16. Februar 2018 / 11:09 Uhr

Türkay Sport-Coach Ecir bangt um Klassenerhalt: "Die Jungs wissen jetzt, was sie nicht können"

Türkay Sport-Coach Ecir bangt um Klassenerhalt: "Die Jungs wissen jetzt, was sie nicht können"

Jens Niggemeyer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
<b>Türkay Sport Garbsen</b> präsentierte sich gegen den TSV Berenbostel vor allem in der zweiten Hälfte in guter Verfassung. Erhan Türkmen (2), Kadir Sahin, Cornelis Steiner und Aydin Yalcinkaya führten den abstiegsbedrohten Bezirksligisten zum 5:0-Sieg über den Kreisligisten. Yalcinkaya (im Bild) bekam ein großes Lob von seinem Trainer: Aydin hat in den letzten Wochen enorm viel gemacht und super an seiner Fitness gearbeitet, sagte Ergin Ecir. 
Aydin Alcinkaya (links) ist für Trainer Ergin Ecir ein Gewinner der Vorbereitung. © Christian Hanke
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Für den SV Türkay Sport Garbsen sieht es nicht gut aus: Der Aufsteiger ringt nach Luft in der Bezirksliga 2, steht auf dem Relegationsrang. Zu leichtfertig sei sein Team an die neue Herausforderung rangegangen, mittlerweile sei der Schalter im Kopf zumindest umgelegt, sagt Trainer Ergin Ecir. Die Schwächen sind ausgemacht, nun sollen neue Stärken entwickelt werden - Ecir will sein Team über die Physis kommen lassen.

Die Ausgangslage ist klar: Aktuell steht der SV Türkay Sport Garbsen in der Fußball-Bezirksliga 2 mit zehn Punkten und 17:38 Toren auf Rang 13. Das würde am Ende der Saison bedeuten: Der Aufsteiger müsste in die Relegation.

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Realist Ecir: Taktische Schwäche durch Kampf kompensieren

„Dass wir nach sieben Niederlagen zu Saisonbeginn und einer derart schlechten Hinrunde überhaupt noch zehn Punkte geholt haben, ist fast schon positiv“, betont Coach Ergin Ecir. Er weiß aber auch, dass nicht nur die Tatsache, dass seine Mannschaft mit 14 Spielen die meisten aller Konkurrenten absolviert hat, ein Problem darstellt: „Spielerisch müssen wir uns hinten anstellen, und auch taktisch sind wir eher schwach. Deshalb müssen die Jungs mehr laufen und mehr kämpfen als die Konkurrenz.“

Das Ziel ist eindeutig definiert: „Wir werden aus 16 Spielen sieben bis acht Siege brauchen, um eine Chance zu haben, die Klasse zu halten.“ Basis für den erhofften Erfolg sei zum einen der Zusammenhalt: „Sieben Spiele am Stück zu verlieren und trotzdem nicht auseinanderzubrechen – das spricht für die Jungs.“ Die Mannschaft habe sich nicht hängen lassen und fleißig und engagiert weitergearbeitet.

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Leichtsinn wird bestraft

„Und auf diese Gemeinschaft baue ich.“ Wichtig sei zudem, dass inzwischen auch Realismus und Bescheidenheit eingekehrt seien: „Einige haben die Liga zu Beginn unterschätzt, wollten zudem alles spielerisch lösen. Dass das nicht funktioniert, haben sie gemerkt.“ In die Erfolgsspur eingebogen sei das Team erst, als die Spieler begriffen hätten, dass sie nur Zählbares einfahren werden, wenn sie diszipliniert, konzentriert und einfach spielen. Und mit den Punkten wuchs auch das Selbstvertrauen. „Die Jungs wissen jetzt, was sie nicht können und was sie tun müssen, um den Gegner zu ärgern.“

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Das Spiel einfach zu halten und die Fähigkeit zu erkennen, wann es geboten ist, den Ball einfach mal nach vorne oder über den Zaun zu dreschen, das seien wohl die wichtigsten Erkenntnisse der Hinrunde gewesen. „Und inzwischen hat sich die Mannschaft auch gefunden, steht relativ stabil und agiert taktisch viel disziplinierter.“

Fitness ist Trumpf: Alcinkaya und Gültekin legen vor

Bezirksliga-Fußball sei nicht immer schön anzusehen, „schon gar nicht im Abstiegskampf“, so Ecir. Die Basis werden eine stabile Defensive, eine gute Ordnung, aggressives Zweikampfverhalten, eine hohe Laufbereitschaft, schnelles Umschaltspiel und eine höhere Effizienz sein. „Und dafür brauchen wir eine bessere Fitness als in der Hinrunde.“ Als positives Beispiel nannte Ecir Aydin Yalcinkaya: „Der Junge hat toll an sich gearbeitet und ist inzwischen auf einigen Positionen eine gute Option.“ Auch Ilkay Gültekin habe „richtig zugelegt“. „Er ist ehrgeizig und super talentiert.“

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"Unterm Stricht geht es aber sowieso nur als Team"

Nicht unerheblich werde natürlich sein, dass man von Verletzungspech verschont bleibe: Aktuell fallen beispielsweise Yasin Celik (Meniskus-Verletzung) und Asil Zafer (Arbeitsunfall) aus. „Bestimmte Spieler lassen sich sicher nicht so leicht längere Zeit ersetzen“, sagt Ecir und denkt dabei wohl nicht zuletzt an Führungsspieler wie Abwehrchef Enes-Bayram Demirsoy, Defensiv-Routinier Samet Sengül und Regisseur Niyazi Sarier. „Unterm Strich geht es aber sowieso nur als Team.“

Ein durchtrainierte Steiner und ein pfeilschneller Cebiz

Personell hat sich ein bisschen etwas getan: Adrian Düring und Aykut Yildiz gehören nicht mehr zum Kader. Mit Mirza Cebiz (TuS Garbsen II) hat sich Ecir einen „pfeilschnellen Flügelspieler“ gesichert, dazu wurde Emre Gürsoy aus der eigenen Reserve hochgezogen und Cornelis Steiner reaktiviert: „Der Junge ist absolut durchtrainiert, läuferisch extrem gut, körperlich der Stärkste und total fit im Kopf“, lobt der Coach. „Cornelis kann auf der rechten Außenbahn offensiv wie defensiv spielen.“ Und dass er zudem torgefährlich ist, habe Steiner in der Vorbereitung ebenfalls bewiesen.

"In diesen Spielen wird sich zeigen, wohin die Reise geht"

Entscheidend werde sein, gegen die direkten Konkurrenten wie SV Obernkirchen, VfL Bückeburg II, SV Borussia Hannover, TSV Luthe, SG Letter 05 und TSV Algesdorf möglichst maximal zu punkten. „In diesen Spielen wird sich zeigen, wohin die Reise geht.“ Das seien Teams, die eher über den Kampf, über Robustheit und Physis als über das spielerische Moment kommen. „In diesen Spielen wollen wir weiter vorne pressen, um sie zu Fehlern zu zwingen, möglichst viele frühe Balleroberungen zu schaffen und so mehr Chancen und Anschlüsse zu kreieren“, betont der Trainer. „Es wird eine harte Rückrunde, aber wir werden alles versuchen, um in der Liga zu bleiben.“

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