21. Januar 2020 / 15:02 Uhr

Im Porträt: Das ist Double-Sieger TuS Davenstedt (mit den schönsten Jubel-Bildern)!

Im Porträt: Das ist Double-Sieger TuS Davenstedt (mit den schönsten Jubel-Bildern)!

Jannik Meyer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der TuS Davenstedt hat in der Saison 2019/20 schon reichlich Grund zum Jubeln gehabt.
Der TuS Davenstedt hat in der Saison 2019/20 schon reichlich Grund zum Jubeln gehabt. © Stefan Zwing/Debbie Jayne Kinsey/Sascha Priesemann
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Überraschungssieg beim SPORTBUZZER Cup im Juni, Überraschungssieg beim SPORTBUZZER Masters jetzt im Januar - Bezirksligist TuS Davenstedt hat in dieser Saison schon für reichlich Furore gesorgt. Wie kommt das? SPORTBUZZER-Mitarbeiter Jannik Meyer ist mit Teammanager Thomas Scheer auf Spurensuche gegangen.

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Der TuS Davenstedt ohne Christian Pöppler und Thomas Scheer? Das ist mittlerweile kaum mehr vorstellbar. Pöppler leitet die Mannschaft seit mittlerweile sieben Jahren, er hat wenig überraschend maßgeblichen Anteil daran, dass sich die erste Mannschaft in der Bezirksliga etabliert hat - und nun durch den überraschenden Erfolg beim SPORTBUZZER Masters 2020 präsentiert von TOTO - der Fußballwette von LOTTO Niedersachsen sogar Historisches geschafft. Denn im Sommer hatte der TuS schon den SPORTBUZZER Cup gewonnen.

Mit 25 ist für Scheer (vorerst) Schluss

Vor seiner Zeit als Trainer lief Pöppler als Spieler für Davenstedt auf. Sein Mitstreiter ist bereits seit dem Jahr 1970 in dem Verein aktiv. Zunächst selbst als Spieler in der Jugend, dann in der erste Herrenmannschaft. Doch bereits mit 25 Jahren ging es mit Scheer und dem Fußball vorerst nicht mehr weiter. Seine siebte (!) Knie-OP zwang ihn dazu, mit dem Sport aufzuhören.

Doch auch wenn er sich aus privaten Gründen etwas vom Fußball entfernte, verlor Scheer den TuS Davenstedt nie aus den Augen. Und seit inzwischen auch schon wieder zehn Jahren ist er wieder ein wichtiger Bestandteil Klubs. Obwohl er in Laatzen wohnt, ist Scheer im Laufe der Jahre kontinuierlich an das Team herangewachsen, seit letztem Jahr ist er Teammanager. „Der kleine Fußball ist meine Welt. Ich identifiziere mich total mit dem TuS“, sagt der 56-Jährige. Scheer und Pöppler – die beiden leben den Verein wie wohl sonst kaum jemand.

SPORTBUZZER Cup 2019 und SPORTBUZZER Masters 2020 - der TuS Davenstedt hat das Double geholt. Das sind die schönsten Bilder:

Jubel-Bilder vom Double-Sieger TuS Davenstedt Zur Galerie
Jubel-Bilder vom Double-Sieger TuS Davenstedt ©
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Beide sind verrückt nach dem TuS Davenstedt. Das verdeutlicht auch der Zeitaufwand, den sie ehrenamtlich in den Verein stecken. Scheer ist bei jeder Trainingseinheit vor Ort, selbstredend auch bei den Spielen. Doch auch nach dem Abpfiff ist der „Arbeitstag“ für den 56-Jährigen noch längst nicht beendet. Während der Begegnungen schießt er regelmäßig Fotos - und die wollen hinterher bearbeitet und auf der Facebook-Seite der Mannschaft hochgeladen werden, was ihn bis zu fünf Stunden kostet.

"Pöppi ist der Urvater des Erfolgs"

„Ich kann mir nicht vorstellen, diesen Aufwand für einen anderen Verein zu betreiben“, verrät er dem SPORTBUZZER. In den Vordergrund rücken möchte Scheer sich und seine Arbeit indes nicht: „Ohne Pöppi wäre der Verein längst nicht dort, wo er heute ist. Ihm ist zu verdanken, dass wir Spieler wie Fabian Pietler in unseren Reihen haben. Pöppi ist der Urvater des Erfolgs.“

Besonders die Philosophie, mit der Pöppler in Davenstedt Fußball spielen lässt, begeistert Scheer vollends. „Das Team steht bei uns ganz oben. Die Jungs sollen sich nur darauf konzentrieren, Fußball zu spielen“, erläutert der Teammanager.

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Ein wichtiger Aspekt für die Außendarstellung ist die Trainingsausrüstung. Jeder Spieler hat seine Trainingspullover, T-Shirts, Stutzen und Hosen vom TuS mit seinen Initialen. Auch Gastspieler bekommen direkt die passende Kluft für den einheitlichen Auftritt.

Es gibt ein Team für das Team

Während das für eine Bezirksliga-Mannschaft vermutlich nicht komplett ungewöhnlich ist, ist das definitiv nicht Usus in der Bezirksliga: Nach den Trainingseinheiten können die Spieler ihre Kleidung am Platz liegen lassen, „das Team für das Team“ wäscht die komplette Trainingskleidung. Beim nächsten Training liegt diese dann wieder frisch gewaschen auf dem Platz der Spieler.

„Das Team für das Team“ – so nennen sich die vier Verantwortlichen beim TuS. Sie ermöglichen es den Spielern, dass sich diese komplett auf das Sportliche fokussieren können. Neben Pöppler und Scheer ist das zum einen Patrick Wegener, der als Torwarttrainer zum Saisonbeginn von der SG Letter 05 zum TuS gekommen sind. Er fordert und fördert die Keeper mit seiner langen Erfahrung als Oberligatorhüter unter anderem beim SV Arminia Hannover und Langenhagen.

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Kirchdorfs Jan-Erik Berkenkamp köpft ein zum zwischenzeitlichen 3:1, SV Wilkenburgs Keeper Burhan Öztürk ist chancenlos, trifft mit dem Fuß nur die Nase des Kirchdorfers. Zur Galerie
Kirchdorfs Jan-Erik Berkenkamp köpft ein zum zwischenzeitlichen 3:1, SV Wilkenburgs Keeper Burhan Öztürk ist chancenlos, trifft mit dem Fuß nur die Nase des Kirchdorfers. ©

Güngör Uzman fungiert als Co-Trainer. Die besondere Aufgabe Uzmans besteht beispielsweise darin, die A-Junioren an die erste Mannschaft heranzuführen. Auf die Nachwuchsarbeit wird in Davenstedt großer Wert gelegt, nicht umsonst sind sieben Spieler aus dem aktuellen Kader in der eigenen Jugend ausgebildet worden. Diverse A-Junioren nehmen einmal pro Woche am Training von Pöppler teil.

Aufstieg? Warum nicht!

Durch die hervorragenden Bedingungen sind in Davenstedt die eigenen Ansprüche gestiegen. „Auch wenn wir wissen, dass es ein schwieriger Sprung wird, wollen wir, so schnell es geht, in die Landesliga aufsteigen“, sagt Scheer. Am liebsten noch in dieser Saison: „Trotz unseres Rückstands sehe ich noch eine Chance auf den Aufstieg. Klar ist aber, dass wir für unser großes Ziel in der Rückrunde kein Spiel mehr verlieren dürfen.“

Besonders dem direkten Duell mit Primus VfR Evesen misst der Teammanager Bedeutung zu. „Das müssen wir auf jeden Fall gewinnen. Und dann werden wir Evesen an jedem Spieltag unter Druck setzen“, gibt sich Scheer selbstbewusst. Aktuell belegt der TuS Platz sechs in der Bezirksliga 3. Aber wenn nicht in dieser märchenhaften Saison mit dem Double-Sieg, wann dann sollte eine furiose Aufholjagd von Erfolg gekrönt sein? Reichlich Rückenwind jedenfalls haben die Davenstedter jetzt.

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