12. Mai 2020 / 20:05 Uhr

Cruz Portela abserviert: Mäzen Weiß neuer Sportlicher Leiter in Vinnhorst! Kommt Nordmeyer?

Cruz Portela abserviert: Mäzen Weiß neuer Sportlicher Leiter in Vinnhorst! Kommt Nordmeyer?

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Nei Cruz Portela ist beim TuS Vinnhorst künftig nicht mehr Trainer und auch nicht mehr Sportlicher Leiter. Mäzen Martin Weiß ersetzt ihn (eingeklinkt links) in letzterer Funktion, Christopher Nordmeyer (eingeklinkt rechts) ist als neuer Coach im Gespräch.
Nei Cruz Portela ist beim TuS Vinnhorst künftig nicht mehr Trainer und auch nicht mehr Sportlicher Leiter. Mäzen Martin Weiß ersetzt ihn (eingeklinkt links) in letzterer Funktion, Christopher Nordmeyer (eingeklinkt rechts) ist als neuer Coach im Gespräch. © Debbie Jayne Kinsey/Florian Petrow
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Plötzliches Ende für Nei Cruz Portela beim TuS Vinnhorst: Mäzen Martin Weiß ersetzt ihn als Sportlicher Leiter, als neuer Trainer ist Ex-Recken-Coach Christopher Nordmeyer im Gespräch. Unterdessen hat der ambitionierte Drittligist Torhüter Mustafa Wendland aus Burgwedel verpflichtet.

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Mit drei Aufstiegen in vier Jahren hat Nei Cruz Portela die Handballer des TuS Vinnhorst von der sechsklassigen Landesliga bis in die 3. Liga geführt. Der 58-Jährige war als Trainer und Sportlicher Leiter der starke Mann beim TuS. Jetzt wird der Brasilianer von Martin Weiß eiskalt abserviert. „Nach fünf Jahren gibt es Abnutzungserscheinungen. Das ist doch normal", sagt Vinnhorsts 70-jährige Mäzen.

Mehr Zeit für das Hobby

Weiß will selbst das Ruder übernehmen und löst Portela auch als Geschäftsführer der Vinnhorster Handball GmbH ab. Weil sich der Gründer der ZAG aus dem operativen Geschäft seines Unternehmens zurückzieht, habe er die Zeit, sich um sein Hobby Handball zu kümmern.

Wie der Bau der 15 Millionen teuren neuen Multifunktionshalle, die laut Weiß am 3. Januar mit einem Spiel gegen die deutschen Weltmeister von 2007 eingeweiht werden soll, unterstreicht, denkt Weiß in großen Maßstäben. „Ich will unbedingt in die 2. Bundesliga", sagt er und übernimmt deshalb auch selber die Sportliche Leitung. „Das ist kein Problem, ich hatte in meinem Beruf mit unterschiedlichsten Menschen zu tun", betont Weiß. Um die Mannschaft zusammenzustellen, gebe es schließlich Spielerberater.

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Auf die sportliche Kompetenz von Portela will er allerdings nicht gänzlich verzichten und hat diesem das Angebot unterbreitet, den Nachwuchsbereich des TuS Vinnhorst zu koordinieren. Obwohl sich Portela offiziell einige Tage Bedenkzeit ausgebeten hat, ist es kaum vorstellbar, dass er dieser Degradierung zustimmt.

Nachfolger Nordmeyer?

Gegenüber dem SPORTBUZZER macht er gute Miene zum bösen Spiel und sagt: „Ich habe Vertrag bis zum 30. Juni.“ Die Entscheidung, in der neuen Saison nicht mehr Trainer sein zu wollen, hatte er unabhängig von den Plänen von Weiß schon vor einigen Wochen getroffen. „Das Aufgabenfeld als Sportlicher Leiter und in der täglichen Trainingsarbeit ist zu umfangreich.“

Seitdem läuft die Suche nach einem Nachfolger. Zu den Kandidaten zählt der frühere Recken-Coach Christopher Nordmeyer, der für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war. „Wir hatten bisher nur ein loses Gespräch, mehr nicht“, verrät Vinnhorsts Schatzmeister Axel Schmidt. Nach seiner Aussage mache Nordmeyer, der während seiner aktiven Laufbahn 15 Jahre Spieler unter Portela war, ein mögliches Engagement von den künftigen Strukturen im Verein abhängig.

Die Vinnhorster Vorstandsmitglieder
 Uwe Jankowski (links) und Axel Schmidt sind stolz auf die neue Halle. Anmerkung: Das Bild entstand vor den aktuellen Kontaktbeschränkungen.
Die Vinnhorster Vorstandsmitglieder Uwe Jankowski (links) und Axel Schmidt sind stolz auf die neue Halle. Anmerkung: Das Bild entstand vor den aktuellen Kontaktbeschränkungen. © Uwe Serreck
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Durch die überraschende Demission seines langjährigen Trainers hat sich die Situation jedoch komplett verändert. Man darf dennoch davon ausgehen, dass in der kommenden Saison ein namhafter Trainer beim TuS auf der Bank sitzt. Geld spielt am Mittelandkanal schließlich keine Rolle. Schließlich müssen Verstärkungen her, um die Mannschaft konkurrenzfähig zu machen für den Aufstiegskampf.

Wendland, Wiebe und Lungela fix

Seit Dienstag steht fest, dass mit Mustafa Wendland aus Burgwedel einer der stärksten Torhüter der Liga kommt. Der 28-jährige hat in der Saison 2015/16 bei den HF Springe bereits Zweitliga-Erfahrung gesammelt und passt perfekt ins Anforderungsprofil.

Nach Fynn Wiebe und Maurice Lungela vom Ligakonkurrenten Eintracht Hildesheim stehen als Feldspieler noch ein Kreisläufer, ein Linksaußen und ein Mittelmann auf der Wunschliste. Es hat eine gewisse Tragikomik, dass Portela, noch die Gespräche führte.