30. März 2021 / 21:09 Uhr

TuS Jahn Lindhorst freut sich über die Rückkehr der Sydow-Brüder

TuS Jahn Lindhorst freut sich über die Rückkehr der Sydow-Brüder

Uwe Kläfker
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
Ein Bückeburger Dreierpack für den TuS Jahn Lindhorst: Miles (rechts, zuletzt TSV Algesdorf), Marvin (Mitte) und Jan-Malte wechseln alle zu ihrem Heimatverein. fotos: dak, uk
Die Sydow-Brüder Jan-Malte, Marvin und Miles spielen in der neuen Serie beim TuS Jahn Lindhorst. © uk, dak
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Team aus der 1. Kreisklasse gelingt Transfer-Coup / Spartenleiter Thorsten Langer und Coach Volker Krause haben noch eine Überraschung parat.

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Der Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft – und voller Überraschungen. „Wenn wir zu mal dritt in einer Mannschaft spielen, das wäre was“, sagte Miles Sydow dem Sportbuzzer im August 2019.

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Damals kickte er noch in der Landesliga beim VfL Bückeburg. Nun spielt er bald mit seinen Brüdern Marvin und Jan-Malte zusammen. Jedoch nicht beim VfL. Miles, der seit dem vergangenen Sommer beim TSV Algesdorf in der Bezirksliga die Schuhe schnürte, wechselt gemeinsam mit seinen Geschwistern zum TuS Jahn Lindhorst in die 1. Kreisklasse.

Für das Trio geht es damit zurück zum Heimatverein, wo es bis zu den C-Junioren aktiv war und auch heute immer noch wohnt. „Janni und Marvin haben sich zu dem Schritt entschieden, weil sie in Bückeburg nicht mehr glücklich waren“, berichtet Miles. Jan-Malte, der jüngste, wechselte als B-Jnunior zum VfL, spielte zuletzt in der A-Junioren-Niedersachsenliga. Marvin lief meist in der zweiten Mannschaft unter Steffen Potthast in der Bezirksliga auf. „Sie haben mich gefragt, ob ich nicht auch Lust hätte, wieder beim Heimatverein zu spielen.“ Keine leichte Entscheidung für den 20-Jährigen.

„Ich habe lange überlegt, weil ich in Algesdorf wirklich glücklich war.“ Die Möglichkeit mit seinen Brüdern endlich zusammen zu spielen, war jedoch verlockender. Vielleicht hatte auch Vater Karsten seine Finger ein wenig mit im Spiel – auch er war früher lange Jahre für den TuS Jahn im Einsatz. Der Algesdorfer Coach Timo Nottebrock zeigt Verständnis: Schade, aber wenn jemand mit seinen Brüdern beim Heimatverein spielen will, dann ist das so.“

Wir haben die Spieler zurückbekommen

Sportlich ist der Gang in die 1. Kreisklasse für Miles, Marvin und Jan-Malte ein Rückschritt. Jeder von ihnen hat die Qualität dafür, mindestens eine Liga höher zu spielen. „Von der Veranlagung sehe ich ihn in der Landesliga. Er muss es nur bestätigen“, sagte sein ehemaliger VfL-Trainer Torben Brandt über Miles. „Mir ist es aber egal, was andere Leute jetzt über den Wechsel denken“, stellt Miles klar. „Mit meinen Brüdern zusammenzuspielen, ist für mich etwas ganz Besonderes.“ Und auch auf den Rest der Mannschaft freut er sich.

Aber wie angelt sich ein Verein aus der 1. Kreisklasse so starkes Personal? „Wir haben die Spieler zurückbekommen“, stellt Spartenleiter Thorsten Langer klar und verrät das Geheimnis: „Wir sind immer in Kontakt geblieben, die Jungs wussten immer, wo sie herkommen und waren nie ganz weg.“ Als die Spieler als Talente zum VfL Bückeburg wechseln wollten, war man im Verein nicht begeistert, habe aber Verständnis gezeigt. „Wenn man in höheren Klassen spielen will, geht es nicht anders.“ Jetzt kommen top ausgebildete Spieler zurück.

„Aber wenn sie nicht auch schon damals gut gewesen wären, hätte der VfL die Spieler nicht geholt“, sagt Langer, der gar nicht damit gerechnet hatte, dass seine Bemühungen um die ehemaligen Spieler bereits zum jetzigen Zeitpunkt Früchte tragen. „Zumindest bei Miles haben wir das vielleicht auch ein Stück weit Corona zu verdanken, denn er war wohl nach den wenigen Spielen noch nicht so fest in Algesdorf verankert.“

Der Lindhorster Trainer Volker Krause ist jedenfalls davon überzeugt, dass die Sydow-Brüder seine Mannschaft weiterbringen werden. Jan-Malte ist sogar noch für die A-Jugend eingeplant, soll aber herangeführt werden. „Für uns ist das ein echter Coup.“

Seine Mannschaft hat sich in den vergangenen Jahren entwickelt, steht in der Aufstiegsrunde zur Kreisliga, muss aber beim wahrscheinlichen Saisonabbruch noch eine Ehrenrunde drehen, um dann in der neuen Serie das Ziel Aufstieg anzugehen. „Unsere Kurve geht stetig nach oben, hier kann man in Ruhe arbeiten“, freut sich der Coach, der gerade um ein Jahr verlängert hat.

„Dass die eigenen Talente zurückkehren, ist ein Zeichen für den ganzen Verein und die Zuschauer“, freut sich Langer, der noch eine Überraschung parat hat. „Es ist möglich, dass mit Silas, Karstens ältestem Sohn aus erster Ehe, der vierte Sydow auch wieder dazukommt.“ uk, dak