19. Mai 2020 / 13:53 Uhr

Ein deutscher Meister als Trainer: Robin Kothe übernimmt beim TuS Altwarmbüchen

Ein deutscher Meister als Trainer: Robin Kothe übernimmt beim TuS Altwarmbüchen

Ole Rottmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Früher erhielt Robin Kothe in Lemgo Anweisungen von Volker Mudrow, künftig gibt er sie in neuer Funktion als Trainer des TuS Altwarmbüchen.
Früher erhielt Robin Kothe in Lemgo Anweisungen von Volker Mudrow, künftig gibt er sie in neuer Funktion als Trainer des TuS Altwarmbüchen. © imago images/Claus Bergmann/privat
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Robin Kothe ist neuer Trainer des TuS Altwarmbüchen. Durch die Verpflichtung des 44-jährigen Ex-Bundesliga-Spielers erhofft man sich beim frisch gebackenen Landesligisten eine Menge. Eingefädelt wurde die Personalie von Timo Paternoga, der bereits unter dem deutschen Meister trainiert hat.

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Gut zu wissen, dass man sich auf seine Nachbarn verlassen kann. „Ohne die Hilfe aus Burgdorf hätte sich unsere Abteilung vor zwei Jahren vermutlich auflösen müssen“, sagt Dennis Witte. Der Handball-Abteilungsleiter des TuS Altwarmbüchen spricht deshalb auch ein großes Dankeschön in Richtung der TSV aus, die dem TuS mit Zeiten in der Sporthalle an der Grünewaldstraße aushalf, als dieser durch den Abriss der früheren Heimat am Helleweg plötzlich obdachlos war.

Paternoga nimmt den Kontakt auf

Und auch aktuell gab es Unterstützung aus der Handballhochburg der Region Hannover, als es darum ging, die Trainerstelle der ersten Männermannschaft neu zu besetzen. Das Engagement des bisherigen Übungsleiters war von Beginn an nur auf ein Jahr ausgelegt, da Sven Neumann sich nun im Jugendbereich eines anderen Vereins neu orientieren möchte.

TuS-Akteur Timo Paternoga – einer von mehreren Ex-Burgdorfern im Team – nahm daher frühzeitig Kontakt zu seinem einstigen Coach Robin Kothe auf, der seit seiner Zeit als Akteur der TSV in Burgdorf wohnt und dort bis vor zwei Jahren als Spielertrainer der dritten Mannschaft sowie ­Co-Coach der ­A-Junio­ren wirkte.

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„Die Landesliga hatte ich als Bedingung gestellt“, erklärt Kothe. Von 2002 bis 2005 lief er für den TBV Lemgo in der Bundesliga auf und wurde dort gleich in seiner ersten Saison deutscher Meister. Als klar war, dass der TuS nach dem Saisonabbruch als Tabellenzweiter der Regionsoberliga 2 aufsteigen darf, ging es dann schnell – und Kothe sagte zunächst für ein Jahr als Cheftrainer ab Sommer zu.

„Es waren angenehme Gespräche mit Robin“, sagt Witte, und Kothe ergänzt, dass ihn das Projekt beim TuS reize. „Für mich ist es kein weiter Weg nach Altwarmbüchen, ich kenne den TuS aus früheren Duellen in der Oberliga, und es sind viele junge Spieler dort, die alle noch etwas lernen wollen. Das ist ein Verein mit dem Umfeld und dem Potenzial, weiter oben zu spielen.“ In der Landesliga muss ja nicht Schluss sein.

„Es war schon komisch für mich so ganz ohne Handball“

Nach zweijähriger Pause ist der 44-Jährige nun voller Tatendrang. „Es war schon komisch für mich so ganz ohne Handball“, sagt Kothe. „Seitdem ich sechs war, hatte ich das ja nie.“ Sportlos verlief die Zeit dennoch nicht. Kothes Frau Anja – früher selbst hochklassig bei der HSG Blomberg-Lippe und der SVG Celle am Ball – trainiert zwei Jugendmannschaften in Burgdorf, denen auch die gemeinsamen Kinder Kjell und Mattis angehören. Robin Kothe begann überdies mit dem Tennis bei Grün-Gelb Burgdorf.

Gemeinsam mit Iker Romero (rechts) trainierte Robin Kothe den Nachwuchs der Recken.
Gemeinsam mit Iker Romero (rechts) trainierte Robin Kothe den Nachwuchs der Recken. © Volker Klein
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Doch nun begibt er sich wieder auf vertrautes Terrain. „Ich spiele gern eine 6:0-Abwehr“, kündigt der ­B-Li­zenz­in­ha­ber bereits an, worauf sich seine künftigen Spieler einstellen können. „Und in der Offensive sind mir einstudierte Auftakthandlungen wichtig.“ So ganz genau weiß er dennoch nicht, worauf er sich einlässt. Schuld ist Corona. „Im Moment kann man sich ja keine Spiele anschauen“, sagt der gebürtige Anderter. „Aber ich werde bald Videos bekommen, um die Spieler genauer kennenzulernen.“

Kontakt in höhere Regionen besteht nach wie vor

Die alten Verbindungen des Mitarbeiters der Sparkasse Burgdorf ins Lipperland bestehen nach wie vor. „Mein bester Freund wohnt in Lemgo, und zu Florian Kehrmann (aktueller TBV-Trainer, Anm. d. Red.) und meinem früheren Zimmerpartner Jörg Zereike (Geschäftsführer, Anm. d. Red.) habe ich weiterhin guten Kontakt“, sagt Kothe.

Zwei Handball-Legenden der Region unter sich: Robin Kothe (links) und Jörg-Uwe Lütt bei ihrem Abschiedschiedsspiel in Burgdorf im April 2008.
Zwei Handball-Legenden der Region unter sich: Robin Kothe (links) und Jörg-Uwe Lütt bei ihrem Abschiedschiedsspiel in Burgdorf im April 2008. © Florian Petrow

Dass die Altwarmbüchener künftig von einem erfolgreichen früheren Bundesliga-Akteur angeleitet werden, könne sich nur positiv auswirken, meint Witte: „Robin ist ein ambitionierter Trainer. Und wenn man sieht, mit welchen Ikonen er zusammengespielt hat; so was schafft neue Anreize und sollte jeden im Team beflügeln.“ Auch Robin Kothe sieht darin einen Vorteil. „Einem Trainer, der höher gespielt hat, nehmen die Jungs bestimmte Dinge eher ab“, sagt er. „Aber ich werde da jetzt bestimmt nicht mit irgendwelchen Allüren rangehen.“

Als Spielertrainer in der neuen Halle?

Ob die Altwarmbüchener auf noch weitere Burgdorfer Unterstützung zählen müssen, ist bislang ungewiss. „Mein letzter Stand von der Gemeinde ist, dass der Hallenbau weiter im Plan ist“, sagt Witte. Hoffnung besteht also, dass Kothe und sein neues Team am Helleweg in die Landesliga starten können.

Ob der Neuzugang dann ausschließlich am Rand steht oder auch mal auf dem Feld mitmischen wird, ist noch nicht entschieden. Abgänge wird es keine geben, und „jede Position ist doppelt besetzt“, sagt der neue Coach, um jedoch lachend zu ergänzen: „Aber ein paar Minuten könnte ich mir schon vorstellen.“