23. September 2021 / 18:31 Uhr

Turbine Potsdam vor Pokalspiel bei Hannover 96: Bewährungschance für Anna Wellmann

Turbine Potsdam vor Pokalspiel bei Hannover 96: Bewährungschance für Anna Wellmann

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
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Auf Neuzugang Anna Wellmann wartet im Pokalspiel gegen Hannover 96 die erste Bewährungsprobe im Turbine-Trikot. © Saskia Nafe
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DFB-Pokal der Frauen: Turbine-Trainer Sofian Chahed setzt im DFB-Pokal gegen seinen Ex-Club Hannover 96 auf die Keeperin, die im Sommer aus Leverkusen nach Potsdam wechselte.

Anna Wellmann macht keinen Hehl daraus, worin die Motivation für ihren Wechsel nach Potsdam lag: „Ich bin zu Turbine gewechselt, um mehr Spielzeit zu bekommen“, sagt die 26-jährige Torfrau, die im Sommer von Bayer 04 Leverkusen an die Havel kam. Beim Frauenfußball-Bundesligisten aus der Landeshauptstadt musste sich die Keeperin mit der Rückennummer 41 aber erstmal wieder hinten anstellen, ist derzeit hinter Vanessa Fischer die Nummer zwei im Turbine-Tor. Am Sonnabend (15 Uhr) in der zweiten Runde des DFB-Pokals der Frauen beim Regionalligisten Hannover 96 soll Anna Wellmann ihre Chance bekommen. „So viel kann ich verraten: Sie wird im Tor stehen“, legt sich Trainer Sofian Chahed fest.

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Die Vorfreude auf das Pflichtspieldebüt im Turbine-Trikot sei riesig, schwärmt die Schlussfrau, die ihre Reservistenrolle mit Gelassenheit erträgt, aber zielstrebig versucht, in jedem Training Argumente dagegen zu liefern. „Die Konkurrenzsituation kenne ich ja schon aus Leverkusen“, sagt die Fußballerin, die zwar im nordrhein-westfälischen Xanten geboren wurde, fußballerisch aber im Allgäu groß wurde. Vom Jugendverein in Kaufbeuren kam sie über eine Zwischenstation in Augsburg 2016 in die zweite Mannschaft des großen FC Bayern. Als dort die Perspektive fehlte, folgte 2019 der Wechsel nach Leverkusen. Unterm Bayer-Kreuz gab sie zwar noch im gleichen Jahr ihr Bundesligadebüt im Rheinderby gegen den 1. FC Köln, blieb aber zumeist nur Vertreterin vom Stammtorhüterin Anna Klink.

Turbine Potsdam: Die besten Bilder vom Trainingsauftakt 2021/22.

Bei Turbine Potsdam rollt wieder der Ball! 22 Spielerinnen konnte Cheftrainer Sofian Chahed am Montag am Luftschiffhafen begrüßen - darunter die Neuzugänge Isabel Kerschowski, Anna Wellmann und Teninsoun Sissoko. Viktoria Schwalm absolvierte ein individuelles Programm. In den kommenden Wochen stehen beim Frauen-Bundesligisten die Grundlagen in Fitness und Kraft auf dem Programm, bevor es ins Trainingslager nach Österreich geht. Zur Galerie
Bei Turbine Potsdam rollt wieder der Ball! 22 Spielerinnen konnte Cheftrainer Sofian Chahed am Montag am Luftschiffhafen begrüßen - darunter die Neuzugänge Isabel Kerschowski, Anna Wellmann und Teninsoun Sissoko. Viktoria Schwalm absolvierte ein individuelles Programm. In den kommenden Wochen stehen beim Frauen-Bundesligisten die Grundlagen in Fitness und Kraft auf dem Programm, bevor es ins Trainingslager nach Österreich geht. © Christoph Brandhorst

Mehr Einsätze im Oberhaus sollen in Potsdam dazukommen. „Ich sehe uns auf Augenhöhe“, sagt Anna Wellmann über den Konkurrenzkampf mit Turbines Eigengewächs Vanessa Fischer, die derzeit in der Liga die Nase vorn hat. Umso wichtiger sei es, sich jetzt im Pokal gut zu präsentieren. Den Reiz des Wettbewerbs weiß der Neuzugang jedenfalls zu schätzen: „Diese Spiele mit K.o.-Charakter haben immer ein besonderes Feeling. Unser Ziel ist es, möglichst weit zu kommen – im Pokal darf man auch mal träumen.“

Das weiß natürlich auch Sofian Chahed, der als Profi selbst elf DFB-Pokalspiele machte, eines sogar für Hannover 96. Enge Kontakte zum Ex-Club, für den der Turbine-Trainer von 2009 bis 2013 aufgelaufen war, pflege er aber nicht mehr. „Mein letzter Verbündeter aus dieser Zeit, Steven Cherundolo, ist jetzt Trainer in den USA“, sagt Chahed, der gegen den Zweiten der Regionalliga Nord auch auf anderen Positionen rotieren will. „Die Spielerinnen haben sich das verdient, weil sie in der Länderspielpause intensiv trainiert haben.“ Der Einzug ins Achtelfinale ist Pflicht. „Wir sind der haushohe Favorit“, macht der Potsdamer Coach klar.

Anna Wellmann: "Wir müssen dominant auftreten"

Auch Anna Wellmann weiß, dass die gegnerische Torhüterin am Sonnabend im Beekestadion, wo sonst Kreisliga-Fußball oder American Football gespielt wird, mehr zu tun haben wird als sie selbst. „Wir wollen zeigen, dass wir nicht nur eine, sondern zwei Klassen besser sind. Wir müssen dominant auftreten. Dann ist es mir im Zweifel auch lieber, dass es für mich ein ruhiger Nachmittag wird“, sagt die Neu-Turbine. Das Weiterkommen wäre verbunden mit der Aussicht auf weitere Einsätze zwischen den Pfosten. „Und dann kommen ja hoffentlich auch Spiele, in denen ich mehr gefordert bin.“