25. Dezember 2021 / 12:13 Uhr

Qualität statt Quantität: Garbsen hat "fünf Feldspieler zu wenig", aber marschiert

Qualität statt Quantität: Garbsen hat "fünf Feldspieler zu wenig", aber marschiert

Nicola Wehrbein
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Etwas mehr als zwei Handvoll guter Männer sind für den TuS Garbsen genug, um die Bezirksliga 4 zu dominieren.
Etwas mehr als zwei Handvoll guter Männer sind für den TuS Garbsen genug, um die Bezirksliga 4 zu dominieren. © Christian Hanke
Anzeige

"Wir haben definitiv fünf Feldspieler zu wenig", sagt Martin Kummer, Trainer des TuS Garbsen. Und doch ist seine Mannschaft geradezu durch die Bezirksliga 4 marschiert, sie blieb ungeschlagen und darf trotz Personalnot vom Aufstieg in die Landesliga träumen.

„Auf alle Fälle brauchen wir noch personelle Verstärkung, wir haben definitiv fünf Feldspieler zu wenig.“ Trainer Martin Kummer und der TuS Garbsen sind aktuell auf der Suche. Aber es sei halt grundsätzlich nicht so einfach, neue Spieler dazuzugewinnen, meint Kummer. „Außerdem muss es ja auch sportlich, spielerisch und menschlich passen.“ Noch sei nichts spruchreif in puncto Zugängen.

Anzeige

Obschon die Garbsener in keiner Partie der Vorrunde mehr als zwei Mann auf der Bank hatten, sind sie ungeschlagen mit einer Ausbeute von 38 Punkten als souveräner Spitzenreiter durch die Bezirksliga 4 gerauscht – und gehen im Frühjahr als einer der Favoriten ins Aufstiegsrennen.

Mehr Berichte aus der Region

50 Tore stehen für den TuS Garbsen zu Buche, zwölf Treffer gehen auf das Konto von Stürmer Dustin Quast, Kapitän Felix Avila zielte acht Mal ins Schwarze. Doch die Formation vom Kochslandweg überzeugte nicht nur mit geballter Offensivpower und einer enormen Effizienz im Abschluss, sondern trumpfte überdies mit einer sattelfesten Abwehr auf. „Wir haben zwar nicht viele Spieler, sind aber qualitativ sehr gut aufgestellt“, sagt Kummer.


Einer für alle, alle für einen: Neben der individuellen Klasse ist der großartige Teamgeist ein wichtiger Faktor des grün-weißen Erfolges. Und die Gewinnermentalität. „Unsere Jungs hören nie auf, die machen weiter und weiter. Nach einem Rückstand konnten wir immer noch eine Schippe drauflegen und das Ding drehen“, lobt Kummer, „das zeichnet uns diese Saison aus.“

Hochzeitsfieber beim TuS

Bitter war, dass der Mittelfeldakteur Devin Wutke sich bereits zum dritten Mal das Kreuzband gerissen hat. Das erst 19-jährige Sturmjuwel Xelat Atalan und Youngster Niklas Preuß fielen gleichsam lange Zeit verletzt aus. Und dann brach auch noch das Hochzeitsfieber beim TuS aus.

„Robin Rack und Sven Sulowski haben geheiratet, mindestens dreimal, und gefühlt haben sie sechsmal Polterabend gefeiert. Zumindest waren die beiden an den Wochenenden nur selten da“, sagt Kummer. In der Aufstiegsrunde dürfte hingegen bis auf Wutke wieder mit allen Akteuren zu rechnen sein.

Bilder vom Spiel der Bezirksliga 4 zwischen dem TuS Garbsen und TSV Kolenfeld

Garbsens Felix Avila (links) pustet durch und versucht, dem Kolenfelder Nick Pape zu entwischen. Zur Galerie
Garbsens Felix Avila (links) pustet durch und versucht, dem Kolenfelder Nick Pape zu entwischen. ©

Und mit dem einen oder anderen Neuzugang. „Insbesondere auf der Torwartposition suchen wir händeringend. Wir haben mit Kai-Patrick Bäte einen hervorragenden Keeper, aber eben auch nur den einen“, so der Coach. Doch seine Mannschaft sei gut aufgestellt und für die kommenden Aufgaben gewappnet.

„Aktuell sind wir in der Winterpause, treffen uns aber oft sonntags zum Kicken. Anfang Februar beginnen wir mit der Vorbereitung“, sagt Kummer, der vom spielenden Co-Trainer und „Dauerbrenner“ Daniel Thomaschewski unterstützt wird.

Wiederholung gern gesehen

Voraussichtlich starten die Garbsener mit einem Auswärtsduell bei der SV Arnum in die Aufstiegsrunde, am 2. Spieltag geht es laut vorläufigem Plan daheim gegen den SV BE Steimbke. „Danach wissen wir jedenfalls, wo wir stehen. Steimbke ist aus meiner Sicht die spielstärkste Mannschaft in unserer Konkurrenz“, meint Kummer. In den neun Partien sei alles machbar, „wir sind auf einem guten Level und müssen uns nicht verstecken“.

Schafft der TuS es noch einmal? Im Sommer 2014 gelang Justin Fehder und Co. der Aufstieg in die Landesliga, aus der Elf von damals sind auch heute noch einige Akteure im Garbsener Dress am Ball. Vielleicht wiederholt sich die Fußballgeschichte in einigen Monaten – aber das ist momentan noch Zukunftsmusik.