02. April 2020 / 17:43 Uhr

Spielt der Verband auf Zeit? Vinnhorst und Burgwedel plädieren für Abbruch der Saison 

Spielt der Verband auf Zeit? Vinnhorst und Burgwedel plädieren für Abbruch der Saison 

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bis 2022: Hendrik Pollex bleibt dem
 TuS Vinnhorst treu.
Bis 2022: Hendrik Pollex bleibt dem TuS Vinnhorst treu. © Florian Petrow
Anzeige

Wie geht es in der 3. Handball-Liga Nord-Ost weiter? Die Verantwortlichen vom TuS Vinnhorst, der TSV Burgdorf II und von Hannover-Burgwedel halten einen Abbruch der Saison für alternativlos. Doch "der Verband spielt auf Zeit", sagt Vinnhorsts Trainer Nei Cruz Portela. 

Anzeige
Anzeige

Warum sollte die Situation anders aussehen als bei allen Sportlern in Zeiten der Corona-Pandemie? Auch die Handballer der TuS Vinnhorst trainieren momentan nur individuell. „Jeder hat seinen Plan und macht Fitness“, erzählt Nei Cruz Portela. Statt der Vorbereitung der Trainingseinheiten beschäftigt sich Vinnhorsts Trainer nun also mit der Personalplanung für die neue Saison. Die Zeit will ja sinnvoll genutzt sein.

Portela plant für die neue Saison

Der Stamm der Mannschaft, die derzeit auf dem dritten Platz in der 3. Liga Nord-Ost liegt, bleibt zusammen. Kapitän Florian Freitag, Matheus Costa Dias und der nach einem Mittelhandbruch genesene Hendrik Pollex haben ihre Verträge bis zum 30. Juni 2022 verlängert. Bereits Ende Februar hatte der TuS Maurice Lungela (25) und Fynn Wiebe (23) vorgestellt, die vom Ligakonkurrenten Eintracht Hildesheim kommen. Lungela, der den Platz von Sebastian Beyer – sein neuer Verein steht noch nicht fest – einnimmt, zählt mit bisher 82 Treffern zu den torgefährlichsten Rückraumspielern der Liga. Diese Qualität soll der Halbrechte bald am Mittellandkanal einbringen. „Er kann auch gut mit dem Kreis spielen. Ein großer Gewinn für uns“, sagt Portela. Wiebe ist indes die Rolle des Abwehrchefs zugedacht.

Beendet sind die Personalplanungen damit noch nicht. Da Jonas Borgmann und Kai Lemke aus beruflichen Gründen eine Pause einlegen werden, wird noch ein Kreisläufer gesucht. Auch auf der Linksaußen- und der Torwartposition gibt es Handlungsbedarf.

Bilder vom Handball-Spiel der 3. Liga Nordost zwischen Handball Hannover-Burgwedel und dem TuS Vinnhorst

Der Burgwedeler Lennart Koch hat freie Bahn zum Tor der Vinnhorster. Zur Galerie
Der Burgwedeler Lennart Koch hat freie Bahn zum Tor der Vinnhorster. ©

"Wie sollen die Spieler nach der Pause sofort wieder hochfahren?"

Hinsichtlich einer möglichen Fortsetzung der Saison teilt Portela die Meinung seiner Kollegen Robin John (ab Sommer neuer Trainer des HSV Hannover) und Heidmar Felixson (TSV Burgdorf II), die für einen Abbruch plädieren. „Der Verband spielt nach meiner Ansicht auf Zeit. Man sollte so schnell wie möglich eine Entscheidung treffen“, sagt der Vinnhorster Coach, zumal eine wichtige Frage noch nicht beantwortet ist: „Wie sollen die Spieler nach der Pause sofort wieder hochfahren?“ Dazu kommt für alle Vereine ein weiterer Aspekt. Solange die laufende Saison nicht beendet wird, ist auch eine Planung der Spielzeit 2020/21 nur eingeschränkt möglich: „Man hängt in der Luft“, ärgert sich Portela.

Das gilt umso mehr für Burgwedel, das derzeit Abstiegsplatz 14 belegt. „Es fühlt sich irgendwie leer an“, sagt der Sportliche Leiter Friedrich Kastening. Für den Fall des nach seiner Meinung alternativlosen Abbruchs der Saison geht er davon aus, dass der HHB weiterhin in der 3. Liga starten darf. Da aus den vier Drittligastaffeln nur der TSV Blaustein im Süden rechnerisch abgestiegen ist, glaubt Kastening nicht, dass die ursprüngliche Abstiegsregelung umgesetzt wird: „Auf den Deutschen Handballbund würde eine Klagewelle zukommen.“

Mehr Berichte aus der Region

Kastening will keine Namen nennen

Burgwedels Sportchef sieht der Entwicklung der nächsten Wochen deshalb gelassen entgegen, zumal die Mannschaft für die kommende Saison steht. Es wird einige Veränderungen geben, Namen möchte Kastening aber noch nicht nennen, weil das mit den jeweils betroffenen Vereinen so abgesprochen sei.

Bis feststeht, wie es weitergeht, halten sich die Spieler alleine fit. Spielertrainer Marius Kastening hat dazu eine klare Meinung: „Das Wichtigste ist jetzt erst mal, dass wir uns an die Regeln halten und aufeinander aufpassen.“ Die vielfach angesprochene Solidarität ist für ihn keine leere Worthülse: „Wir haben als Mannschaft geplant, dass wir unserem Unterstützer Spargelhof Heuer aus Fuhrberg bei der Ernte und beim Verkauf helfen.“