurra in Richtung gegnerisches Tor wird es in der Landesliga nicht mehr funktionieren. „Daher müssen wir uns auf zwei Systeme beschränken und einen guten Mix finden.“

"Wir machen keine wilden Sachen"

Gleich zum Saisonauftakt kommt es für die Stelinger auf eigenem Platz zum Nachbarschaftsduell mit dem TSV Godshorn (6. September, 15.15 Uhr). Es folgen zwei Auswärtsspiele bei der TSV Burgdorf und dem Heeßeler SV, ehe der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide zu Gast ist.


Das Startprogramm hat es also in sich für den TSV Stelingen, der seinen Kader kaum verändert hat. „Wir vertrauen unseren Leuten, machen keine wilden Sachen“, sagt Marko Orsolic, der davon berichtet, „dass sich viele Leute bei uns angeboten haben“. Maximal einen neuen Spieler würde man noch aufnehmen.