28. Juni 2020 / 18:44 Uhr

Turbine Potsdam siegt zum Abschied von Matthias Rudolph

Turbine Potsdam siegt zum Abschied von Matthias Rudolph

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
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Noch ein letztes Mal gemeinsam jubeln: Luca Graf (v.l.), Caroline Siems, Johanna Elsig, Torschützin Laura Lindner, Sarah Zadrazil und Klara Cahynová. © Saskia Nafe
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Frauen-Bundesliga: Potsdams Fußballerinnen siegen 2:1 gegen die TSG Hoffenheim, die sogar noch Champions League-Hoffnungen hegte. Das goldene Tor erzielte eine Spielerin, die vor zwei Jahren eigentlich schon verabschiedet wurde.

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Turbine Potsdam hat sich mit einem Sieg aus der Corona-Saison 2019/20 verabschiedet und damit aus eigener Kraft den 4. Platz in der Frauenfußball-Bundesliga abgesichert. Zum Abschied von Cheftrainer Matthias Rudolph, der zum letzten Mal auf der Turbine-Bank Platz nahm, holten die Potsdamerinnen einen 2:1 (1:1)-Erfolg gegen starke Hoffenheimerinnen. Auch Kapitänin Sarah Zadrazil, Eigengewächs Caroline Siems, die verletzte Top-Torjägerin Lara Prasnikar (15 Saisontore) sowie Rahel Kiwic, Klara Cahynová und Co-Trainerin Josephine Schlanke bekamen nach dem Match ihre Abschiedspräsente von Vereins- und Fanclubvertretern, die nach dem Abpfiff trotz erneuter Geisterkulisse in den Stadion-Innenraum durften.

Turbine Potsdam gewinnt letztes Saisonspiel gegen 1899 Hoffenheim mit 2:1.

Turbine Potsdam gewann zum Abschluss der Saison mit 2:1 gegen 1899 Hoffenheim und sicherte sich dadurch Rang vier in der Tabelle. Zur Galerie
Turbine Potsdam gewann zum Abschluss der Saison mit 2:1 gegen 1899 Hoffenheim und sicherte sich dadurch Rang vier in der Tabelle. © Saskia Nafe

„Es war heute total emotional, da sind vor dem Spiel schon ein paar Tränen geflossen“, verriet Caroline Siems. Seit 2015 hatte die gebürtige Berlinerin das Turbine-Trikot getragen. Wo sie künftig Fußball spielen wird, wollte die 21-Jährige kurz nach ihrem letzten Auftritt im "Karli" noch nicht verraten. „Ich bin total stolz auf die Mannschaft, dass wir heute nochmal alles gegeben haben. Das war sinnbildlich für diese kämpferische Saison mit dem 4. Platz. Für mich war das ein toller Abschluss.“

Gerne hätte sich die Verteidigerin, die in Potsdam zur Bundesliga-Spielerin wurde, von den Turbine-Fans persönlich verabschiedet. "Aber wir haben das Beste daraus gemacht. Für mich und die Spielerinnen, die jetzt gehen, war es einfach total schön, überhaupt noch einmal gemeinsam auf dem Platz stehen zu können", so Caroline Siems. Eine Abschlussfeier werde es trotzdem geben. "Da werden wir uns auch nochmal voneinander verabschieden."

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Chmielinski trifft nach 48 Sekunden

Im strömenden Potsdamer Regen hatten die Turbinen gegen den Tabellendritten zuvor furios losgelegt. 48 Sekunden waren rum, als Siems’ WG-Mitbewohnerin Gina Chmielinski bei einer Eingabe von Nina Ehegötz schneller war als Bewacherin Laura Wienroither und den Ball zum 1:0 über die Linie drückte. Die Gäste zeigten danach zwar die reifere Spielanlage, glichen in der 19. Minute durch Fabienne Dongus auch aus, doch Turbine wollte den Sieg zum Abschied ihres Trainers unbedingt. Tabea Waßmuth traf für die TSG zwar noch den Pfosten (25.), aber spätestens nach dem Seitenwechsel waren die Potsdamerinnen dem Führungstreffer wieder näher: Chmielinski probierte es aus der zweiten Reihe noch erfolglos (58.), dann verpasste Marie Höbinger in der Mitte eine Flanke knapp (59.).

Für das Happy End aus Turbine-Sicht sorgte eine, die vor zwei Jahren eigentlich schon in die zweite Mannschaft verabschiedet worden war. Laura Lindner, die bereits in den vergangenen Wochen aus Mangel an Offensivkräften im Bundesliga-Team ausgeholfen hatte, nahm nach einem abgeblockten Ehegötz-Schuss aus 30 Metern Maß und versenkte den Ball im leeren Hoffenheimer Tor (79.). „Der sollte rein“, sagte die Matchwinnerin über ihren frechen Heber, durch den Turbine Platz 4 aus eigener Kraft absicherten. Da brach auch aus Matthias Rudolph, dessen Vertrag als Trainer nicht verlängert wird, die Freude am Spielfeldrand noch einmal heraus. Äußern wollte er sich nach dem Spiel trotzdem nicht. Übrigens: Auch für Gästetrainer Jürgen Ehrmann endete die Zeit auf der Hoffenheimer Bank. Nach zwölf Jahren ist für den Berufsschullehrer Schluss, er wird künftig als Sportlicher Leiter bei den TSG-Frauen fungieren.