16. November 2020 / 08:15 Uhr

Eklig und sehr erfolgreich: TSV Stelingen überrascht mit seinem Aufstiegskader

Eklig und sehr erfolgreich: TSV Stelingen überrascht mit seinem Aufstiegskader

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Beispielhaft: Ahmet Kaya (links, gegen Krähenwinkels Christopher Marre) lebt die beim TSV Stelingen gewünschte Griffigkeit vor.
Beispielhaft: Ahmet Kaya (links, gegen Krähenwinkels Christopher Marre) lebt die beim TSV Stelingen gewünschte Griffigkeit vor. © Christian Hanke
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Für den TSV Stelingen kommt die Corona-Zwangspause extrem ungelegen, schließlich eilte der Neuling in der Landesliga Nord von Erfolg zu Erfolg. Kompakt, aggressiv, zweikampfstark - das ist das Erfolgsrezept der Mannschaft von Marko Orsolic, die nur punktuell verstärkt worden ist. Als Vorbild dient der TSV KK. 

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Es war keine spektakuläre Szene, dennoch riss sie im wahrsten Sinne des Wortes von den Sitzen und hat im Nachhinein eine Symbolik für die bisherige Saison des TSV Stelingen. Im Heimspiel Ende September gegen den TSV Krähenwinkel/Kaltenweide führten die Gastgeber mit 2:0. Und weil bereits die Nachspielzeit lief, stand mit großer Wahrscheinlichkeit fest, dass Stelingen diese Partie gegen den TSV KK gewinnen würde.

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Die Gäste starteten einen letzten, verzweifelten Versuch, ihr Angriff wurde jedoch kurz hinter der Mittellinie abgefangen – und dann flog der Ball mit Karacho weit über die Trainerbänke hinaus auf den Acker eines Landwirts. Die Stelinger Ersatzspieler sprangen auf, ballten die Fäuste und schrien ihre Freude heraus. Was zeigt: Beim TSV Stelingen sind sie ein Team, extrem motiviert und gemeinsam heiß auf den Erfolg.

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„Das Spiel gegen die Krähen war der Höhepunkt der bisherigen Saison“, sagt Stelingens Trainer Marko Orsolic. Das Team aus den Langenhagener Ortsteilen sei die beste Mannschaft der Landesliga-Staffel Nord und habe Potenzial für die Oberliga. „Und gegen dieses Team haben wir eine super Leistung geboten und nur eine Torchance zugelassen“, sagt der Coach.

Die Krähen zum Vorbild genommen

Überhaupt, die Krähen: Orsolic hat sich den TSV KK zwar nicht zum Vorbild genommen. Er erkannte aber, „dass wir gegen KK so gespielt haben wie KK selbst“. Damit meinte er kompakt, aggressiv, zweikampfstark. „Man hat uns nachher gesagt, dass wir eklig gespielt haben. Das war ein großes Kompliment.“

Ohnehin hat Orsolic zusammen mit seinem Trainerkollegen Adrian Wünschmann dafür gesorgt, dass die Stelinger ihre Spielweise im Vergleich zur Vorsaison leicht verändert haben. In der Bezirksliga wurden viele Gegner von der Offensive des TSV erstickt. „Pressing, Pressing, Pressing – das ging in der Bezirksliga, weil die Gegner irgendwann müde wurden“, sagt Orsolic. Eine Spielklasse höher ist das jedoch anders. „In der Landesliga sind die Mannschaften topfit, darauf kann man nicht setzen.“

Die etwas verhaltenere, aber für die Gegner nicht minder unangenehme Spielweise des TSV Stelingen ist sehr erfolgreich. Aus den bisherigen sechs Spielen, die die Garbsener bis zur Saisonpause absolviert haben, gab es vier Siege, ein Remis und eine Niederlage – 13 Punkte also, die dem Aufsteiger niemand mehr wegnehmen kann. Orsolic erinnert sich aber an die eher durchwachsene Vorbereitung. Da wurden bereits Stimmen laut, wonach die Saison ein Himmelfahrtskommando werde. „Ich habe den Leuten gesagt, dass sie die Ruhe bewahren sollen.“

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Er behielt recht, vor allem weil der Coach auf seinen Kader vertraute. „Wir hätten auch zehn Neue holen können. Aber wir wollten mit unserem Meisterkader weiterarbeiten und diesen nur punktuell verstärken.“ Es scheint der richtige Weg zu sein. Der zweite Tabellenplatz ist eine tolle Zwischenbilanz.

Die Unterbrechung der Saison kam dem TSV Stelingen daher gar nicht gelegen – auch weil das Team nun die einzige Niederlage mit sich herumträgt. Im bislang letzten Spiel unterlag der TSV mit 1:5 beim STK Eilvese. „Unsere Jungs sind heiß darauf, diese Niederlage auszumerzen“, sagt Orsolic.