18. Januar 2020 / 23:11 Uhr

Der Außenseiter ist Doublesieger: TuS Davenstedt gewinnt auch das SPORTBUZZER Masters 2020

Der Außenseiter ist Doublesieger: TuS Davenstedt gewinnt auch das SPORTBUZZER Masters 2020

Robin Schwitzer und Christoph Hage
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der TuS Davenstedt gewinnt das SPORTBUZZER Masters 2020.
Der TuS Davenstedt gewinnt das SPORTBUZZER Masters 2020. © Sascha Priesemann
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Einer der Außenseiter setzt sich durch: Der TuS Davenstedt gewinnt das Neunmeterschießen im Finale des SPORTBUZZER Masters 2020 gegen Oberligist Germania Egestorf/Langreder. Der Bezirksligist gewann im Sommer schon den SPORTBUZZER-Cup 2019.

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Nachdem Dodzi-Julio Kotchi den entscheidenen Neunmeter verwandelte, waren die Davenstedter nicht mehr zu halten. „Doublesieger, Doublesieger!“, schallte es durch die gesamte Swiss Life Hall. Der Bezirksligist hat ein denkwürdiges SPORTBUZZER Masters 2020 präsentiert von TOTO - der Fußballwette von LOTTO Niedersachsen für sich entschieden. Im Finale setzten sich der TuS sensationell gegen Oberligist 1. FC Germania Egestorf/Langreder durch.

Und es hätte nicht spannender sein können: Nach 15 Minuten stand es 2:2 im Endspiel. Nico Berg und Marko Ilic trafen für Germania, für Davenstedt waren Bernard Baruti und Tayfun Gürer erfolgreich. Und so wurde im entscheidenden Neunmeterschießen Davenstedts Mr. Sixpack Kotchi zum Helden. „Heute ist Abriss!“, gab Davenstedts Kapitän Fatih Yildizadoymaz die Marschroute für den Abend vor.

Bilder vom SPORTBUZZER Masters 2020 präsentiert von TOTO - der Fußballwette von LOTTO Niedersachsen von der Stimmung und vom Drumherum

Die Fans des TSV Stelingen starten die Konfettikanone. Zur Galerie
Die Fans des TSV Stelingen starten die Konfettikanone. ©

Rudelbildung im Halbfinale

Und im Endspiel war richtig Feuer drin. Was nicht zuletzt an den Zuschauern lag. „Germania-Rufe“ vor dem Finale wurden mit Pfiffen quittiert. Auch als die Mannschaft den Kunstrasen betrat, gab es ein gellendes Pfeifkonzert. Das sollte sich in den gesamten 15 Minuten nicht ändern. Die komplette Halle war gegen Egestorf. Was war passiert?

Auslöser war eine Szene im Halbfinale drei Sekunden vor Schluss. Egestorf führte gegen den Koldinger SV mit 2:1, als Michael Jarzombek einem Germania-Spieler unnötig hart in die Beine ging. Die Aktion spielte sich direkt vor der Egostorfer Bande ab - und entfache eine Rudelbildung. Ein Egestorfer schubste Jarzombek so unglücklich, dass dieser mit dem Kopf an die Bande knallte. Jarzombek blieb bewusstlos liegen und musste über 20 Minuten von Sanitätern behandelt werden. Schließlich wurde er abtransportiert und ins Krankenhaus gebracht.

„Es war eine runde Sache mal wieder. Jetzt hoffen wir, dass Jazo glimpflich aus der Sache herauskommt“, sagte Koldingens Co-Trainer Ali Varol nach dem Turnier. „Ich glaube, die ganze Aktion war von Egestorfer Seite unnötig. Das sah auf jeden Fall nicht gut aus. Da muss man jetzt die Untersuchung abwarten“, so der Koldinger, der seinen Chef noch am selben Abend im Friederikenstift besuchen wollte. „Dem Spieler geht es den Umständen entsprechend gut“, sagte Moderator Christoph Dannowski.

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Lassen ihren Erfolgstrainer Christian Pöppler hochleben: die Spieler des TuS Davenstedt.  Zur Galerie
Lassen ihren Erfolgstrainer Christian Pöppler hochleben: die Spieler des TuS Davenstedt.  ©

Pöppler hat eine "Vision"

Das Turnier wurde fortgesetzt und fand mit Davenstedt seinen fünften Sieger bei der fünften Auflage. Nach dem Sieg beim SPORTBUZZER-Cup im Sommer der zweite Streich der Davenstedter. Und Trainer Christian Pöppler hatte sogar eine Vorahnung gehabt. „Weil wir in der Quali nicht richtig da waren, mussten wir das Masters gewinnen“, berichtete TuS-Trainer Christian Pöppler mit einem Augenzwinkern „von einer Vision“.

Sein erster Weg führte den Doublesieger in die vereinseigene Kabine. „Da steht ein Kühlschrank voller Getränke“, sagte Co-Trainer Thomas Scheer. „Ich weiß nicht, was die Jungs heute noch vorhaben. Ich muss wahrscheinlich auch noch eine halbe Stunde mit, aber nicht länger!“, so Pöppler. Ob man ihm da beim Wort nehmen kann?

"Der Glücklichere hat gewonnen. Wir hätten es vorher besser ausspielen müssen mit einem Mann mehr. Das haben wir nicht gut gemacht", sagte Germanias Co-Trainer Antonios Agaoglu nach dem Finale. 90 Sekunden vor Schluss agierte seine Mannschaft in Überzahl, die Davenstedter schmissen alles rein und wurden belohnt.

Zuvor schaltete der TuS, der schon in der Gruppe auf Germania trafen und mit 0:3 verloren, im Viertelfinale die TuSpo Schliekum aus - 4:1 hieß es am Ende. Generell kam der Bezirksligist erst in der K.o-Runde erst so richtig in Fahrt. Im Halbfinale spielten sie ein 1:0 souverän gegen den TSV Krähenwinkel/Kaltenweide runter und zogen ins Endspiel ein. Der Ausgang ist bekannt.

Bilder vom SPORTBUZZER Masters 2020 präsentiert von TOTO - der Fußballwette von LOTTO Niedersachsen aus den Spielen des Halbfinales

Krähenwinkels Marcel Kunstmann (Mitte) schießt auf das Davenstedter Tor. Zur Galerie
Krähenwinkels Marcel Kunstmann (Mitte) schießt auf das Davenstedter Tor. ©

Knaller im Viertelfinale

Schon im Viertelfinale kam es zu einem echten Knaller! Germania Egestorf traf auf Eintracht Celle - und da war mächtig Qualität im Spiel. Ein Favorit musste vorzeitig die Segel streichen. Es erwischte den MTV Eintracht Celle. Germania besiegte den Qualifikationsersten mit 3:1 - Tigrinho und Dominik Behnsen (Doppelpack) brachten die Deisterstädter auf die Siegerstraße. Zum Turniersieg sollte es dennoch nicht reichen.

Überraschend: Die Hallenspezialisten vom TSV Barsinghausen schieden wie Celle im Viertelfinale aus. Gegen den Koldinger SV verloren die Deisterstädter mit 0:2.

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Egestorfs Lorenzo Paldino applaudiert seinen Teamkollegen zu. Zur Galerie
Egestorfs Lorenzo Paldino applaudiert seinen Teamkollegen zu. ©

„Wir hatten die Chance, Celle rauszuschmeißen“

Und sonst so? In der Gruppe A überraschte die TuSpo Schliekum. Im Auftaktspiel fegten die Sarstedter den MTV Ilten mit 5:0 weg - auch gegen den Mitfavoriten MTV Eintracht Celle holten die Schliekumer ein 1:1. Damit stand der Einzug ins Viertelfinale fest. Celle selbst zitterte sich mit zwei Unentschieden in die nächste Runde. Für Neuling MTV Ilten war in der Vorrunde Schluss. „Das erste Spiel haben wir völlig verpennt, da war das Zutrauen in die eigenen Stärken nicht so da. Im zweiten Spiel haben alle gesehen, dass wir jeden schlagen können. „Wir hatten die Chance, Celle rauszuschmeißen“, sagte Iltens stellvertretender Kapitän Tielle Nolte. Ihr Masters-Debüt konnte sich auf alle Fällen sehen lassen - unter tosendem Applaus wurden sie von ihren Fans verabschiedet. „Natürlich sind wir erstmal traurig, aber wir können stolz sein auf das, was wir erreicht haben“, sagte Nolte.

Spannend wurde es in der Gruppe B zwischen dem TuS Davenstedt und dem FC Lehrte. Wer würde Germania Egestorf ins Viertelfinale folgen? Das Rennen machte Davenstedt. Der Sieg des Bezirksligisten gegen den FC sicherte den Einzug ins Viertelfinale. Die sonst so starken Lehrter Hallenkicker schieden ohne Punkt aus. Da konnte auch der inzwischen 39-jährige Patrick Heldt nichts ändern. Sichtlich geknickt verließen die Lehrter den Kunstrasen. „Wenn du im ersten Spiel nicht da bist, dann geht halt nicht mehr viel“, so Heldt. „Wir waren das dritte Mal dabei, es ist immer wie schön“, lobte der 39-Jährige die Organisation des Events. Oberligist 1. FC Germania Egestorf/Langreder marschierte souverän durch die Gruppenphase.

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Tolle Unterstützung der Fans

Erstmals richtig hitzig wurde es in der Gruppe C in der Partie zwischem dem TSV Barsinghausen und TuS Harenberg. Nach vier Minuten kam es zur ersten kleinen Rudelbildung. Schließlich ging es auch um den Einzug in die nächste Runde. „Der Schiedsrichter war nicht unser Freund. Wir kriegen zwei Strafen über die man diskutieren kann“, sagte Harenbergs Trainer Pascal Biank nach dem Spiel.

Beide Mannschaften wurden von ihren Fans nach vorne gepeitscht - das Rennen machte am Ende der TSV Barsinghausen. Die Hallenspezialisten setzten sich mit 2:1 durch. Damit war auch der zweite Debütant vorzeitig ausgeschieden. „Wir haben nicht gut gespielt“, wusste Biank. Nach dem Masters ging es für die Harenberger noch in die Kneipe. „Die machen extra für uns auf, da lassen wir den Abend ausklingen.“

Weil Stelingen und Barsinghausen Punkt und torgleich waren, wurde der Gruppensieg durch Neunmeterschießen ermittelt - Stelingen hatte die Nase vorn, TSV-Keeper Darwin Voigt parierte zwei Neunmeter. „Gruppensieger, Gruppensieger, hey hey!“, skandierte der Stelinger Anhang.

Bilder vom SPORTBUZZER Masters 2020 präsentiert von TOTO - der Fußballwette von LOTTO Niedersachsen aus den Spielen der Gruppe C

Der TSV Stelingen jubelt nach einem Treffer. Zur Galerie
Der TSV Stelingen jubelt nach einem Treffer. ©
SPORTBUZZER Masters 2020: Das finale Neunmeterschießen zwischen Egestorf/Langreder und Davenstedt

Bilder vom SPORTBUZZER Masters 2020 präsentiert von TOTO - der Fußballwette von LOTTO Niedersachsen aus den Spielen der Gruppe D

Emile Sogan (l) vom FC Springe gewinnt das Kopfballduell Zur Galerie
Emile Sogan (l) vom FC Springe gewinnt das Kopfballduell ©

Bilder vom SPORTBUZZER Masters 2020 präsentiert von TOTO - der Fußballwette von LOTTO Niedersachsen aus den Spielen der Gruppe B

Davenstedts Tayfun Gürer zieht ab, Lehrtes Tayfun Dizdar kommt zu spät. Zur Galerie
Davenstedts Tayfun Gürer zieht ab, Lehrtes Tayfun Dizdar kommt zu spät. ©

Bilder vom SPORTBUZZER Masters 2020 präsentiert von TOTO - der Fußballwette von LOTTO Niedersachsen aus den Spielen der Gruppe A

Schliekums Dominic Wolter kämpft mit Iltens Ole Fieweger um den Ball.  Zur Galerie
Schliekums Dominic Wolter kämpft mit Iltens Ole Fieweger um den Ball.  ©

Springe als einziger Kreisligist dabei

In der Gruppe D präsentierte sich der Koldinger SV von Beginn an in prächtiger Form. Zum Auftakt gab es für das Team von Michael Jarzombek einen 7:0-Kantersieg gegen Springe. Auch gegen den TSV Krähenwinkel/Kaltenweide setzten sich die Koldinger durch (4:1). Gut für die Krähen: Der eine Punkt, den das Team von Pascal Preuß gegen Springe einfuhr, reichte aufgrund des deutlich besseren Torverhältnisses gegenüber Springe für das Weiterkommen. „Wir haben eine super Hallenrunde gespielt. Es spricht Bände, dass wir als einziger Kreisligist dabei waren. Das gibt uns Rückenwind für die Rückrunde“, sagte Springes Trainer André Buchholz nach dem Ausscheiden.

Lautstark wurde es vor allem bei den Spielen vom TSV Stelingen. Mit Fahnen, Trommeln und Konfetti unterstützen die Anhänger ihre Hallenkicker. Und die zahlten das vor allem in der Vorrunde mit einer starken Leistung zurück. Auch die Springer konnten sich auf lautstarke Stimmung ihrer Fans verlassen. Auch nach dem 0:7 gegen Titelverteidiger Koldinger SV, der gleichbedeutend mit dem Turnieraus war, feierten sie ihre Mannschaft. Ebenfalls wieder mit vielen Anhängern dabei: der TSV Barsinghausen und MTV Eintracht Celle.

Und insgesamt war es richtig voll in der Swiss Life Hall. 2400 Zuschauer fanden am Samstag den Weg in die Halle und sorgten für richtig gute Stimmung, die im Finale zugunsten der Davenstedter kippte. Grund genug für den Bezirksligisten, den Titel zu holen. Fehlt nach dem Doublesieg eigentlich nur noch die Titelverteidigung im nächsten Jahr - das ist in fünf Jahren Masters-Geschichte allerdings noch keinem Sieger gelungen.