12. Dezember 2021 / 19:04 Uhr

Auch vom Meister nicht bezwungen: Turbine Potsdam punktet gegen Bayern München (mit Galerie)

Auch vom Meister nicht bezwungen: Turbine Potsdam punktet gegen Bayern München (mit Galerie)

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
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Selina Ceric (r., gegen Carina Wenninger) traf zur 1:0-Führung für Turbine Potsdam. © imago images/foto2press
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Frauen-Bundesliga: Auch der Meister kann den Bundesligisten aus Brandenburg nicht besiegen, seit nunmehr acht Spielen ist Turbine ungeschlagen. Die Hinrunde schließt Potsdam auf Rang fünf ab.

Die Fußballerinnen von Turbine Potsdam bleiben in der Bundesliga im achten Spiel in Folge ungeschlagen. Auch Meister Bayern München konnte die Brandenburgerinnen am Sonntag nicht bezwingen. „Es war ein leistungsgerechtes Unentschieden“, waren sich nach dem 1:1 (1:0) beide Trainer einig. Potsdams Sophie Weidauer, die ihren zum Saisonende auslaufenden Vertrag nach dem Abpfiff verlängerte, sprach von einem „wichtigen Punkt, aber es wären auch drei drin gewesen“. Turbine rangiert nach Abschluss der Hinrunde und dem dritten Remis in Serie auf Rang fünf.

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Trainer Sofian Chahed musste vor dem Topduell gegen den Zweiten umstellen: Für Karen Holmgaard rückte Malgorzata Mesjasz ins Zentrum vor, ihren Platz in der Innenverteidigung nahm diesmal Merle Barth ein. Für Maria Plattner begann Gina Chmielinski. Chaheds Gegenüber Jens Scheuer rotierte im Vergleich zum Champions-League-Auftritt unter der Woche sogar auf fünf Positionen, ließ etwa Nationalspielerin Lina Dallmann und die Japanerin Saki Kumagai unten.

Die besten Bilder vom Topspiel zwischen Turbine Potsdam und Bayern München

Punkteteilung im Topspiel: Der 1. FFC Turbine Potsdam holt beim 1:1 gegen Meister Bayern München einen Zähler und bleibt im achten Spiel in Serie ungeschlagen. Selina Cerci (30.) brachte die Turbinen in Front, ehe Giulia Gwinn durch einen Foulelfmeter kurz nach dem Seitenwechsel zum Ausgleich traf (48.). Zur Galerie
Punkteteilung im Topspiel: Der 1. FFC Turbine Potsdam holt beim 1:1 gegen Meister Bayern München einen Zähler und bleibt im achten Spiel in Serie ungeschlagen. Selina Cerci (30.) brachte die Turbinen in Front, ehe Giulia Gwinn durch einen Foulelfmeter kurz nach dem Seitenwechsel zum Ausgleich traf (48.). © imago images

Und trotzdem war den Münchnerinnen vor 1098 Zuschauern im nasskalten Karl-Liebknecht-Stadion die Doppelbelastung anzumerken. „Wir haben erwartet, dass Turbine es ausnutzen will, dass wir nicht die frischesten Beine haben“, wusste Scheuer. Chaheds Elf ergriff die Gunst der Stunde, startete mutig und frech. Die erste halbe Stunde gehörte den Turbinen. Erste Torannäherungen durch Selina Cerci und Gina Chmielinski waren leichte Beute für Bayern-Torfrau Janina Leitzig. In der 28. Minute behauptetet Isabel Kerschowski nach einem Freistoß den Ball am Fünfmeterraum, schoss aber flach am langen Eck vorbei.


Zwei Minuten später zeigte Selina Cerci, der Gästetrainer Scheuer „ein unfassbar gutes Spiel“ attestierte, in der Box ihr Durchsetzungsvermögen: Im Anschluss an einen Einwurf nagelte sie den Ball zum 1:0 unter die Querlatte (30. Minute). "In dieser Form muss sie in die Nationalmannschaft", forderte der Bayern-Coach, der froh war, dass sich seine Mannschaft danach aus dem Druck der Heimelf lösen konnte. Denn nach einem Versuch von Sophie Weidauer aus der zweiten Reihe (33., vorbei) war der Potsdamer Offensivdrang erst einmal gestoppt. Die Antworten des Meisters aus München fielen nun immer vehementer aus. Lea Schüller verpasste in einer Minute erst eine flache Hereingabe und dann eine hohe Flanke per Kopf (36./37.).

Ausgleich vom Punkt nach Wiederanpfiff

Der Ausgleich, der sich in der Endphase des ersten Durchgangs schon angedeutet hatte, fiel dann kurz nach Wiederbeginn. Isabel Kerschowski stoppte FCB-Angreiferin Jovana Damnjanovic in der 48. Minute auf der linken Strafraumseite nur mit einem Foul, Schiedsrichterin Franziska Wildfeuer zeigte sofort auf den Punkt. Von dort verwandelte Giulia Gwinn den fälligen Strafstoß sicher zum 1:1.

Es wurde dann das erwartete Kampfspiel. „Viel Leidenschaft und viele Zweikämpfe“ sah Scheuer. Chahed lobte: „Meine Mannschaft hat wie immer Moral gezeigt.“ Potsdam ließ sich den Schneid zu keiner Zeit abkaufen. Nina Ehegötz schoss hauchdünn am Winkel vorbei (60.). Die Münchnerinnen, längst mit Dallmann und Kumagai auf dem Platz, konnten dem Spiel keine Wende mehr geben. Stattdessen sorgte Turbine nochmal für einen Aufschrei: Marie Höbingers Schlenzer lenkte Janina Leitzig mit den Fingerspitzen noch an die Latte (88.). „Überragend gehalten“, stellten Chahed und Scheuer unisono fest. Potsdams Trainer formulierte mutig: „Ich habe keine Lust mehr auf Unentschieden und möchte gegen Wolfsburg gewinnen.“ Der Spitzenreiter gastiert am kommenden Sonntag zum Jahresabschluss im "Karli".