30. Juli 2020 / 12:45 Uhr

Abflug! Die Frauen und Männer des TKH wollen in die Bundesliga-Zwischenrunde

Abflug! Die Frauen und Männer des TKH wollen in die Bundesliga-Zwischenrunde

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Den Ball im
 Blick: Jana Peters spielt den Ball korrekt mit dem Unterarm.
Den Ball im Blick: Jana Peters spielt den Ball korrekt mit dem Unterarm. © Debbie Jayne Kinsey
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Die Freiluftsaison der Faustballer stand wegen der Corona-Krise auf der Kippe, doch sie findet statt - abgespeckt, in Turnierform. Für die Frauen des TK Hannover geht es am Sonntag auf eigenem Platz los. Läuft es nach optimal, kämpfen sie - wie auch die Männer - Mitte August um den Einzug ins Finalturnier.

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Wenn Faustballer Christos Michalakis schlägt, kann einem angst und bange werden wegen der Schwalben. Denn die fliegen an diesem regnerischen Trainingstag ganz tief auf dem Platz des TK Hannover an der Hasenheide. Michalakis’ Angriffsbälle fliegen, wenn sie nicht von einem Verteidiger gestoppt werden, sehr weit.

Und schnell. Sie sausen über den Rasen, setzen mehrfach auf und trudeln dann aus. Ähnlich schien das mit der Bundesliga zu laufen, wegen der Corona-Krise stand die Freiluftsaison auf der Kippe, schien im Nichts zu enden. Doch dann nahm sie wieder Fahrt auf, es wird gespielt. Und die TKH-Frauen haben im ersten Turnier am Sonntag ab 11 Uhr sogar Heimrecht.

Das Männerteam des TK Hannover für die neue Saison.
Das Männerteam des TK Hannover für die neue Saison. © Debbie Jayne Kinsey
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Das Erstschlagrecht haben jedoch die Männer mit dem roten Brustring. Sie starten am Wochenende bei der Berliner TS in die abgespeckte 1. Liga, die in Turnierform über die Bühne geht. Am gemeinsamen Trainingsabend beginnen die Männer eine halbe Stunde eher. „Ich liebe, wenn es regnet. Das ist genial, um viele Sachen zu üben“, sagt Coach Ole Hermanns. Es gibt immer wieder kurze Schauer, der Boden ist schnell, das macht die Sache deutlich schwieriger für die Abwehrspezialisten und eben gefährlicher für die Schwalben.

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Gelingt es einem Verteidiger, einen wuchtigen Ball von Michalakis zu entschärfen (das ist nur mit einem Arm erlaubt), gibt das stets aufmunternden Applaus. Dabei gefällt immer wieder Ole Brune, der zum erweiterten Kreis des Nationalteams gehört. Und in den hat sich inzwischen auch der 21-jährige Michalakis geschmettert. „Das hat er sich absolut verdient, für mich hat er den zweithärtesten Schlag der Bundesliga“, lobt Hermanns, der ebenfalls mittrainiert. Mit dabei sind in dieser Einheit zudem zwei von fünf Jugendlichen, um Erfahrungen zu sammeln.

Training bei den Faustballern des TK Hannover

Während die Männer ein Testspiel aufziehen, machen sich direkt nebenan die 15 Frauen warm. Platz gibt es an der Hasenheide genug. Der TKH hat je eine Mannschaft in der 1. und 2. Bundesliga Nord, Coach Susanne Schulz ist jetzt seit 16 Jahren ununterbrochen verantwortlich.

Gibt die Richtung an:
 Susanne Schulz.
Gibt die Richtung an: Susanne Schulz. © Debbie Jayne Kinsey

Ihre Töchter Karen und Maike gehören zur Erstligaformation. Abwehrspezialistin Charlotte Salzmann ist Weltmeisterin, mit Cindy Ristel ist eine weitere Nationalspielerin nach Babypause zurück. „Sportlich und auch sonst ist das eine tolle Truppe, sonst würde ich das nicht machen“, sagt die Trainerin. In ihrer roten Regenjacke sticht sie aus all dem Weiß hervor, gibt klare Anweisungen – meist mit einem Lächeln.

Voller Einsatz: Jugendspieler
 Laurens Wittek zeigt, wie es gemacht wird.
Voller Einsatz: Jugendspieler Laurens Wittek zeigt, wie es gemacht wird. © Debbie Jayne Kinsey

Wie Hermanns lässt sie ausgiebig Annahmen üben. Nur mit dem Unterarm ist das gar nicht so leicht und bisweilen unangenehm, daher tragen die Aktiven allesamt Shirts mit langem Arm. Der Ball darf vor jeder Berührung einmal aufspringen, nach drei Kontakten mit unterschiedlichen Spielern muss er übers Band zurückgespielt werden. Das klappt recht ordentlich bei den Frauen, die Trainerin ist zufrieden. Wer weiß, vielleicht geht da sogar etwas in Sachen erster Teilnahme an der deutschen Endrunde? „Das wäre natürlich super“, sagt Susanne Schulz und strahlt.

Platz zwei reicht für die Zwischenrunde

Die TKH-Frauen haben es zunächst mit dem TV Brettorf und dem VfL Kellinghusen zu tun, Platz zwei reicht zum Weiterkommen und die Zwischenrunde. Das erscheint ebenso machbar wie Platz drei am Samstag für die Männer in Berlin (Gegner: VfK Berlin, Ahlhorner SV und die Berliner TS). Läuft es nach Wunsch, kämpfen beide Teams Mitte August um den Einzug ins Finalturnier. Für die TKH-Schwalben bedeutet das, im Tiefflug an der Hasenheide weiter schön vorsichtig zu bleiben.