11. Dezember 2020 / 21:24 Uhr

Turbine-Sieg in Essen: Chaheds Joker stechen doppelt

Turbine-Sieg in Essen: Chaheds Joker stechen doppelt

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
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Lange Zeit eine zähe Angelegenheit - so wie in dieser Szene für Turbines Dina Orschmann (M.). © Saskia Nafe
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Frauen-Bundesliga: Turbine Potsdam dreht gegen die SGS Essen das Spiel zum 2:1-Sieg. Sophie Weidauer und Selina Cerci treffen nach ihren Einwechselungen.

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Die erste Hiobsbotschaft gab es schon vor dem Anpfiff am Freitagabend in Essen: Turbine Potsdams Stammkeeperin Vanessa Fischer musste kurzfristig passen. Und beinahe hätte es nach wenigen Sekunden auch ihre Vertreterin Zala Mersnik erwischt, als sie mit einer eigenen Verteidigerin kollidierte. Beim 2:1 (0:0)-Auswärtssieg gegen die SGS Essen gab es schließlich aber auch für sie ein versöhnliches Ende.

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Glück hatten die Turbinen in besagter erster Szene, in der Mersnik zu spät kam, dass Carlotta Wamser aus kürzester Distanz am Tor vorbeischoss. Die Slowenin im Gästetor konnte immerhin nach einer Behandlung weitermachen. Nach einer Viertelstunde ein Schreckmoment auf der anderen Seite: Für Essens Elisa Senß war nach einem Zusammenprall Schluss.

Turbine Potsdam dreht das Spiel bei der SGS Essen.

Turbine Potsdam hat am Freitagabend einen 0:1-Rückstand in einem 2:1 (0:0)-Sieg gedreht. Nach dem 0:1 durch Jana Feldkamp (52.) trafen die beiden Einwechselspielerinnen Sophie Weidauer (78.) und Selina Cerci (82.) beim Erfolg der Potsdamerinnen. Zur Galerie
Turbine Potsdam hat am Freitagabend einen 0:1-Rückstand in einem 2:1 (0:0)-Sieg gedreht. Nach dem 0:1 durch Jana Feldkamp (52.) trafen die beiden Einwechselspielerinnen Sophie Weidauer (78.) und Selina Cerci (82.) beim Erfolg der Potsdamerinnen. © Saskia

Der Potsdamer Elf von Coach Sofian Chahed merkte man die mehrwöchige Pflichtspielpause deutlich an. Ein zerfahrenes Spiel war es aber von beiden Teams. Bei Turbines größter Gelegenheit wurde es für Essen gleich doppelt brenzlig: Erst traf Melissa Kössler aus dem Rückraum nur den Pfosten, dann scheiterte Dina Orschmann im Nachsetzen an der Parade von SGS-Torhüterin Stina Johannes (32.).

Nach dem Seitenwechsel ließen sich die Potsdamerinnen, die gut eine Woche vor dem direkten Duell mit Hoffenheim weiter eine gute Ausgangslage im Kampf um den dritten Europapokal-Qualifikationsplatz haben, von einem langen Ball übertölpeln. Am Ende der Fehlerkette agierte Fischer-Ersatz Mersnik zu zögerlich und Jana Feldkamp konnte den Ball zum 1:0 ins Netz heben (52.). Postwendend hätte es auf der anderen Seite Elfmeter geben müssen, doch Selina Ostermeiers Handspiel im eigenen Strafraum nach einer Ecke von Nina Ehegötz blieb ungeahndet (54.).

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Lange ging bei Turbine wenig nach vorne – doch dann schlugen Chaheds Joker doppelt zu. In Minute 78 zog Sophie Weidauer nach einer Ecke aus dem Rückraum ab und glich aus. Danach gab es Aufregung: Essen hatte den Ball wegen einer Verletzung zuvor ins Aus, Turbine aber nicht wie sonst üblich zum Gegner zurückgespielt. Das brachte SGS-Trainer Markus Högner auf die Palme - er verweigerte seinem Kollegen Sofian Chahed nach dem Abpfiff den Handschlag.

Dieser dürfte am späten Abend dennoch gut gelaunt im Bus zurück nach Potsdam gesessen haben. Denn kurz danach spitzelte die ebenfalls eingewechselte Selina Cerci eine Kopfballverlängerung von Kössler (nach langem Ball von Johanna Elsig) zur Führung an der verdutzten SGS-Keeperin vorbei (82.). Ihr Gegenüber Zala Mersnik biss sich bis dahin durch – und riskierte in der Schlussphase sogar noch einmal Kopf und Kragen, um die drei Punkte festzuhalten.

Turbine Potsdam: Mersnik – Nally, Elsig, Agrez – Orschmann (66. Chmielinski), Barth (78. Plattner), Mesjasz, Graf – Kössler, Smidt Nielsen (61. Cerci), Ehegötz (66. Weidauer)