11. Oktober 2020 / 10:29 Uhr

Turbine Potsdam siegt mit Mühe beim MSV Duisburg (mit Galerie)

Turbine Potsdam siegt mit Mühe beim MSV Duisburg (mit Galerie)

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Selina Cerci lässt Turbine Potsdam jubeln.
Selina Cerci lässt Turbine Potsdam jubeln. © Saskia Nafe
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Frauen-Bundesliga: Beim Tabellenvorletzten lag die Mannschaft von Trainer Sofian Chahed zweimal zurück, doch ein Doppelpack von Malgorzata Mesjasz und der umstrittene Siegtreffer von Selina Cerci brachten die nächsten drei Punkte.

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Die Stimmung im Mannschaftsbus dürfte auf der Rückfahrt von Duisburg an die Havel gelöst gewesen sein. Für eine Nacht hatten die Fußballerinnen von Turbine Potsdam die Spitze der Bundesliga erklommen - der Weg dorthin war aber steinig. Beim Vorletzten MSV Duisburg lief die Elf von Trainer Sofian Chahed zweimal einem Rückstand hinterher, jubelte am Ende aber dank eines zumindest umstrittenen Siegtreffers von Selina Cerci über die nächsten drei Punkte. "Es war bis zum Schluss leider Spannung pur. Wir alle hatten uns einen etwas entspannteren Abend gewünscht", musste Chahed nach dem Spiel zugeben. Am Ende gab es aber ein Happy End: den fünften Sieg im sechsten Saisonspiel.

"Duisburg hat mutig nach vorne gespielt, hat vorne attackiert. Wir waren etwas zu nervös im Ballbesitz, haben hinten zu einfache Fehler gemacht", analysierte der Turbine-Trainer. So geriet sein Team bereits nach sieben Minuten durch Yvonne Zielinski in Rückstand. Die aufgerückte Malgorzata Mesjasz erzielte in der 36. Minute per Kopf zwar den Ausgleich, doch als Potsdams Kapitänin Merle Barth in der eigenen Hälfte den Ball verlor, steuerte Duisburgs US-Amerikanerin Jorian Baucom nur eine Minute später dem 1:2 aus Turbine-Sicht entgegen.

In Bildern: Turbine Potsdam besiegt Duisburg nach zweimaligem Rückstand.

<b>MSV Duisburg - 1. FFC Turbine Potsdam 2:3 (2:1)</b> Tore: 1:0 Yvonne Zielinski (5.), 1:1 Malgorzata Anna Mesjasz (37.), 2:1 Jorian Nicole Baucom (38.), 2:2 Julia Debitzki (51./Eigentor), 2:3 Selina Cerci (74.). Zur Galerie
MSV Duisburg - 1. FFC Turbine Potsdam 2:3 (2:1) Tore: 1:0 Yvonne Zielinski (5.), 1:1 Malgorzata Anna Mesjasz (37.), 2:1 Jorian Nicole Baucom (38.), 2:2 Julia Debitzki (51./Eigentor), 2:3 Selina Cerci (74.). © Saskia Nafe

"Es war gut, dass wir nach dem zweimaligen Rückstand immer wieder zurückgekommen sind", lobt Sofian Chahed die Moral seiner Mannschaft, die in dieser Saison weiter ungeschlagen ist. Turbine erhöhte nach Wiederanpfiff den Druck und erneut war es die Polin Malgorzata Mesjasz, die bei einem Freistoß von Nina Ehegötz mit dem Kopf zur Stelle war und zum erneuten Ausgleich traf (50.).

In der 73. Minute ließ dann Selina Cerci die in Rot spielenden Gäste jubeln. Doch die Szene war umstritten: Die Turbine-Angreiferin traf zunächst den Pfosten, war dann mit der Fußspitze fast im gleichen Moment am Ball wie Duisburgs Torfrau Meike Kämper mit der Hand - doch die Schiedsrichterin ließ den Treffer gelten. "Das waren drei erkämpfte Punkte", resümierte der Turbine-Coach. Die Duisburgerinnen seien zwar spielerisch etwas schlechter gewesen, doch auch seine Elf habe nicht das gezeigt, was sie sich vorgenommen hatte, monierte Chahed. "Wir hatten noch Chancen, hätten den Sack früher zumachen können und müssen."

So standen die Turbinen zumindest bis zu den Spielen der Konkurrenz am Sonntag an der Tabellenspitze. Das dürfte ihnen auch für die anstehenden Top-Duelle Auftrieb geben. Am Sonntag ist die Chahed-Elf zu Gast beim FC Bayern, dann geht es nach der Länderspielpause mit dem DFB-Pokalspiel in Magdeburg weiter, ehe in der Bundesliga mit Serienmeister VfL Wolfsburg der nächste Härtetest wartet.