12. Juni 2020 / 13:42 Uhr

Turbine Potsdam: Wer wird Nachfolger von Matthias Rudolph?

Turbine Potsdam: Wer wird Nachfolger von Matthias Rudolph?

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Der SPORTBUZZER stellt fünf mögliche Kandidaten für die Nachfolge von Matthias Rudolph vor.
Der SPORTBUZZER stellt fünf mögliche Kandidaten für die Nachfolge von Matthias Rudolph vor. © Kuppert (2), Verein, Neßler, dpa, Getty Images
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Frauen-Bundesliga: Nachdem der Abschied vom bisherigen Chefcoach für Turbine Potsdam beschlossene Sache ist, läuft die Suche nach einem Nachfolger auf Hochtouren. Der SPORTBUZZER nennt fünf mögliche Kandidaten.

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Bis Ende Juni will Frauenfußball-Bundesligist Turbine Potsdam einen Nachfolger für Cheftrainer Matthias Rudolph gefunden haben. Die Frist des DFB dafür endet am 30. Juni. Am Mittwoch hatte der Traditionsclub aus der Brandenburger Landeshauptstadt die Trennung von dem 37-jährigen gebürtigen Bad Belziger bekanntgegeben. Man wolle künftig wieder mit einem hauptamtlichen Coach arbeiten. Für einen solchen Posten stand Rudolph, der im Hauptberuf Lehrer ist, allerdings nicht zur Verfügung, wie der Verein mitteilte. Jetzt läuft die Suche nach einem neuen Trainer auf Hochtouren.

Man erwarte auch eine Reihe von Bewerbungen, verrieten Präsident Rolf Kutzmutz und Geschäftsführer Stephan Schmidt unisono. Kutzmutz sagte auf Nachfrage, dass man sich auch beim DFB nach möglichen Trainerkandidaten erkundigen werde und bestätigte gegenüber rbb24 zudem, dass man offen für eine Trainerin sei. Der SPORTBUZZER hat den Trainermarkt sondiert und stellt fünf mögliche Kandidaten für die Nachfolge von Matthias Rudolph vor.

Inka Grings (41): Die ehemalige Angreiferin, die als Spielerin zweimal Europameisterin wurde, wäre ein großer Name für Turbine. Seit März 2016 ist die 41-Jährige Fußball-Lehrerin. Als Coach sammelte Grings in der Frauen-Bundesliga bereits beim MSV Duisburg Erfahrung. Zuletzt hatte sie die Männer des SV Straelen aus der Oberliga in die Regionalliga geführt, danach aber ihren Abschied mit der Suche nach einer neuen Herausforderung begründet. Gegen einen Wechsel zu Turbine spricht, dass sie sich als Trainerin im Männerbereich etablieren will.

Maren Meinert (46): Noch ein großer Name. Maren Meinert sammelte nicht nur als Spielerin (Weltmeisterin 2003, dreimal Europameisterin), sondern auch als Trainerin der Nachwuchsauswahlteams des DFB bereits Titel wie am Fließband. Die U20 führte sie 2010 und 2014 zum WM-Titel, die U19 gleich dreimal zur Europameisterschaft (2006, 2007, 2011). Im vorigen Jahr gab der DFB überraschend die Trennung von seiner langjährigen Auswahltrainerin bekannt. Pluspunkt: Die Arbeit mit jungen Spielerinnen, wie sie bei Turbine, dem jüngsten Team der Bundesliga, an der Tagesordnung wäre, ist Maren Meinert nicht fremd.

In Bildern: 50 ehemalige Spielerinnen vom 1. FFC Turbine Potsdam – und was aus ihnen wurde

Klickt Euch durch die Galerie der 50 ehemaligen Spielerinnen vom 1. FFC Turbine Potsdam. Zur Galerie
Klickt Euch durch die Galerie der 50 ehemaligen Spielerinnen vom 1. FFC Turbine Potsdam. ©

Thomas Kandler (49): Er wäre die vereinsinterne Lösung. Kandler ist seit 2005 Trainer der zweiten Turbine-Mannschaft in der 2. Bundesliga, hat das Team zuletzt in der eingleisigen zweithöchsten Spielklasse Deutschlands etabliert. Als Coach der Reserve hat er mit vielen Spielerinnen, die später den Sprung ins Bundesliga-Team schafften, schon zusammengearbeitet. Er kennt den Verein und das Umfeld, hat wie Rudolph eine ruhige und sachliche Art. Kandler ist Verbandstrainer des Fußball-Landesverbandes Brandenburg in Potsdam.

Sven Thoß (53): Der Potsdamer hat eine Turbine-Vergangenheit, war Co-Trainer unter Bernd Schröder und Coach der Reserve. Aktuell steht er bei Bundesliga-Konkurrent SC Sand in der Verantwortung, das Amt dort hatte er im Dezember 2019 übernommen. Thoß holte mit Sand seither zwei Siege aus fünf Bundesligaspielen, schied aber jüngst gegen Zweitligist Bielefeld aus dem DFB-Pokal aus. Für den 53-Jährigen würde ebenfalls sprechen, dass er die Stadt und das Umfeld bereits kennt. Er bringt zudem die DFB-A-Lizenz mit.

Anouschka Bernhard (49): Die langjährige Nachwuchstrainerin von DFB-Auswahlteams verlängert ihren auslaufenden Vertrag beim Verband nicht. Dort hatte sie äußerst erfolgreich gearbeitet, viele Titel geholt und dabei auch das eine oder andere Turbine-Talent bereits betreut. Jetzt sei sie "an einem Punkt angekommen, an dem ich meine Erfahrungen nochmal anderweitig einbringen möchte und mich neuen Herausforderungen stellen will." Auch die 49-Jährige kennt die Region Berlin/Brandenburg bereits: Von 2003 bis 2011 arbeitete Bernhard als Jugendkoordinatorin (U7 bis U13) bei Hertha BSC. Die Fußball-Lehrerin hätte als langjähirge Nachwuchsauswahl-Trainerin sicherlich ebenfalls ein Händchen für den Jugendstil der Turbinen.