15. Mai 2020 / 17:16 Uhr

Turbine Potsdam holt U20-Talent von Werder Bremen

Turbine Potsdam holt U20-Talent von Werder Bremen

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Selina Cerci trägt künftig das Turbine-Trikot.
Selina Cerci trägt künftig das Turbine-Trikot. © Verein
Anzeige

Frauen-Bundesliga: Selina Cerci wechselt von Werder Bremen nach Potsdam. Die Laufbahn der 19-Jährigen führte schon einmal quer durch die Republik. Derweil soll in Potsdam bald das Mannschaftstraining wieder starten.

Anzeige
Anzeige

Turbine Potsdam hat den ersten Neuzugang für die neue Saison in der Frauenfußball-Bundesliga verpflichtet. Selina Cerci wechselt von Zweitliga-Spitzenreiter Werder Bremen zum Traditionsverein nach Brandenburg. Die 19-jährige Offensivspielerin traf in der bislang unterbrochenen Saison in 14 Partien schon 13 Mal für den Club von der Weser und könnte bei Turbine als Nachfolgerin für Top-Torjägerin Lara Prasnikar gelten, die den Verein am Saisonende verlassen wird.

Offensiv flexibel einsetzbar

„Sie ist offensiv flexibel einsetzbar, robust und schnell“, schwärmt Potsdams Trainer Matthias Rudolph vom Neuzugang, der für Werder in der Vorsaison 13 Mal in der 1. Bundesliga auflief. „Sie ist eine Spielerin mit viel Potenzial und wir hoffen, dass sie einen großen Mehrwert für uns haben wird.“ Selina Cerci passt als Perspektivspielerin der U20-Nationalmannschaft gut ins Turbine-Schema, nach dem zukünftige Leistungsträgerinnen selbst ausgebildet werden sollen. „Das ist ein guter Weg“, verweist Rudolph auf Platz 5 in der Tabelle mit der im Durchschnitt jüngsten Mannschaft der Liga. „Dieses Konzept werden wir nicht über den Haufen werfen“, sagt er mit Blick auf die feststehenden Abgänge von Prasnikar, Sarah Zadrazil und Caroline Siems.

Die „Neue“ hat derweil schon einiges erlebt. Ihre bisherige Laufbahn führte die Angreiferin einmal quer durch die Republik. Begonnen hat die Stürmerin ganz im Norden, bei Holstein Kiel. Dann ging es zur B-Jugend des Magdeburger FFC, ehe sie ein Jahr in der zweiten Mannschaft des FC Bayern München in Liga 2 auf Torejagd ging (22 Spiele, 14 Tore). 2018 zog es den Turbine-Neuzugang wieder in den Norden, zum SV Werder, für den sie in ihrer ersten Erstliga-Spielzeit immerhin fünfmal traf, den Abstieg aber nicht verhindern konnte.

Die Transfers der Frauen-Bundesliga.

Auch in der Corona-Krise treiben die Vereine der Frauenfußball-Bundesliga ihre Personalplanungen für die neue Saison voran. Der SPORTBUZZER fasst die wichtigsten Transfers zusammen. Zur Galerie
Auch in der Corona-Krise treiben die Vereine der Frauenfußball-Bundesliga ihre Personalplanungen für die neue Saison voran. Der SPORTBUZZER fasst die wichtigsten Transfers zusammen. ©

„Ich möchte mit dem Wechsel nach Potsdam die Herausforderung bei einem ambitionierten Erstligisten suchen und mich mit guten Leistungen in der U20-Nationalmannschaft etablieren und den nächsten Schritt in meiner Karriere machen“, sagt Selina Cerci. Die Gespräche mit Chefcoach Rudolph hätten ihr ein gutes Gefühl gegeben, „dass ich nicht lange gezögert habe. Ich freue mich auf die Zeit bei Turbine.“

Rückkehr ins Teamtraining angestrebt

Bei ihrem künftigen Club soll indes nach Abschluss der zweiten Corona-Testreihe zeitnah das Mannschaftstraining wieder starten. Zwei Tests schreibt das Hygienekonzept der Frauen-Bundesliga vor, ehe wieder alle Spielerinnen gemeinsam trainieren dürfen. Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs ist für den 29. Mai geplant. Bei den Männern könne man dann schon zwei Wochen beobachten, wie es funktioniert, glaubt Trainer Matthias Rudolph. Dieser hatte den Übungsbetrieb am Luftschiffhafen zunächst in Gruppen von maximal sieben Personen wieder aufgenommen, zuletzt konnten die Gruppen bereits vergrößert werden.