19. Oktober 2020 / 15:40 Uhr

Elfmeterentscheidung sorgt für Zündstoff: Kirchdorf ringt Wennigsen nieder

Elfmeterentscheidung sorgt für Zündstoff: Kirchdorf ringt Wennigsen nieder

Tobias Kurz
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Spieler des TSV Kirchdorf feiern ihren Treffer zum 2:0 gegen Wennigsen.
Die Spieler des TSV Kirchdorf feiern ihren Treffer zum 2:0 gegen Wennigsen. © deisterpics/Stefan Zwing
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Der TSV Kirchdorf hat das Spitzenspiel in der Kreisliga 3 beim TSV Wennigsen mit 2:0 für sich entschieden. Der Führungstreffer fiel nach einem verwandelten Strafstoß, doch sowohl die Entstehung als auch die Ausführung sorgte für Unmut bei Wennigsens Trainer Jan Bornschein. In der zweiten Halbzeit entschied Fabian Krüger die Partie. 

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Dass das Deisterderby zwischen dem TSV Wennigsen und dem TSV Kirchdorf am siebten Spieltag den Stempel Spitzenspiel bekommen würde, damit war vor der Saison nicht unbedingt zu rechnen. Die Kirchdorfer zählen zwar seit Jahren zur Spitzengruppe in der Kreisliga 3, doch die Wennigser kämpften in der Vergangenheit traditionell gegen den Abstieg – und rechneten damit auch diesmal.

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Bislang schlägt sich die Mannschaft von Trainer Jan Bornschein aber ziemlich gut, als Tabellenvierter empfingen sie den Tabellenzweiten aus Kirchdorf. Und das Spiel hielt, was es an Spannung versprach. Nach 90 Minuten gewannen die Gäste mit 2:0 (1:0), durchaus verdient zwar, chancenlos waren die Platzherren aber keineswegs.

Bilder vom Spiel der Kreisliga 3 zwischen dem TSV Wennigsen und TSV Kirchdorf

Wennigsens Daniel Fetköther (hinten) will dem Kirchdorfer Dennis Lattmann den Ball abnehmen. Zur Galerie
Wennigsens Daniel Fetköther (hinten) will dem Kirchdorfer Dennis Lattmann den Ball abnehmen. ©

Wennigsen fehlen die letzten "zehn Prozent"

„Kirchdorf ist halt zu 100 Prozent eine Spitzenmannschaft in dieser Liga und wir sind vielleicht gerade bei 90 Prozent. Diese zehn Prozent haben uns gefehlt“, erklärte Bornschein. „Die machen kaltschnäuzig ihre Dinger und wir nicht.“ Auf dem seifigen Platz am Waldkater kamen die Gäste besser ins Spiel, der Respekt auf Seiten der Wennigser schien groß.

Kirchdorf konnte weitestgehend ungestört seinen Spielaufbau gestalten. „Wir hatten viel Zeit, Angriffe vorzubereiten. Bis zur Box sah das auch gut aus, dann waren wir aber zu selten zwingend“, haderte TSV-Coach Christof Rosenbaum.

Sein Gegenüber Bornschein war mit der ersten Halbzeit überhaupt nicht zufrieden. „Wir haben die Ordnung nicht gehalten, fahrig gespielt, zu wenig Zweikämpfe gewonnen und Kirchdorf den Platz gegeben, ihr Spiel aufzuziehen“, kritisierte er. Eine halbe Stunde hielt das 0:0, dann belohnte sich die Rosenbaum-Elf mit dem Führungstor – das allerdings für Diskussionen sorgte.

Elfmeter wird wiederholt - Bornschein: "Das ist mir zu blöd"

Naurio Anderson kam im Strafraum zu Fall, der Schiedsrichter zeigte auf den Elfmeterpunkt. Für Bornschein eine zweifelhafte Entscheidung. „Er war auf dem Weg nach außen und liegt auf einmal auf dem Boden. Mein Spieler meinte, er hätte ihn nicht berührt.“ Rosenbaum sah das anders. „Naurio kriegt einen Schlag auf die Wade und nimmt den Kontakt an.“

Auch die Ausführung des Strafstoßes barg Zündstoff. Jonathan Eng trat an und scheiterte an Keeper Conrad Schaper. Doch der Unparteiische ließ den Elfmeter wiederholen, weil ein Wennigser zu früh losgelaufen war. „Wegen dieser 30 Zentimeter, das ist mir ehrlich gesagt zu blöd“, ärgerte sich Bornschein.

Auch hier war Rosenbaum anderer Meinung. „Der Spieler läuft zwei Sekunden vor der Ausführung in den Strafraum, den muss er zurückpfeifen.“ Im zweiten Anlauf traf „Eisvogel“ Eng, die Kirchdorfer brachten Vorsprung in die Pause. Nach Wiederbeginn steigerten sich die Gastgeber allerdings und kamen beinahe zum Ausgleich. Fabian Winkler lief allein auf das Kirchdorfer Tor zu, scheiterte aber am überragend reagierenden Schlussmann Jens Trampenau.

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"Das war so ein bisschen der Genickbruch"

Mitten in die Drangphase der Wennigser hinein traf Fabian Krüger nach starker Vorarbeit von Anderson mit einem abgefälschten Schuss zum 2:0 (75.). „Das war so ein bisschen der Genickbruch“, sagte Bornschein, der aber resümierte: „Unter dem Strich bin ich zufrieden, vor allem da wir einige Ausfälle hatten, die wir nicht eins zu eins ersetzen können.“ Und mit Blick auf den Saisonstart ergänzte er: „Im Moment läuft es ja trotzdem ganz gut.“