06. Dezember 2019 / 12:35 Uhr

Turbine Potsdam gegen den 1. FFC Frankfurt: Der allerletzte Klassiker

Turbine Potsdam gegen den 1. FFC Frankfurt: Der allerletzte Klassiker

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Potsdams Lara Prasnikar im Duell im August gegen Frankfurts Sophia Kleinherne.
Potsdams Lara Prasnikar im Duell im August gegen Frankfurts Sophia Kleinherne. © Jan Kuppert
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Frauen-Bundesliga: Der 1. FFC Turbine Potsdam empfängt den alten Rivalen 1. FFC Frankfurt – ab Sommer schließen sich die Gäste Eintracht Frankfurt an .

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Es ist ein historisches Spiel am Sonnabend (13 Uhr, Karl-Liebknecht-Stadion): Zum letzten Mal treffen der 1. FFC Turbine Potsdam und der 1. FFC Frankfurt unter alten Vorzeichen aufeinander. Denn ab der kommenden Saison treten die Frankfurterinnen als Eintracht Frankfurt in der Frauenfußball-Bundesliga an. „Die Spiele haben immer eine besondere Bedeutung. Manchmal ging es auch über die reine sportliche Konkurrenz hinaus, wo man beim Boxen geschaut hätte, ob es nicht ein Tiefschlag war. Aber beide haben sich gegenseitig immer vorangetrieben“, sagt Turbine-Präsident Rolf Kutzmutz.

Frankfurts Manager Siegfried Dietrich sieht das ähnlich. „Die beiden FFC sind die Vereine gewesen, die in den vergangenen 20 Jahren die Frauen-Bundesliga und den Frauenfußball angeschoben haben“, sagt der 62-Jährige. In der ewigen Tabelle steht Frankfurt auf Platz eins (1059 Punkte), Turbine ist Zweiter (1034), danach folgt mit weitem Abstand der MSV Duisburg (860). „Ich schaue immer gerne auf die ewige Tabelle, weil sie letztendlich ein Spiegelbild der Erfolge der Vergangenheit ist und für die Zukunft motiviert.“

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Das ist auch notwendig, schließlich liegen die sportlich berauschenden Zeiten bei beiden Teams schon ein paar Jahre zurück. Turbine war 2012 das letzte Mal Meister, bei Frankfurt ist der letzte Titelgewinn sogar schon elfeinhalb Jahre her. Seit 2013 teilen der VfL Wolfsburg (5) und der FC Bayern München (2) die nationalen Meistertitel unter sich auf. Deshalb sagt Dietrich: „Wir haben alle Titel gewonnen in unserer Vergangenheit. Jetzt geht es darum, den nächsten Schritt zu gehen. Letztendlich kannst du Historie nur positiv in Erinnerung halten, wenn du zum richtigen Zeitpunkt den nächsten Schritt gehst.“

Das macht der FFC mit der Eingliederung bei der Eintracht. „Für mich ist die Eintracht einer der am modernsten geführten und professionellsten Vereine, die es in Deutschland gibt, auch weil sie häufig über den Tellerrand hinausschauen und das große Ganze sehen“, sagt Dietrich. Für Turbine ist dieses Modell dagegen aus gleich zwei Gründen keine Option. „Unsere Möglichkeiten in Potsdam als Frauenfußballverein mit viel Tradition, der dualen Ausbildung und der Sportschule sind gut“, sagt Kutzmutz. Außerdem gibt er zu bedenken: „Welcher Verein wäre denn einer, der attraktiv genug wäre, um mit ihm zu kooperieren?“ Wobei der 72-Jährige Wert darauf legt, dass die Argumente in dieser Reihenfolge genannt werden. Dass Turbine sich nicht einem Lizenzspielerverein anschließt, sei eine bewusste Entscheidung.

In Bildern: Turbine Potsdam verliert bei 1899 Hoffenheim mit 1:5


Turbine Potsdam verliert bei der 1899 Hoffenheim deutlich mit 1:5, nachdem die Gäste durch Lara Prasnikar in der 12. Minute sogar in Führung gingen. Zur Galerie
Turbine Potsdam verliert bei der 1899 Hoffenheim deutlich mit 1:5, nachdem die Gäste durch Lara Prasnikar in der 12. Minute sogar in Führung gingen. © Jan Kuppert

Für Dietrich ist es dagegen das Modell der Zukunft: „Seit einigen Jahren gibt es eine Orientierung, dass Männerlizenzvereine auch auf den Frauenfußball setzen. Frauenfußball ist viel besser als er vor 20 Jahren war, er ist viel attraktiver geworden und ein interessantes Produkt für den Sportmarkt geworden, um sich zu präsentieren.“ Für die Zukunft freut er sich aber auf weiter traditionsreiche Duelle mit Turbine: „Unser Nachname bleibt, nur der Vorname wird ein anderer.“