13. September 2021 / 22:09 Uhr

Wustrauer Wechselfehler: Rhinderby zwischen dem TSV und Fehrbellin droht Nachspiel

Wustrauer Wechselfehler: Rhinderby zwischen dem TSV und Fehrbellin droht Nachspiel

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Zaatzkes Sebastian Koch kämpft mit Unions Moritz Unnebrink (r.) um den Ball.
Zaatzkes Sebastian Koch kämpft mit Unions Moritz Unnebrink (r.) um den Ball. © Dirk Becker
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Der 4. Spieltag der Fußball-Kreisoberliga Prignitz/Ruppin in der Zusammenfassung: Prignitz-Duo thront an der Spitze.

Fußball-Kreisoberliga, 4. Spieltag: TSV Wustrau – SV 90 Fehrbellin 3:3 (1:1). Tore: 1:0 Domenic Dean Biemann (6.), 1:1 Marcus Krahl (29.), 2:1 Leroy Scheffler (56., Strafstoßtor), 2:2 Christian Krahl (57.), 3:2 Biemann (78.), 3:3 Krahl (90.). Zuschauer: 216. Nach 90 umkämpften Derby-Minuten waren sich beide Seiten unisono einig, dass das Remis ein gerechtfertigtes Ergebnis ist. Dreimal führte der TSV, dreimal glichen die 90er mit viel Moral aus. „Wir hatten mehr Feldanteile und gute Chancen, spielerisch war das Niveau aber überschaubar“, resümierte Ronald Schubert. Anders als der 90er-Coach fand Wustrau-Trainer Andy Kretschmann das Lokalduell ansehnlich: „Die Zuschauer sind auf ihre Kosten gekommen, vor allem in den Strafräumen ging es heiß her.“ Letztlich werden die 90 Minuten aber wohl für die Katz’ sein, vor allem für die Hausherren, die den einen Punkt vermutlich am Grünen Tisch verlieren werden. „Es liegt an Fehrbellin, ob sie das machen wollen. Das Spiel hatte keinen Sieger verdient. Bitter, wenn wir es jetzt durch so einen Formfehler verlieren würden“, sagte Kretschmann. Ihm unterlief jener Fauxpas – denn vier einzelne Auswechslungen sind laut Reglement eine zuviel. Er dachte nur an die fünf Wechsel-Optionen, vergaß jedoch die erlaubten drei Zeitfenster. „Mir ist das sofort aufgefallen und ich habe signalisiert, dass wir Protest einlegen werden“, betonte Ronald Schubert, der davon ausgeht, dass seine 90er die drei Punkte erhalten werden.

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Rot-Weiß Kyritz – Garz-Hoppenrade 5:3 (4:2). Tore: 1:0 Stefan Keiling (16.), 2:0 Chester Kandziora (29.), 2:1 Max Dietsch (33.), 2:2 Tim Stralendorf (34.), 3:2, 4:2 Keiling (37., Strafstoßtor, 45.+1), 5:2 Kandziora (57., Strafstoßtor), 5:3 Franz Arndt (61.). Zuschauer: 81. In der Knatterstadt atmeten die Hausherren am Sonntagnachmittag aber mal ganz kräftig durch. „Die drei Punkte waren extrem wichtig, um der Konkurrenz auch einfach mal zu zeigen, dass wir noch da sind“, bestätigte Rot-Weiß-Trainer Ronny Krapat. Seine Elf kam gut in die Partie und belohnte sich mit der 2:0-Führung. „Diesen Ertrag reißt du dir aber binnen zwei schläfrigen Minuten komplett ein“, ärgerte sich Krapat nach dem Ausgleich. Der Gastgeber aber bekam bis zur Pause dank Dreierpacker Stefan Keiling noch die Kurve und legte nach dem Seitenwechsel durch Chester Kandziora zur Entscheidung nach. „Der Sieg geht absolut in Ordnung. Wir hatten ein klares Chancenplus, vor allem hat man gemerkt, dass wir wieder besser besetzt waren als in den Vorwochen.“ Zwischen den Kyritzer Pfosten stand mit Jeffrey Milz notgedrungen ein Feldspieler – der seine Sache sehr ordentlich machte.

Die Mannschaft des Tages.
Die Mannschaft des Tages. © MAZ

Union Neuruppin II – BSV Zaatzke 3:0 (2:0). Tore: 1:0 Marwin Eckstorff (17.), 2:0 Thaer Damir (39.), 3:0 Ampofu Nana (86.). Zuschauer: 45. Viertes Spiel, dritter Sieg – mit neun Punkten auf der Habenseite ist Union-Coach Ingo Nachtigall hochzufrieden. „Für unsere junge Mannschaft ist das sehr zufriedenstellend, denn wir wissen erst recht spät, welchen Kader wir eigentlich zur Verfügung haben“, betont der Trainerfuchs, der auch gegen Zaatzke von einer „beachtenswerten Leistung“ sprach: „Der Sieg war schon verdient, vielleicht aber um ein oder zwei Tore zu hoch. Zaatzke hat sich gut verkauft, obwohl der Gegner ebenfalls viele Leute ersetzen musste.“ Für den BSV ist es nach zwei Siegen zum Auftakt nun die zweite Niederlage in Folge.

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Meyenburger SV – Blau-Weiß Wusterhausen 2:1 (0:0). Tore: 1:0 Steffan Thiel (55., Eigentor), 2:0 Jeremy Lange (60.), 2:1 Sven Theisen (80.). Zuschauer: 65. Gelb-Rote Karte: Christoph Lemm (64., Meckern, Wusterhausen). Das laut Wusterhausen-Kapitän Christoph Lemm denkbar schwierige Spiel endete für sein Team mit einer knappen Niederlage. „Wir sind mit einer Rumpf-elf nach Meyenburg, hatten neun Mann beim Treffpunkt und sind immerhin noch elf geworden.“ Eine disziplinierte Defensivleistung sicherte zur Pause das torlose Remis, nach dem Seitenwechsel verunglückte eine Kopfballrückgabe ins eigene Netz. „Ein Kacktor“, sagt Lemm schmunzelnd. Dem zweiten Tor ging seiner Meinung nach ein Foulspiel voraus, weshalb er sich wegen zu heftiger Reklamation den gelben Karton abholte. „Wenig später hätte es eine Rote Karte für Meyenburg geben müssen, da waren sich nach dem klaren Foulspiel alle einig“, betont Christoph Lemm, der nach erneutem Meckern mit der Ampelkarte des Feldes verwiesen wurde: „Da habe ich meiner Mannschaft einen Bärendienst erwiesen. Aber ich war so sauer auf den Schiri.“ Zu zehnt gelang der Anschluss – mehr jedoch nicht mehr.

Pankower SV – Zernitzer SV 1:1 (0:0). Tore: 1:0 Jan Eßmann (54.), 1:1 Manuel Lübke (77., Strafstoßtor). Zuschauer: 120. ZSV-Trainer Marco Urner war mit dem Punkt zufrieden: „Pankow ist nicht umsonst Tabellenführer. Das ist eine gute Truppe, die bis zum Ende um den Aufstieg spielen wird.“ Zwei schwierige Phasen musste die Gäste-Elf überstehen, „andererseits hätten wir auch gewinnen können“. Wenn seine Schützlinge einen gewissen Fitnesszustand an den Tag legen, könne man in der Liga jeden schlagen, betont Urner, der mit dem Fünf-Punkte-Start einverstanden ist.