30. Juni 2020 / 19:39 Uhr

Kommt der Ex-Bundestrainer? Vinnhorst-Chef Martin Weiß heiß auf Christian Prokop

Kommt der Ex-Bundestrainer? Vinnhorst-Chef Martin Weiß heiß auf Christian Prokop

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ein Mann für die 3. Liga? Martin Weiß (kleines Bild) will den ehemaligen Handball-Bundestrainer Christian Prokop zum TuS Vinnhorst lotsen.
Ein Mann für die 3. Liga? Martin Weiß (kleines Bild) will den ehemaligen Handball-Bundestrainer Christian Prokop zum TuS Vinnhorst lotsen. © imago images/PanoramiC
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Als Nachfolger für Nei Cruz Portela: Der Handball-Chef des TuS Vinnhorst, Martin Weiß, will Christian Prokop beim Deutschen Handball-Bund rauskaufen. Der ehemalige Bundestrainer soll den Drittligisten in die 2. Bundesliga führen.

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Die Handballer von TuS Vinnhorst wollen unbedingt in die 2. Liga. Dafür dreht Mäzen Martin Weiß jetzt das ganz große Rad. Die nächste wilde Idee des Multimillionärs: Der im Februar vom DHB abservierte Bundestrainer Christian Prokop soll das Team in der kommenden Saison zum Aufstieg führen.

„Wir werden die Abfindung übernehmen“

„Eigentlich wollten wir ja Alfred Gislason, aber da waren die Russen schneller – und dann ist der DHB wach geworden“, sagt der ZAG-Gründer. Nachdem der ehemalige Reckencoach Christopher Nordmeyer bereits abgesagt hat, will der 71-Jährige jetzt den nächsten prominenten Trainer für das Vinnhorster Projekt begeistern.

Gestern fiel laut Weiß die Entscheidung, den Kontakt zu Prokop aufzunehmen. Der hat beim Deutschen Handball-Bund zwar noch einen bis zum 1. Juli 2022 laufenden Vertrag, das soll laut Weiß aber kein Hinderungsgrund sein. „Wir werden die Abfindung übernehmen“, die der DHB an Christian Prokop zahlen müsste.

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Sofern der 41-Jährige zusagt, soll er in Vinnhorst mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet werden. Prokop weiß, wie 2. Liga geht. Den TSV Anderten führte er in der Saison 2006/07 zum Aufstieg in die zweithöchste deutsche Spielklasse und schaffte in beiden Folgejahren jeweils den Klassenerhalt, ehe er zum SC Magdeburg II wechselte.

Neue Halle soll am 3. Januar eingeweiht werden

Die Bedingungen für den künftigen Vinnhorster Trainer wä­ren perfekt. Die etwa 1000 Zuschauer fassende neue 15-Millionen-Halle, die am 3. Januar mit einem Spiel gegen die Weltmeister von 2007 eingeweiht werden soll, ist für Zweitligaverhältnisse ausgelegt.

Wo es noch hakt, das ist die Mannschaft. Zumindest ein Torhüter, ein Kreisläufer und ein Linksaußen müssen noch kommen, um in der kommenden Saison konkurrenzfähig zu sein. Eintracht Hildesheim, Empor Rostock und der neuerdings von Füchse-Berlin-Manager Bob Han­ning unterstützte 1. VfL Pots­dam wollen ebenfalls aufsteigen. Die Messlatte liegt also hoch.

Bilder vom Handball-Spiel der 3. Liga Nord-Ost zwischen dem TuS Vinnhorst und Dessau-Roßlauer HV 06

Bilder vom Handball-Spiel der 3. Liga Nord-Ost zwischen dem TuS Vinnhorst und Dessau-Roßlauer HV 06. Zur Galerie
Bilder vom Handball-Spiel der 3. Liga Nord-Ost zwischen dem TuS Vinnhorst und Dessau-Roßlauer HV 06. ©

Der Sponsoringvertrag mit der ZAG garantiert TuS bisher in der 3. Liga pro Saison eine Zahlung von 500.000 Euro. Eine Summe, die nicht ausreicht, um mitzuhalten. „Wir haben den Etat für die nächsten Jahre um 2 Millionen aufgestockt“, verrät Weiß. Das einzige Problem für Martin Weiß: Die neuen Spieler soll der neue Trainer holen. So­lan­ge der nicht da ist, wird sich kaum etwas tun.

Am 20. Juli ist Trainingsauftakt

Es gibt also noch viele Fragezeichen, wie es beim TuS Vinnhorst am 20. Juli weitergeht, wenn die Mannschaft die Vorbereitung aufnimmt. Gerüchteweise wurde auch Christian Pöhler, bis April 2019 Trainer des Zweitligisten HC Elbflorenz, als Kandidat für die Vinnhorster Bank ge­han­delt. Der versichert jedoch, dass es keinerlei Kontakt gab. Nur eine Personalie steht fest. Neuer Athletiktrainer und damit Nachfolger von Thomas Pape wird Andreas Bernstein.