16. Juli 2021 / 12:50 Uhr

TuS Ehra-Lessien II sorgt für Freude in Gambia mit Bayern-Trikots

TuS Ehra-Lessien II sorgt für Freude in Gambia mit Bayern-Trikots

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Bayern München, Deutsche Fußball-Nationalmannschaft, FC Barcelona: Kinder in Gambia tragen die von Heiko Kiene und dem TuS Ehra-Lessien (kl. B.) gesammelten Trikots.
Bayern München, Deutsche Fußball-Nationalmannschaft, FC Barcelona: Kinder in Gambia tragen die von Heiko Kiene und dem TuS Ehra-Lessien (kl. B.) gesammelten Trikots. © Privat
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Der TuS Ehra-Lessien II sammelte Trikot-Spenden, um Kinder in Gambia zu unterstützen. Trainer Heiko Kiene war erst skeptisch, ob die Ware im Bestimmungsland ankommt. Tolle Nachricht: Das Paket kam an, sorgte für Freude bei den Kindern im westafrikanischen Zwergstaat.

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Trikots für die Heimat: Die zweite Mannschaft des TuS Ehra-Lessien wird in der kommenden Saison nicht mehr zum Punktspielbetrieb antreten, dennoch wird das aus geflüchteten Menschen bestehende Team weiterhin unter Trainer Heiko Kiene trainieren. Um nicht nur die aus Afrika stammenden Spieler zu unterstützen, sondern auch Menschen in ihrer Heimat, organisierte Kiene Trikot-Spenden, die dorthin verschifft wurden.

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„Ein Spieler aus Gambia kam auf mich zu und fragte, ob wir gebrauchte Trikots nach Gambia schicken können“, sagt Kiene. Der TuS-Trainer war skeptisch, wie und ob die Trikots dort überhaupt ankommen würden. Aber: Ende gut, alles gut. Nach zwei Monaten erhielt er Bilder und Videos von glücklichen Kindern, die in Trikots des FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft gegen den Ball treten. „Zu sehen, wie die Kinder im Sand Fußball spielen, das ist toll“, sagt Kiene. Gambia ist der kleinste Staat des afrikanischen Festlandes und zählt zu den ärmsten Ländern der Welt.

TuS Ehra-Lessien Trikot-Spende Gambia

Die gebrauchten Trikots wurden nicht mit der Post nach Gambia verschickt, sondern gingen auf einem Container-Schiff zusammen mit Autos auf die weite Reise. Kiene plant eine weitere Sammlung an gebrauchter Ausrüstung (Trikots, Hosen, Stutzen) zu versenden. "Dabei ist es egal, ob es Trikots von Bayern München, dem MTV Isenbüttel oder MTV Hattorf sind. Die Kinder freuen sich mit Sicherheit riesig darüber", so der TuS-Trainer.

Allerdings ist Kiene sich nicht sicher, ob die Fuhre erneut ihren Bestimmungsort erreicht, deshalb fragte er nur im engen Freundes- und Bekanntenkreis nach Spenden. Der Trainer hofft darauf, jemanden zu finden, mit dessen Hilfe er die Ware nachverfolgen kann, „um zu überprüfen, ob die Trikots auch wirklich dort ankommen".

Dass seine Mannschaft aufgrund zu weniger Spieler in der kommenden Saison nicht in der 2. Kreisklasse Gifhorn auflaufen wird, macht Kiene traurig. „Wir hatten uns dort nach dem Aufstieg gut verkauft.“ Doch es habe auch etwas Positives, denn es zeigt, dass sich die Spieler gut integrieren. „Einige wohnen nun in benachbarten Orten wie Knesebeck, Hankensbüttel oder Wittingen und haben sich anderen Vereinen angeschlossen“, so Kiene, für den klar ist: „So oder so, wir werden die Mannschaft beibehalten, denn es ist auch ein Halt für die Jungs.“

In Zukunft kann Kiene sich gut vorstellen, wieder eine Mannschaft für den Spielbetrieb anzumelden. Dafür benötigt er aber mehr Personal, denn: "Wenn ich etwas mache, dann werde ich das hundertprozentig durchziehen, weil ich keine Mannschaft mitten in der Saison abmelden möchte."