27. Oktober 2020 / 19:57 Uhr

"Micky-Maus-Gericht": Türkgücü-Boss Max Kothny teilt gegen Pokal-Entscheidung pro Schweinfurt aus

"Micky-Maus-Gericht": Türkgücü-Boss Max Kothny teilt gegen Pokal-Entscheidung pro Schweinfurt aus

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny ist mit dem Schiedsgerichts-Urteil, dass der 1. FC Schweinfurt gegen Schalke 04 spielen darf, nicht einverstanden.
Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny ist mit dem Schiedsgerichts-Urteil, dass der 1. FC Schweinfurt gegen Schalke 04 spielen darf, nicht einverstanden. © imago images/Maik Hoelter/TEAM2sportphoto GbR/Montage
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Großer Frust bei Türkgücü München: Das Schiedsgericht des BFV hat die Teilnahme des 1. FC Schweinfurt am DFB-Pokal bestätigt - und den Münchnern damit einen juristischen Korb gegeben. Der Drittligist will diese Entscheidung nicht einfach so hinnehmen. Klub-Geschäftsführer Max Kothny teilt gegenüber dem SPORTBUZZER mächtig aus.

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Nach einem mehrwöchigen juristischen Gerangel darf wie ursprünglich geplant der 1. FC Schweinfurt 05 in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den Bundesligisten Schalke 04 antreten. Das entschied das Schiedsgericht des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) am Dienstag und wies damit eine Klage von Türkgücü München ab. Der Drittligist wollte anstelle des Regionalliga-Vereins Schweinfurt im finanziell lukrativen DFB-Pokal spielen und ging gegen die Nominierung durch den BFV vor. Das Schiedsgericht, das mit unabhängigen Richtern besetzt war, urteilte nun aber, dass eine entsprechende Corona-Regelung des BFV rechtens war.

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Diese Entscheidung bringt Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny mächtig auf die Palme. "Wir waren vor riesigen Gerichten - und gehen nun zu einem Micky-Maus-Gericht, das mal eben eine zehnseitige Beschlussfassung vorlegt. Die Verhandlung hat im Sitzungssaal eines Hotels stattgefunden, unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das sagt doch alles aus", echauffiert sich der 23 Jahre alte Klub-Boss im Gespräch mit dem SPORTBUZZER.

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Die Entscheidung der höchsten Sportgerichtsbarkeit im Freistaat ist letztinstanzlich. Allerdings beschäftigte die Causa auch die Zivilgerichtsbarkeit, wo nach einem Urteil des Landgerichts München eine Revision vor dem Oberlandesgericht angestrebt wurde. Zunächst war unklar, ob dieses Verfahren die Pokal-Ansetzung noch beeinflussen kann oder ob es nur noch um mögliche Schadenersatzansprüche geht. Kothny kündigt nun an: "Es liegt ein schwerwiegender kartellrechtlicher Fehler vor. Wir werden das nicht auf uns sitzen lassen und den Fall vor dem Bundesgerichtshof prüfen lassen."

Kothny sauer: "Das ist so nicht zulässig"

Am Dienstagvormittag war eine Entscheidung des Bayerischen Obersten Landesgerichts öffentlich geworden, wonach der Streit um den bayerischen Pokal-Starter der Schiedsgerichtsbarkeit unterliegt. "Und jetzt halten wir es mit Franz Beckenbauer: geht's raus und spielt's Fußball", schrieb BFV-Präsident Rainer Koch am Abend bei Facebook. "Das wochenlange juristische Schauspiel ist seit wenigen Minuten final beendet." Die Partie der Schalker gegen Schweinfurt wurde für den Dienstag (16.30 Uhr, Sky) der nächsten Woche anberaumt. Doch Türkgücü-Boss Kothny lässt sich davon nicht beirren. "Es ist ein trauriger Tag für die Gerichtsbarkeit. Das ist so nicht zulässig", sagt er.