15. Mai 2019 / 11:16 Uhr

Turbine Potsdam-Coach Matthias Rudolph: „Wir haben viele Punkte verschenkt“

Turbine Potsdam-Coach Matthias Rudolph: „Wir haben viele Punkte verschenkt“

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Gibt sich vor dem Rückrundenstart in der Frauenfußball-Bundesliga kämpferisch: Turbine Potsdams Trainer Matthias Rudolph.
Matthias Rudolph stand im Interview Rede und Antwort. © Jan Kuppert/Archivbild
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Frauen-Bundesliga: Turbine-Trainer Matthias Rudolph spricht im Saisoninterview über seine Bilanz, die zahlreichen Abgänge und wie solch ein Umbruch künftig verhindert werden soll.

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Hinter Matthias Rudolph liegt die dritte Saison als Turbine-Trainer, wie schon 2016/17 landeten die Potsdamer Fußballerinnern auf Rang drei. Im Interview spricht der 36 Jahre alte Ex-Spieler des SV Babelsberg 03 über die Entwicklung der jungen Spielerinnen, neue Torhüterinnen und Rolle der deutschen Nationalmannschaft bei der anstehenden Weltmeisterschaft in Frankreich.

Turbine Potsdam gewinnt letztes Saisonheimspiel mit 3:0 gegen Duisburg.


Beim letzten Saisonheimspiel von Turbine Potsdam fertigten die Fans Plakate zum Abschied einiger Spielerinnen, die den Verein verlassen werden. Zur Galerie
Beim letzten Saisonheimspiel von Turbine Potsdam fertigten die Fans Plakate zum Abschied einiger Spielerinnen, die den Verein verlassen werden. © Jan Kuppert
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Vor der Saison haben sie das erste Tabellendrittel als Ziel ausgegeben, also die Plätze eins bis vier. Wie zufrieden sind Sie mit Platz drei?

Matthias Rudolph: Platz drei bedeutet, dass wir hinter Wolfsburg und Bayern geblieben sind, aber vor allen anderen Mannschaften in der Bundesliga. Wenn man unsere Rahmenbedingungen sieht, ist das, denke ich, ein gutes Ergebnis.

Turbine lag am Ende 13 Punkte hinter den zweitplatzieren Bayern. Spiegelt der Punkteabstand auch den spielerischen wieder oder ist Turbine näher dran an den beiden Topvereinen?

Wenn man die Spiele betrachtet, wo wir beispielsweise geführt haben, dann haben wir viele Punkte verschenkt. Beispielsweise haben wir gegen Frankfurt mit zwei Toren geführt, gegen Hoffenheim haben wir ebenfalls geführt und nicht gewonnen. Rückblickend haben wir viele Gegentore kassiert, die zu einfach waren, wo individuelle Fehler vorangegangen sind. Das hat verhindert, dass wir mehr Punkte gesammelt haben.

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Gegen Wolfsburg und München gab es in der Hinrunde zwei Remis, man hat gesehen, dass Turbine gegen die Topteams mithalten kann. Warum fehlte dann die Konstanz, gerade gegen vermeintlich kleinere Gegner?

Man muss bedenken, dass wir mit einer relativ jungen Mannschaft spielen. Gina Chmielinski, Lara Prasinkar, Anna Gasper oder Viktoria Schwalm, das sind alles junge Spielerinnen. Auch Felicitas Rauch ist erst 23. Da hat man auch immer wieder Leistungsschwankungen, dementsprechend kann es passieren, dass sie auch mal nicht so gute Phasen haben. Aber das muss man ihnen in ihrem Alter auch zugestehen. Auch daher ist der dritte Platz eine gute Platzierung.

Welche Spielerinnen haben sich in der abgelaufenen Saison besonders gut entwickelt?

Vanessa Fischer hat im Tor einen Riesensprung gemacht. Anna Gasper hat sich gut entwickelt, Lara Prasnikar hat mit 20 Jahren zehn Tore in der Bundesliga geschossen, das muss man erst einmal schaffen. Viktoria Schwalm hat sich, nachdem sie viele Jahre mit Verletzungen zu kämpfen hatte, stabilisiert. Wir sind optimistisch, dass sie eine gute nächste Saison spielen wird. Gina Chmielinski, gerade 18 Jahre, hat sich als Spielmacherin etabliert. Und das sind nur die jungen Spielerinnen. Johanna Elsig, Svenja Huth und Sarah Zadrazil haben ebenfalls eine starke Saison gespielt.

Mit Svenja Huth, Lisa Schmitz, Felicitas Rauch und Amanda Ilestedt verlassen vier Nationalspielerinnen den Verein. Ist es frustrierend, dass Turbine häufig die besten Spielerinnen verliert?

Man muss sehen, dass diese Spielerinnen zu richtig guten Vereinen gehen, das ist irgendwie auch eine Auszeichnung, dass diese Vereine unsere Spielerinnen wollen. Wir entwickeln sie weiter und wenn sie in Höchstform sind, dann verlassen sie uns, das ist natürlich nicht schön. Aber das sind unsere Rahmenbedingungen, wir können eben nicht so viel bieten wie Wolfsburg, Bayern oder ausländische Topvereine. Wir wollen aber gegen diesen Trend arbeiten, dass uns jedes Jahr die besten Spielerinnen verlassen. Für die Zukunft, das ist mit dem Vorstand vor einigen Wochen abgemacht worden, haben wir uns vorgenommen, eine Mannschaft aufzubauen, die auch langfristig für die nächsten drei, vier Jahre zusammenbleibt.

Die Abgänge von Turbine Potsdam

Werden dafür auch noch externe Spielerinnen kommen?

Wir werden noch zwei, drei Spielerinnen von außen dazu holen.

Wird Vanessa Fischer nach dem Abgang von Lisa Schmitz die Nummer eins im Turbine-Tor?

Wer die Nummer eins sein wird, ist davon abhängig, wie die Vorbereitung läuft. Ich gehe davon aus, dass Vanessa eine wichtige Rolle spielen wird, aber sie muss sich natürlich auch beweisen.

Auch die dritte Keeperin Inga Schuldt geht, wird noch eine neue Torhüterin verpflichtet?

Wir werden sicher noch eine externe Torhüterin dazu holen. Und aus der U17 wird Jamie Gerstenberg zum Kader dazustoßen, die Position als dritte Torhüterin besetzen wir traditionell aus dem eigenen Nachwuchs.

Welche Rolle trauen Sie Deutschland bei der anstehenden WM zu?

Die Mannschaft ist ganz klar einer der Favoriten auf den WM-Titel. Aber auch die USA gehören dazu, Frankreich schätze ich sehr stark ein, genauso wie die Niederländerinnen. Und dann wird es sicherlich noch ein, zwei Überraschungsteams geben, wie beispielsweise Spanien in der deutschen Gruppe.

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