28. November 2021 / 18:42 Uhr

Turbulente Schlussphase: Fischer rettet SVG Göttingen in der 96. Minute einen Punkt

Turbulente Schlussphase: Fischer rettet SVG Göttingen in der 96. Minute einen Punkt

Jan-Philipp Brömsen
Göttinger Tageblatt
Der SVGer Richard Hehn (l., hier gegen Tünderns Sören Vespermann) brachte die Schwarz-Weißen nach der Pause mit 1:0 in Führung.
Der SVGer Richard Hehn (l., hier gegen Tünderns Sören Vespermann) brachte die Schwarz-Weißen nach der Pause mit 1:0 in Führung. © Swen Pförtner
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Lange Zeit sah es für den Fußball-Oberligisten SVG Göttingen nach einem Heimsieg aus. Die Schlussphase stellte die Partie gegen Blau-Weiß Tündern jedoch fast auf den Kopf. Die Gäste drehten das Spiel mit einem Doppelschlag. Yannis Fischer rettete mit seinem Last-Minute-Treffer in der 96. Minute zumindest einen Punkt.

In einer mehr als turbulenten Schlussphase rettete Fußball-Oberligist SVG Göttingen gegen Blau-Weiß Tündern das 2:2 (0:0) dank eines Treffers von Yannis Fischer in der 96. Minute. Zuvor hatten die Gäste mit einem Doppelschlag die Partie fast auf den Kopf gestellt.

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Bei nasskalten zwei Grad bekamen die 178 Zuschauer im Krügerpark am Sandweg keine gute erste Halbzeit geboten. Auf dem Kunstrasenplatz entwickelte sich eine chancenarme Partie. Die entscheidenden Szenen ereigneten sich in der nervenaufreibenden Schlussphase. „Wenn man in der 96. Minute mit der letzten Aktion noch den Ausgleich erzielt, kann man schon von einem glücklichen Punkt sprechen“, sagte Fußballabteilungsleiter Thorsten Tunkel nach den intensiven Schlussminuten. „Vor dem Spiel hatten wir uns etwas anderes vorgenommen – jetzt müssen wir damit zufrieden sein, was wir haben“, so das etwas ernüchternde Tunkel-Fazit.

In allerletzter Minute sichert sich die SVG Göttingen im Heimspiel gegen BW Tündern noch einen Punkt. Zur Galerie
In allerletzter Minute sichert sich die SVG Göttingen im Heimspiel gegen BW Tündern noch einen Punkt. © Swen Pförtner

Dabei ließ sich der zweite Abschnitt gegen die immer wieder gefährlich wirkenden Gäste gut an: Richard Hehn erzielte seinen zweiten Saisontreffer (52.) und stellte auf die zu diesem Zeitpunkt nicht unverdiente Führung. Spätestens Florian Evers hätte nach rund 70 Minuten das vorentscheidende 2:0 erzielen müssen – doch der langjährige Kapitän der Schwarz-Weißen scheiterte aus drei Metern.


Turbulente Nachspielzeit

In der Folgezeit kamen die nie aufgebenden Gäste immer stärker auf: In der 88. Minute eröffnete ein berechtigter Strafstoß nach Foul am eingewechselten Niklas Berndt die spannende Schlussphase. Kris-Lennart Müller verwandelte sicher zum 1:1-Ausgleich, der zu diesem Zeitpunkt verdient war. Die Gäste kamen durch ihre zahlreichen Standards immer wieder zu Möglichkeiten.

Als die Gastgeber nach einem eigenen Eckball nur drei Minuten später in einen Konter liefen und durch Berndt sogar das 1:2 kassierten, machte sich Tristesse am Sandweg breit. „Zwei Tore in drei Minuten zu kassieren, ist der Wahnsinn. Das darf in dieser Liga nicht passieren“, monierte Tunkel. Am Ende konnte sich die Erkner-Elf zumindest über einen Punkt freuen, nachdem Yannis Fischer mit der letzten Aktion nach einer Ecke noch den insgesamt gerechten 2:2-Ausgleich erzielte.

„Fehlende Stabilität“

Trainer Erkner wusste nach Spielende zunächst nicht so richtig, was er mit dem 2:2 anfangen sollte. „Eine Minute hat uns zum Sieg gefehlt. Das Ergebnis ist insgesamt aber verdient. Heute hat man deutlich gesehen, warum beide Teams unten stehen“, resümierte er. Der Übungsleiter bemängelte die „fehlende Stabilität“: „In solchen Spielen ist mentale Stärke gefragt. Es ist einfach eine Kopfsache. Wir müssen mit weniger Angst agieren“, versuchte Erkner Erklärungen zu finden.

Für sein Team gab es im achten Heimspiel noch immer keinen Sieg. Dass die SVG in die Abstiegsrunde zumindest einen Punkt mitnimmt, dürfte an diesem trüben ersten Adventswochenende eher keine Jubelstürme auslösen.

Knappe Eintracht-Niederlage

Eine ordentliche Vorstellung zeigte der Konkurrent FC Eintracht Northeim. Beim Ligaprimus FC Germania Egestorf/Langreder unterlag das Team von Trainer Philipp Weißenborn zwar mit 1:3 (0:1), zeigte insbesondere im zweiten Abschnitt eine gute Leistung.

In einer ereignislosen ersten Halbzeit erzielten die spielbestimmenden Gastgeber die Führung durch Nico Berg (27.). Gleich nach dem Seitenwechsel erhöhten die Germanen durch Lorenzo Paldino (49.) auf 2:0. Die Partie im Barsinghäuser Stadtteil schien frühzeitig entschieden, doch nur zwei Minuten später brachte ein Eigentor nach einer Ecke (51.) die Gäste wieder heran. Die Weißenborn-Elf warf in der Schlussphase alles nach vorne und versuchte den Ausgleich zu erzielen. Mehr als ein Pfostenschuss und zahlreiche gute Einschussmöglichkeiten sprangen jedoch nicht mehr dabei raus. Die Gastgeber erzielten in er 88. Minute durch Dominik Behnsen die Entscheidung zum 3:1.

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„In der ersten Halbzeit hatten wir keinen Zugriff. Nach der Pause haben wir umgestellt und spätestens nach dem Anschlusstreffer waren wir das spielbestimmende Team“, fasste Weißenborn die Partie zusammen. „Wir haben es richtig mutig und gut gespielt. Daher bin ich nicht unzufrieden – dennoch müssen wir nach der guten zweiten Halbzeit auch was Zählbares mitnehmen“, ergänzt der Northeimer Coach.

Am kommenden Sonnabend um 14 Uhr empfängt die SVG zum Südniedersachsen-Derby den FC Eintracht Northeim. In dieser Partie geht es für beide Teams um wichtige Zähler für die Abstiegsrunde.

Von Jan-Philipp Brömsen