17. März 2021 / 10:21 Uhr

Turbine-Trainer Sofian Chahed: „Wir haben die Liga noch nicht abgehakt“

Turbine-Trainer Sofian Chahed: „Wir haben die Liga noch nicht abgehakt“

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
07.10.2020, Fußball, 1.Frauenbundesliga, Punktspiel, 1.FFC Turbine Potsdam-SC Freiburg, Karl-Liebknecht-Stadion
im Bild: v.l. Trainer Sofian Chahed (1.FFC Turbine Potsdam)
Daumen hoch von Turbine-Trainer Sofian Chahed. © Julius Frick
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Frauen-Bundesliga: Turbine Potsdam ist am Mittwoch im Nachholspiel gegen Meppen gefordert. Selina Cerci hat im Potsdamer Angriff aktuell die Nase vorn.

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"Am Ende entscheidet immer der Trainer“, sagt Selina Cerci. Gut für die Angreiferin vom 1. FFC Turbine Potsdam: Zuletzt hatte sich Sofian Chahed immer für sie entschieden. Die 20-Jährige ist beim Frauenfußball-Bundesligisten aus der Landeshauptstadt im Sturmzentrum gesetzt. Im jüngsten Heimspiel gegen den SC Sand (5:2) erzielte sie ihre Saisontreffer fünf und sechs – keine andere Turbine traf in dieser Saison häufiger.

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Am liebsten würde die gebürtige Kielerin natürlich auch am Mittwoch (14 Uhr) im Heimspiel gegen den SV Meppen einnetzen. Es ist für die Potsdamerinnen die vierte Partie in 13 Tagen. „Von der Kraft her ist das natürlich anstrengend“, sagt Selina Cerci. Zuletzt habe der Trainer aber auch etwas rotiert und so werde man auch im Nachholspiel gegen den Aufsteiger wieder „100 Prozent reinhauen“, versichert die Stürmerin, die vor der Saison von Werder Bremen an die Havel gewechselt war. In der vordersten Offensivposition sollte Selina Cerci die nach Frankfurt abgewanderte Lara Prasnikar ersetzen.

Die hat für die Eintracht in dieser Spielzeit erst dreimal getroffen – zuletzt zum Beispiel beim späten 1:1 gegen Meppen. Das Remis am Main ist für den Liga-Neuling aus dem Emsland, bei dem mit der Lausitzerin Viktoria Krug auch ein Turbine-Eigengewächs im Aufgebot steht, dennoch als Achtungszeichen zu werten. Meppen kämpft als Tabellenzehnter um den Klassenerhalt. „Das wird ein hartes Stück Arbeit“, ist sich Selina Cerci sicher, „Meppen wird bissig sein.“ Im Hinspiel hatte der SVM den Turbinen beim 2:2 ebenfalls einen Punkt abgeknöpft. „Das sollte ein Warnsignal sein, wir wollen es besser machen“, will Coach Chahed die Sinne schärfen.

07.10.2020, Fußball, 1.Frauenbundesliga, Punktspiel, 1.FFC Turbine Potsdam-SC Freiburg, Karl-Liebknecht-Stadion
im Bild: v.l. Selina Cerci (1.FFC Turbine Potsdam) celebrate the goal,Torjubel zum 1:0
Im Turbine-Sturm derzeit die Nummer eins: Selina Cerci. © Julius Frick

Noch einen Ausrutscher wie vor Wochenfrist beim 0:0 gegen Cercis Ex-Club aus Bremen wollen sich die Potsdamerinnen nicht leisten, das stellt die Angreiferin klar. „Die drei Punkte wären wichtig, wir wollen den Abstand auf Hoffenheim verringern, wollen optimistisch bleiben“, sagt sie. Auch Chahed betont: „Wir haben die Liga noch nicht abgehakt.“ Und doch muss ihm und seinem Team zum Ende dieser zwei kräftezehrenden Wochen ein Spagat gelingen. Zwischen dem Liga-Alltag gegen Meppen am Mittwoch – Turbine zeigt die Partie erneut als Livestream auf seiner Facebookseite – und dem DFB-Pokal-Viertelfinale am Sonntag in Freiburg. „Wir werden wieder rotieren, das ist wahrscheinlich kein Geheimnis“, kündigt der Potsdamer Trainer vor dem dritten Heimspiel in Serie an.

Während auf anderen Positionen getauscht wurde, war Selina Cerci zuletzt eine Konstante in der vordersten Reihe. „Das hat sie sich durch ihre Leistungen verdient. Im Moment hat sie die Nase vorn“, lobt Sofian Chahed, der sich von seiner neuen Nummer eins im Sturm trotzdem von Spiel zu Spiel noch eine Steigerung erhofft. „Ich freue mich über das Vertrauen und darüber, dem Team helfen zu können“, sagt sie. Eine Tor-Marke habe sie sich daher auch nicht vorgenommen. „Ich setzte mir lieber kleinere Ziele von Spiel zu Spiel, damit kommt man weiter“, findet Selina Cerci. Ziel am Mittwoch: drei Punkte. Ziel am Sonntag: Weiterkommen im Pokal. „Zwei Erfolgserlebnisse zum Abschluss dieser Wochen wären schön, danach können wir kurz durchschnaufen“, sagt Sofian Chahed.