14. November 2019 / 16:48 Uhr

8700 Follower bei Instagram: Was dieses Kreisklasse-Team so besonders macht 

8700 Follower bei Instagram: Was dieses Kreisklasse-Team so besonders macht 

Chantal Ranke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Spielszenen, gute Laune, Spaß: Das bildet Benny Krumpholz (rechts, vorne) auf dem Instagramkanal des TSV Sulzfeld ab. Eine gute Bildqualität ist für ihn dabei das Allerwichtigste.  
Spielszenen, gute Laune, Spaß: Das bildet Benny Krumpholz (rechts, vorne) auf dem Instagramkanal des TSV Sulzfeld ab. Eine gute Bildqualität ist für ihn dabei das Allerwichtigste.   © Benny Krumpholz
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Unterhalb der Regionalliga ist der TSV Sulzfeld einer der erfolgreichsten Amateurklubs auf Instagram. Knapp 8700 Menschen folgen dem Team, das in der Kreisklasse 2 in Würzburg kickt. Im Juni 2018 übernahm Benny Krumpholz den Kanal, und mit ihm kam der Erfolg. Er erzählt #GABFAF, wie er das geschafft hat und wie Social-Media-Arbeit Amateurklubs weiterbringen kann. 

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Sulzfeld ist ein beschauliches Dorf in der Nähe von Würzburg. Rund 1300 Menschen leben in der bayrischen Gemeinde. Dazu gehört TSV Sulzfeld und die Fußballabteilung mit drei Herrenmannschaften und fünf Jugendteams. Auf den ersten Blick wirkt alles ganz beschaulich, doch gerade bei der 1. Herren ist ordentlich was los. 8700 Follower hat der Account der Mannschaft bei Instagram – Wahnsinn!

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In einem Jahr zu "Instagram-Stars"

Grund für diesen Hype ist Benny Krumpholz. Im Juni 2018 hat er die Pflege des Account übernommen, inspiriert von seinen Schülern. „Ich bin Lehrer und habe gesehen, dass meine Schüler immer und immer wieder bei Instagram unterwegs waren. Da habe ich den Entschluss gefasst, den Account zu übernehmen“, sagt Krumpholz. Gerade mal 250 Follower hatte der TSV Sulzfeld damals. Seitdem hat sich die Anzahl vervielfacht.

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Doch wie hat Krumpholz das geschafft? „Ich habe mir erstmal super-viel zu Instagram durchgelesen, mir viele Dinge selbst beigebracht und dann natürlich geschaut, was gut funktioniert und was eben nicht“, berichtet der Bayer. Sein Erfolgsrezept: „Die Qualität der Bilder ist enorm wichtig. Wenn ich kein vernünftiges Bild habe, poste ich lieber nichts.“ Gut eine Stunde pro Tag investiert der Lehrer in die Pflege des Accounts. Sein Ziel: mindestens einen Beitrag täglich in der Instagram-Story und alle drei Tage einen Post hochzuladen.

Mit den Followern steigt die Eitelkeit

Im Fokus stehen dabei natürlich die Spieler des TSV Sulzfeld. „Am Anfang waren die anderen Spieler ziemlich skeptisch und nicht davon überzeugt, dass wir mal so erfolgreich werden“, sagt Krumpholz. Doch das Blatt wendete sich. Die Spieler der 1.Herren haben inzwischen viel Spaß daran, bei unterschiedlichen Formaten mitzuwirken oder sich fotografieren zu lassen. „Der eine oder andere ist dadurch auch schon ein wenig eitler geworden“, so Krumpholz lachend.

Gute Zeiten im Amateurfußball

Spielszenen, lachende Menschen, Zusammenhalt im Team: Das alles bildet der Account des TSV Sulzfeld ab. Grundsätzlich entspricht das dem, was auch viele andere Vereine zeigen. Warum ist also Benny Krumpholz so erfolgreich? „Ich glaube, wir haben letztes Jahr mit unserem Profil eine Nische getroffen“, erklärt Krumpholz. „Wir wollen besonders die guten Zeiten des Sports zeigen, dass Fußball Spaß macht und wie attraktiv das Ehrenamt ist“, sagt der 32-jährige.

Auf den sportlichen Erfolg hat sich die Instagram-Bekanntheit zwar noch nicht ausgewirkt, dennoch ist der Klub viel bekannter und wird in der Öffentlichkeit ganz anders wahrgenommen. Der TSV wird in der Woche gut 30 Mal von anderen Vereinen aus ganz Deutschland verlinkt. Und auch auf die eigene Jugend wirkt sich die Social-Media-Arbeit positiv aus. „Für die Jungs hat Instagram höchste Priorität. Nach dem Training schauen sie sofort in die App, was so passiert ist“, beschreibt Krumpholz. Durch Instagram kann eine ganz neue Form des Zusammenhalts im Verein entstehen, was auch dazu führt, dass die Jugend eher in die eigene Herren übergeht als zu einem anderen Klub zu wechseln.

Das Amateurfußball-Bündnis #GABFAF berichtet regelmäßig über Probleme bei Amateurvereinen. Hier eine Auswahl an Klubs, die davon profitiert haben:

Der Traditionsverein Sparta Göttingen gewinnt die 2000 Euro aus der #GABFAF-Vereinskasse. Zur Galerie
Der Traditionsverein Sparta Göttingen gewinnt die 2000 Euro aus der #GABFAF-Vereinskasse. ©

Tipp: Interaktion ist wichtiger als die Followerzahl

Ein weiterer Effekt: Auch Sponsoren werden eher auf den Verein aufmerksam. Den Sulzfeldern hat das schon einige neue Kooperationen gebracht.

Zum Schluss hat Benny Krumpholz noch einen Tipp für alle Vereine, die ihren Account nach vorne bringen wollen: „Eine gute Engagement-Rate ist das Erfolgsrezept. Viele Vereine wollen an uns herankommen und haben ebenfalls superviele Follower, aber eben keine Interaktion.“ Und die stimmt beim TSV Sulzfeld: Pro Beitrag gibt es gut 600 bis 900 Likes und 20 bis 50 Kommentare.