16. Mai 2021 / 16:46 Uhr

Turbine Potsdam gewinnt Klassiker gegen Eintracht Frankfurt

Turbine Potsdam gewinnt Klassiker gegen Eintracht Frankfurt

David Joram
Märkische Allgemeine Zeitung
Klare Siegerin im direkten Duell: Die Potsdamer Torschützin Dina Orschmann sprintet mit Frankfurts Camilla Küver um den Ball.
Klare Siegerin im direkten Duell: Die Potsdamer Torschützin Dina Orschmann sprintet mit Frankfurts Camilla Küver um den Ball. © Julius Frick
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Frauen-Bundesliga: Im Nachholspiel gegen Eintracht Frankfurt treffen Dina Orschmann und Karen Holmgaard zum 2:1-Heimsieg für die Potsdamerinnen. Trainer Sofian Chahed freut vor allem das spektakuläre Führungstor.

Der Himmel über Babelsberg hatte viele Regentropfen geschickt, entsprechend tief und kraftraubend war der Platz. Aber das interessierte Dina Orschmann herzlich wenig in der 16. Minute. Elegant wand sich Turbines Mittelfeldspielern um ihre Frankfurter Gegenspielern Camilla Küver, blickte kurz hoch und schlenzte den Ball anschließend mit viel Gefühl über die verdutzte Torfrau Cara Bösl hinweg.

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Das 1:0 wäre allein das Eintrittsgeld für den Klassiker in der Frauenfußball-Bundesliga zwischen den Potsdamerinnen und Frankfurterinnen wert gewesen. Nur durfte ja wieder mal niemand kommen. Am Ende stand ein 2:1 (1:1)-Sieg für die Heimelf im Nachholspiel, neben Orschmann traf Karen Holmgaard (58. Minute) für Turbine. Frankfurts Torschützin zum zwischenzeitlichen Ausgleich hieß Laura Feiersinger (40.). "Das war ein verdienter Sieg, den wir uns hart erkämpft haben", resümierte Turbine-Coach Sofian Chahed. "Am Schluss müssen wir nur die Konter besser ausspielen und unsere Chancen nutzen."

In Bildern: Turbine Potsdam siegt im Klassiker gegen Eintracht Frankfurt.

Turbine Potsdam (in blau) schlägt Frankfurt nach 90 unterhaltsamen 2:1. Für Turbine trafen Dina Orschmann (16. Minute) und Karen Holmgaard (58.), Frankfurts zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte Laura Feiersinger. Zur Galerie
Turbine Potsdam (in blau) schlägt Frankfurt nach 90 unterhaltsamen 2:1. Für Turbine trafen Dina Orschmann (16. Minute) und Karen Holmgaard (58.), Frankfurts zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte Laura Feiersinger. © Julius Frick

Zwei Änderungen hatte Chahed im Vergleich zur 2:3-Heimniederlage gegen Bayern München in der Startformation vorgenommen. Statt Merle Barth und Melissa Kössler begannen Sophie Weidauer (rechte Abwehrseite) und Nina Ehegötz (linkes Mittelfeld) im Potsdamer 4-4-2-System.

Den etwas besseren Start im Spiel der früheren Meister erwischten die Frankfurterinnen, die erstmals unter dem Namen Eintracht das Karl-Liebknecht-Stadion besuchten. Sjoeke Nüsken tippelte ungehindert durch die Potsdamer Hälfte, zielte dann aber knapp neben das von Vanessa Fischer gehütete Turbine-Tor (7.). Dann kam der Regen, strömend und erbarmungslos. Nass wurden alle gemacht, vor allem aber Frankfurts unsichere Küver, die im Zweikampf mit Orschmann wenig Gefühl für Zeit und Raum zeigte, und Torsteherin Bösl, für die selbiges gelten durfte.

Der Regen stoppte kurz nach dem 1:0 so schnell wie er gekommen war, das Spiel aber nahm an Intensität zu – mit leichten Vorteilen für Frankfurt je näher es Richtung Pause ging. Durchaus verdient war deshalb der Ausgleich durch Feiersinger, nachdem Laura Freigang zuvor Potsdams Kapitänin Johanna Elsig den Ball stibitzt hatte.

Nach der Pause blieb es unterhaltsam, beide Teams suchten den Weg nach vorn. Erst schoss Ehegötz haarscharf übers Tor, dann knallte Frankfurts Barabara Dunst den Ball aus 22 Metern an die Latte – und schließlich traf Karen Holmgaard zur erneuten Potsdamer Führung, nachdem Gina Chmielinski eine Freistoßflanke präzise in den Strafraum getreten hatte. Eine gute Stunde war gespielt und Potsdam vom 2:1 sichtlich beflügelt. Das 3:1 lag mehrmals in der Luft, doch als es in der 76. Minute fiel, stand Sara Holmgaard nach dem schönsten Spielzug des Spiels über mehrere Stationen im Abseits.


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In der Schlussphase wurde es nochmal hektisch, aufgeben wollten sich die unermüdlich arbeitenden Gäste nicht. Die eingewechselte Kössler hätte in der 90. Minute die Potsdamer Nerven beruhigen können, scheiterte nach toller Vorlage von Marie-Therese Höbinger aber alleine vor Bösl. Die anschließende Ecke segelte auf den Kopf von Selina Cerci, die knapp vorbeiköpfte. Es blieb also spannend, zumal Frankfurt in der Nachspielzeit noch einen Freistoß und zwei Ecken zugesprochen bekam. Den Hessinnen half letztlich auch dies nicht und so durfte sich das Chahed-Team über drei Punkte und die Rückkehr auf Platz vier freuen.

Turbine Potsdam: Fischer – Weidauer, Elsig, Agrez, S. Holmgaard – Orschmann (46. Kössler), Graf (82. Barth), K. Holmgaard (69. Masjasz), Ehegötz (69. Gerhardt) – Chmielinski (61. Höbinger), Cerci.