15. Januar 2020 / 08:07 Uhr

TuS Pegau spaziert in der Hinrunde vorne weg

TuS Pegau spaziert in der Hinrunde vorne weg

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Der Gnandsteiner Yves Haustein (Dritter von links) köpft den Ball bravourös aus der Gefahrenzone.
Der Gnandsteiner Yves Haustein (Dritter von links) köpft den Ball bravourös aus der Gefahrenzone. © Wolfgang Riedel
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Die Hinrunde der Fußball-Kreisliga A (West) in der Bilanz.

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Bis auf vier noch nachzuholende Begegnungen ist die erste Halbserie der Fußball-Kreisliga A-West der Männer abgeschlossen. Von Ende August bis Anfang Dezember sind 376 Tore gefallen, was einem Schnitt von 4;3 pro Partie entspricht. Am 9. Februar (Belgershain gegen Pegau), am 15. Februar (Gnandstein gegen Kohren-Sahlis), am 14. März (Neukirchen gegen Borna II/Eula) und am 29. März (Thierbach gegen Pegau) kann sich die Quote weiter erhöhen. In der Zwischenzeit wird bereits die Rückrunde beginnen und die Tabelle noch mehr durcheinander wirbeln. Was sich in Klassement und Teilnehmerfeld bislang an Fakten sowie Zahlen angesammelt hat, zeigt der folgende Überblick.

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Die günstigste Ausgangslage besitzt momentan der TuS Pegau (1. Platz / 30 Punkte). Die Elsterstädter haben den Abstieg aus der Kreisoberliga scheinbar ungerührt weggesteckt und befinden sich trotz eines noch langen Weges definitiv auf Meisterkurs. Der neue Trainer Uwe Trautmann konnte auf einen beinahe unveränderten und nach wie vor ziemlich breiten Kader zurück greifen. Der einzige Ausrutscher war das 0:2 in Gnandstein, ansonsten konnten alle Spiele siegreich gestaltet werden.

TuS ist in der Staffel Torfabrik (40 erzielte Treffer) und Betonabwehr (neun Gegentore) zugleich. Ganz vorn stehen die Blau-Gelben mit nur zehn gelben Karten auch in der Fairplay-Wertung. Neben den Pegauern kamen auch Gnandstein, Neukirchen, Groitzsch, Borna II/Eula, Bad Lausick II/Hainichen und Mölbis ohne Feldverweis über die Runden. Stephan Moritz hat von seiner Torgefährlichkeit nichts eingebüßt und war für die Pegauer zehnmal zum Vollenden verheißungsvoller Angriffe zur Stelle.

Zweifellos eine der positivsten Überraschungen des Herbstes war der BSV Einheit Frohburg II (2. Platz / 29 Punkte). Für die seit fünf Jahren in der 9. Liga agierende zweite Garnitur der Rennstädter ging es nach Rang acht im vergangenem Spieljahr steil nach oben. Unter anderem durch die Spitzenposition in der Heimtabelle, denn im Werner-Seelenbinder-Stadion wurden lediglich zwei Zähler liegengelassen. Die Einheit-Reserve um Coach Jörg Reiße war dreimal sogar Klassenprimus und stand stets auf dem Treppchen. Florian Schilling hatte mit neun Toren die Schussstiefel am festesten geschnürt und verpasste gemeinsam mit Tobias Brade keine Begegnung seiner Mannschaft.

Nach fünf erlebnisreichen Jahren in der Kreisoberliga kehrte die SG Gnandstein (3. Platz / 26 Punkte) in die angestammte Umgebung zurück und bestimmte dort das Niveau sogleich wieder mit. Die Truppe blieb im Sommer weitestgehend zusammen, die sportlichen Zuständigkeiten wurden auf mehrere Schultern verteilt. Teammanager Frank Lederer, Cheftrainer Sven Miszler und Übungsleiter Thomas Fleischer sahen ihre kickenden Burgherren in sicherem Fahrwasser schippern. Die SG 49 bewegte sich zwischen den Rängen 3 und 6 mit leichter Tendenz nach oben. Florian Weber ist als Führender der Torschützenliste (21 Treffer) drauf und dran, die Kanone in seinen Besitz zu bringen. Die entscheidende Frage lautet: Ist auch für seine Mannschaft in Sachen Titel noch etwas möglich?

Der Otterwischer SV (4. Platz / 25 Punkte) macht das Trio der ganz vorn mitmischenden Kreisoberliga-Absteiger perfekt. Nach zuletzt zwei Abstechern in die höhere Liga (2015/2016 und 2018/2019) musste der OSV zunächst gegen den Ruf als Fahrstuhlmannschaft ankämpfen, bevor er seinen Rhythmus fand. Seit der 2. Runde befindet sich das Team des neuen Coachs Matthias Gast in der oberen Tabellenhälfte. Allerdings liegt der leise Verdacht nahe, dass der Rückstand auf den Spitzenreiter bereits zu groß sein könnte.

Goalgetter Marvin Thorand (zehn Tore) will sich damit jedenfalls nicht abfinden und weiterhin fleißig vom Zielwasser trinken. Neben ihm haben zudem Alexander Herrmann und Max Leuschner (die beiden sogar ohne fehlende Minute) alle 13 Partien absolviert.

Zuletzt fünfmal hintereinander auf dem Podest, insgesamt zehnmal am Stück auf einem einstelligen Tabellenrang, dazwischen ein kurzes Intermezzo in der Kreisoberliga. Fortuna Neukirchen (5. Platz / 23 Punkte) hat sich in der Region durchaus einen Namen gemacht.

Und selbst wenn die Vizemeisterschaft nur schwer zu verteidigen sein wird, haben die Rot-Weißen einiges vorzuweisen. Nach den beiden Auftakt-Spieltagen waren die Jungs von Andreas Scheibe und Dietmar Thieme sogar Erster und im Auswärtsklassement sind sie mit vier Siegen, einem Unentschieden sowie nur einer Niederlage auch aktuell vorn. Obendrein ist Tony Jacob mit 13 Treffern Zweiter der Torjägerliste.

Belgershain mit Zwischenhoch

Mit dem Abstiegskampf dürfte der Thierbacher SV (6. Platz / 20 Punkte) anders als in der vergangenen Saison diesmal nichts zu tun bekommen. Obwohl es für höhere Gefilde als derzeit offenbar noch nicht reicht. Dafür fehlte es der in jüngster Zeit stark verjüngten Truppe (selbst das mitspielende Trainerduo Holger Heil / Steve Babucke rückte hin und wieder ins zweite Glied) an der nötigen Konstanz. Immerhin hat der eine Bezirksklasse-Vergangenheit besitzende TSV 59 im Vergleich zum Ende der abgelaufenen Serie fünf Ränge wettgemacht und war durchgehend einstellig platziert. Dustin Treibl trug mit sechs Treffern sein Scherflein dazu bei. Nachhole-Bedarf gibt es in Sachen Fairness, denn in dieser Wertung hält man mit 32 (!) gelben und einer roten Karte die rote Laterne in der Hand.

Knapp dahinter rangiert mit dem Lokalrivalen FSV Kitzscher (7. Platz / 19 Punkte) der amtierende Titelträger. Coach Rene Kleeberg hatte es schon geahnt: Diesen überraschenden Triumph zu wiederholen ist angesichts der noch stärker gewordenen Konkurrent fast utopisch. Seine Schwarz-Gelben – welche bis 2015 lange Zeit in der Bezirksklasse beziehungsweise Kreisoberliga aktiv waren – müssen sich in der Tat mit etwas kleineren Brötchen begnügen. Hauptsache, der Aufstrich schmeckt. Die oberen und unteren vier Tabellenplätze wurden komplett gemieden, am Saisonschluss in der vorderen Hälfte des Klassements ins Ziel zu kommen, sollte Anspruch und auch machbar sein. Patrick Petzold wird seinen bislang fünf Toren noch das eine oder andere hinzufügen wollen.

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Gleichfalls im Mittelfeld der Tabelle hat sich der FSV Brandis (8. Platz / 17 Punkte) eingeordnet. Die Grundlage dafür wurde am heimischen Dahlienweg – wo in der Vergangenheit bereits Bezirksklasse und sogar Bezirksliga gespielt wurde – gelegt. Denn auf fremden Plätzen konnte der Vorjahres-Fünfte (heuer kam man zwischen den Plätzen 7 und 11 pendelnd daran noch nicht heran) lediglich einen einzigen Zähler einfahren. Weitaus erfolgreicher war Tommy König, welcher für die Mannschaft von Übungsleiter Henry Putz sechs Tore erzielte und damit ein wenig auf den Spuren seiner noch erfolgreicheren Vorsaison wandelt.

Eine deutliche Leistungssteigerung war für den SV Groitzsch (9. Platz / 16 Punkte) oberste Bürgerpflicht, um wenigstens den Tabellenkeller verlassen zu können. Nach dem 6. Rang in der vergangenen Spielserie sollte der Aufwärtstrend eigentlich weitaus früher fortgesetzt werden. Stattdessen fanden sich die Schusterstädter (auch ein ehemaliger Bezirksklasse/Kreisoberliga-Vertreter) nach dem 2. und 3. Spieltag am Ende des Klassements wieder. Dann rissen sie sich am Riemen und machten einiges an Boden gut. Trainer Dirk Eschenbaums Hoffnungen in die Zukunft ruhen unter anderem auf dem jungen Leon Baage, der mit elf Treffern Dritter in der Torschützenliste ist.

Ein Zwischenhoch bewahrte den Aufsteiger SV Belgershain (10. Platz / 13 Punkte) davor, in ernsthafte Bedrängnis zu geraten. Wenngleich die obere Tabellenhälfte letztlich nur einmal Aufenthaltsort für das Team von Coach Jan Pischer war. Nach sehr wechselhaften Jahren mit C- und B-Liga sowie einem Kreisoberliga-Verzicht ist man beim SVB ohnehin erst einmal um Stabilität bemüht. Dem Klassenerhalt wird deshalb alles untergeordnet. Und wenn sich Boki Vinzens mit seinen bisherigen sieben Toren nicht zufrieden gibt, sollte es damit im Normalfall auch klappen.

Kohren-Salis abgestürzt

Allerspätestens bei der SG Borna II/Eula (11. Platz / 10 Punkte) beginnt die gefährliche Zone des Klassements. Beim Rang-Siebenten der Vorsaison wird beim Blick auf die Auswärtstabelle sofort deutlich, wo der Hase im Pfeffer liegt. In fremden Gefilden ist die Truppe des Übungsleiter-Gespanns Andre Liebers/Jürgen Franke nämlich bei sechs Versuchen völlig leer ausgegangen. So war man nie besser als Neunter und darf sich nicht wundern, direkt an der Kellertür zu stehen. Die fünf Treffer von Nick Brehmert konnten es nicht wirklich heraus reißen. Dennoch sollte seine sowie die Qualität seiner Nebenleute ausreichen, um das Schlimmste zu verhindern.

Mit der SG Bad Lausick II/Hainichen (12. Platz / 10 Punkte) hängt auch die zweite Spielgemeinschaft bedrohlich unten drin. Einst über C- und B-Liga zum Kreisliga A-Nord-Meister 2014/2015 avanciert, schlägt inzwischen die äußerst dünne sowie stetig wechselnde Personaldecke voll durch.

So musste Trainer Ronny Hellriegel beim Vorjahres-Neunten mitunter selbst aushelfen, um Besetzungslöcher zu stopfen. Nur an den beiden ersten Spieltagen befand sich die FC 1990/Frisch Auf-Kombination in der vorderen Hälfte des Klassements. Marcel Queißer war mit vier Toren erfolgreichster Schütze, Thomas Zschille war für seine Farben bei allen 13 Duellen auf dem Rasen dabei.

Der seit 2011 in der Kreisliga A mitmischende SV Germania Mölbis (13. Platz / 9 Punkte) arbeitet mit Hochdruck daran, das (erste) Jahrzehnt voll zu machen. Den Klassenverbleib unter Dach und Fach zu bringen, wird allerdings kein einfaches Unterfangen. Die hintersten drei Tabellenränge wurden nämlich zu keiner Zeit verlassen. Immerhin konnte die Mannschaft von Coach Andre Wenauer im Spätherbst eine spürbar ansteigende Formkurve präsentieren und das bis dahin sehr spärlich gefüllte Punktekonto etwas aufstocken. Wenngleich sich im Moment der 10. Rang aus der Vorserie für das siebenmalige Schlusslicht nur in Sichtweite, aber nicht in Reichweite befindet.

Positiv: Stephan Liedmann behielt vor dem gegnerischen Gehäuse achtmal die Nerven. Darüber hinaus absolvierte er zusammen mit seinen Teamkollegen Markus Hoffmann und Sebastian Schützhold sämtliche 13 möglichen Partien. Negativ: 52 Gegentreffer sind schlechtester Wert in der Liga.

Man kann es drehen und wenden, wie man will. Der seit sechseinhalb Jahren durchweg in der 9. Leistungsklasse mitwirkende TSV Kohren-Sahlis (14. Platz / 4 Punkte) ist förmlich abgestürzt, da beißt die Maus keinen Faden ab. Noch am Ende des vergangenen Spieljahres hätten die damals letztlich Vierter gewordenen Töpferstädter bei entsprechendem Interesse die Chance auf den Kreisoberliga-Aufstieg gehabt. Einige Monate später hängt die Kreisliga A am seidenen Faden.

Was seine Gründe hat. Mit mageren acht markierten Toren (Christopher Tauchmann war einziger Doppelschütze) wird die komplette Konkurrenz unterboten, in der Auswärtswertung ist man mit nur einem Zähler ebenfalls Bummel-Letzter.

Am 2. Spieltag ging es ab in die untere Tabellenhälfte, in Runde 11 wurde die rote Laterne übernommen. Noch haben die Übungsleiter Matthias Sparmann und Jörg Kunze die Hoffnung nicht aufgegeben, dass ihre Schützlinge um den immer anwesenden Johannes Steinfeld mit einem Kraftakt noch die Kurve bekommen. Es wird zweifellos eine Herkulesaufgabe.