10. Juni 2020 / 17:25 Uhr

Turbine Potsdam und Trainer Matthias Rudolph gehen getrennte Wege

Turbine Potsdam und Trainer Matthias Rudolph gehen getrennte Wege

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Turbine-Trainer Matthias Rudolph und sein Team gingen in Durchgang eins zunächst noch in Führung.
Turbine Potsdam und Trainer Matthias Rudolph gehen ab der kommenden Saison getrennte Wege. © Jan Kuppert
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Der Frauenfußball-Bundesligist 1. FFC Turbine Potsdam will in der kommenden Saison einen hauptamtlichen Trainer einstellen, Matthias Rudolph steht für diese Position nicht mehr zur Verfügung. Einen Nachfolger gibt es allerdings noch nicht.

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Paukenschlag in der Frauen-Bundesliga: Turbine Potsdam trennt sich zum Saisonende vom bisherigen Cheftrainer Matthias Rudolph. "Im sportlichen Wettbewerb steigen die Anforderungen im Leistungsbereich des Mädchen- und Frauenfußballs ständig. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden und dabei die Vorzüge und Möglichkeiten des Verbundsystems mit dem Fußball-Landesverband Brandenburg, der Eliteschule des Sports Potsdam und unserem Verein umfassend zu nutzen, hat der Vorstand des 1. FFC Turbine Potsdam beschlossen, in die Saison 2020/21 mit einem hauptamtlichen Cheftrainer zu gehen", erklärte der Verein via Pressemitteilung.

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Klickt Euch durch die Galerie der 50 ehemaligen Spielerinnen vom 1. FFC Turbine Potsdam. Zur Galerie
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Der 37-jährige Matthias Rudolph, der in Belzig geboren wurde, steht für eine Vollbeschäftigung durch den 1. FFC Turbine Potsdam zu diesem Zeitpunkt nicht zur Verfügung. Deshalb wird sein am 30. Juni 2020 auslaufender Vertrag nicht verlängert. Im Sommer 2015 wurde Rudolph Co-Trainer des Champions-League-Siegers von 2010 und übernahm mit Ende der Saison 2015/16 den Chef-Trainerstuhl des Potsdamer Trainer-Urgestein Bernd Schröder.

Turbine-Präsident Rolf Kutzmutz bedankte sich auf SPORTBUZZER-Nachfrage für die Arbeit von Rudolph in den vergangenen vier Jahren. "Er ist für jeden sichtbar in große Fußstapfen getreten. Mit den Plätzen drei, vier und drei, mit seiner Art und Weise, mit der Nähe zur Mannschaft hat er gute Arbeit geleistet", sagte Kutzmutz. Er betont, dass es die Entscheidung von Rudolph war, das Vertragsangebot als Cheftrainer nicht anzunehmen. "Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir zu allererst unserem derzeitigen Cheftrainer ein Angebot machen werden", sagte Kutzmutz. Dieser habe jedoch mit Verweis auf seine Arbeit als Lehrer am Potsdamer Humboldt-Gymnasium gesagt, dass dies zur neuen Saison nicht möglich sei, meinte Kutzmutz.

Ein Jahr zu warten kam wiederum für Turbine nicht in Frage, "da würde uns jeder fragen, warum habt ihr das gemacht", sagte Kutzmutz. Im Frühjahr sei beim Verein die Entscheidung gefallen, mit einem hauptamtlichen Cheftrainer in die nächste Saison zu gehen. "Im Nachwuchsbereich haben wir Reserven, die können wir am besten erschließen, wenn wir mit einem hauptamtlichen Trainer arbeiten", sagte Kutzmutz. Seit vergangener Woche stehe fest, dass Rudolph dafür nicht zur Verfügung stehe.

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Für Turbine beginnt nun die Suche nach einem Nachfolger. "Es geht nicht so sehr um einen anderen Namen, auch nicht um Frau oder Mann, sondern dass wir jemanden finden, der dieses Verbundsystem zwischen Sportschule und dem Verein und die ganze Atmosphäre von Turbine leben soll", sagte Kutzmutz. Laut DFB-Lizensierungsunterlagen müsste Turbine bis 30. Juni einen neuen Trainer melden, durch die Corona-Pandemie könnte sich dieser Termin aber nach hinten verschieben. Trotzdem will Turbine laut Kutzmutz schon bis Ende des Monats einen neuen Cheftrainer präsentieren. "Bei aller Genauigkeit und Zielstrebigkeit, stehen wir auch ein bisschen unter Zeitdruck", meinte der Turbine-Präsident.

Er verwies zudem darauf, dass es in der Frauen-Bundesliga mit 1899 Hoffenheim nur noch einen weiteren Verein gebe, der nicht mit einem hauptamtlichen Cheftrainer arbeite. "In den Zulassungsbedingungen ist ein hauptamtlicher Cheftrainer eigentlich festgeschrieben, wir haben bislang eine Ausnahmegenehmigung vom DFB erhalten", sagte Kutzmutz.

Aktuell steht Turbine auf Platz sechs der Bundesliga-Tabelle. Nach der Corona-Zwangspause setzte es in drei Pflichtspielen drei Niederlagen für die Potsdamerinnen, darunter das bittere Pokal-Aus im Viertelfinale gegen die SGS Essen. Am Sonntag (14 Uhr) tritt Turbine bei Bayer Leverkusen an.