15. November 2021 / 17:50 Uhr

Größter Erfolg der Vereinsgeschichte: Vinnhorst zieht erstmals ins DM-Halbfinale ein

Größter Erfolg der Vereinsgeschichte: Vinnhorst zieht erstmals ins DM-Halbfinale ein

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der TuS Vinnhorst darf sich über den erstmaligen Einzug ins Halbfinale der deutschen Meisterschaften freuen.
Der TuS Vinnhorst darf sich über den erstmaligen Einzug ins Halbfinale der deutschen Meisterschaften freuen. © Picasa
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Es ist der größte Erfolg in der Geschichte des TuS Vinnhorst. Mit dem 43:26-Sieg bei Titelverteidiger TG Saar ziehen die TuS-Turner zum ersten Mal ins Halbfinale der deutschen Meisterschaft ein. Dort wartet am kommenden Samstag (18 Uhr) die Siegerländer KV.

Olympiastar Lukas Dauser ist trotz seiner Schulterverletzung gekommen. Der Silbermedaillen­gewinner am Barren von Tokio half dem TuS Vinnhorst, wo er konnte. Er präparierte sogar die Geräte mit – und feuerte vor allem an. „Da ist Lukas ganz vorne dabei“, lobte Philipp Herder, weiterer deutscher Olympionike im Erstligateam des TuS. „Der Teamgeist ist stark“, so Herder. Mit 43:26 (8:4 Gerätepunkte) siegten die Vinnhorster bei Titelverteidiger TG Saar und erreichten damit als Gewinner der Gruppe erstmals das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft. Am nächsten Samstag (18 Uhr) hat der TuS dann Heimrecht gegen die Siegerländer KV.

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Ausgerechnet Herder war am Boden gestürzt, mit 2:0 ging dieses Gerät an die TG, sie führte nach Scorerpunkten mit 9:0. „Da hatte ich ein wenig Bauchschmerzen“, räumte Teammanager Steffen Rüter ein. Und auch Herder war der Schreck in die Glieder gefahren: „Das war schon bitter.“ Nur zwei Geräte mussten die Gäste für sich entscheiden, um das Halbfinale sicher zu haben. Und das taten sie prompt: „Am Pferd haben wir es herumgerissen und an den Ringen alles klar gemacht“, formulierte es Herder knapp.

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„Insgesamt ist es fast perfekt gelaufen.“

Der starke Russe Vladislav Poliashov zeigte am Pauschenpferd mit der Note 15,55 die beste Leistung des Abends und absolute Weltklasse. „Das war begeisternd, ein absoluter Hammer“, so Rüter. Mit 9:2 ging das Pferd an den TuS, mit 10:3 anschließend auch die Ringe. Dabei glänzte der Italiener Andrea Cingolani mit einer 14,80, er ist in dieser Saison neu bei den Vinnhorstern.


Die TG Saar mit Olympiasieger Nikita Nagornyy gewann nur noch den Sprung (6:5), am Barren (10:2) sowie am Reck (9:4) setzten sich die Vinnhorster durch. Am Barren glänzte Poliashov mit einer Wertung von 14,95 – die zweitbeste der Konkurrenz. „Insgesamt ist es fast perfekt gelaufen“, stellte Rüter fest.

Weil der TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau mit Andreas Toba und Glenn Trebing vom TK Hannover mit 43:32 beim StTV Singen siegte, ist die TG nur Tabellendritter. Es wird einen neuen Meister geben, die ungeschlagenen Vinnhorster haben die besten Karten.

„Die Bundesliga ist speziell, sie hat einen ganz anderen Charakter. Das macht viel Spaß“, sagte Herder, der stattliche 15 Punkte für den TuS sammelte und damit so erfolgreich war wie Nagornyy. Der 29-jährige Sportsoldat lebt in Berlin, er studiert Physik und lebt mit Finja Säfken zusammen, die in der 1. Liga für die KTG Hannover turnt. Am nächsten Samstag werden beide nach Hannover kommen. „Ich denke, wir haben Glück, dass wir gegen Siegerland turnen“, so Herder. Der KTV Straubenhardt trifft im zweiten Semifinale auf Wetzgau. Das Finale steht am 4. Dezember in Ulm auf dem Programm.

KTG Hannover hofft auf weitere Chance

Der dritte und entscheidende Wettkampf für Hannovers Frauen in der 1. Bundesliga ist abgesagt worden, weil in Waging am See in Bayern die Corona-Fallzahlen sehr hoch sind. Einen Ausweichtermin wird es jedoch nicht geben. Die KTG liegt am Tabellenende, punktgleich mit dem SC Dresden. Ob das tatsächlich den Abstieg bedeutet, ist noch nicht entschieden. Die KTG Hannover hofft auf eine weitere Chance.