09. Juli 2020 / 09:54 Uhr

Rolle rückwärts: Nei Cruz Portela soll nun doch Sportlicher Leiter in Vinnhorst bleiben

Rolle rückwärts: Nei Cruz Portela soll nun doch Sportlicher Leiter in Vinnhorst bleiben

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Soll nun doch weiterhin etwas beim TuS Vinnhorst zu sagen haben: Nei Cruz Portela.
Soll nun doch weiterhin etwas beim TuS Vinnhorst zu sagen haben: Nei Cruz Portela. © imago images/Jan Huebner
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Nei Cruz Portela hat die Handballer des TuS Vinnhorst in die 3. Liga geführt, doch Mäzen Martin Weiß hat seinen Vertrag auslaufen lassen und sich um neues Führungspersonal bemüht. Einen neuen Trainer gibt es weiterhin nicht, und nun soll Cruz Portela doch Sportlicher Leiter bleiben. Der zeigt sich nicht abgeneigt.

Martin Weiß ist mal wieder für eine Überraschung gut gewesen. Im Mai hatte der Mäzen des TuS Vinnhorst Nei Cruz Portela als Geschäftsführer der Handball GmbH und als Sportlichen Leiter abgesägt, sodass dessen Vertrag am 30. Juni auslief. Jetzt macht der 71-Jährige eine Rolle rückwärts und möchte den Brasilianer als Sportlichen Leiter zurückholen.

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"Vinnhorst ist für eine Herzensangelegenheit"

Mit drei Aufstiegen in vier Jahren führte Portela den TuS in die 3. Liga und genießt im Verein ein hohes Ansehen. Er fühlt sich immer noch für die Mannschaft verantwortlich, kann sich eine Rückkehr deshalb vorstellen: „Vinnhorst ist für mich eine Herzensangelegenheit.“ Allerdings seien die Kompetenzen abzustecken. Schon vor Wochen hatte Portela betont, nur weiterzumachen, „wenn ich allein für den sportlichen Bereich verantwortlich wäre“.

Um den angestrebten Aufstieg in die 2. Liga nicht zu gefährden, scheint der Sinneswandel von Weiß alternativlos. Die Schlagzeilen der vergangenen Wochen über ihn in der Boulevardpresse waren in der Außendarstellung wenig förderlich für das Vinnhorster Handballprojekt. Außerdem scheiterten alle Versuche kläglich, einen neuen Trainer an den Mittellandkanal zu locken. Der frühere Recken-Coach Christopher Nordmeyer sowie der ehemalige Bundestrainer Christian Prokop lehnten trotz finanziell lukrativer Angebote ab.

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Sollte Portela zurückkehren, ist es seine vornehmliche Aufgabe, einen starken Mann für die Bank zu finden, denn er selbst hatte im März angekündigt, nicht mehr Trainer sein zu wollen. Die Entscheidung muss jetzt sitzen. „Struktur geht vor Schnelligkeit“, sagt Weiß. Er möchte auch den Jugendbereich neu aufstellen und sucht dafür die passenden Trainer.

Verhandlungen mit potenziellen Zugängen liegen auf Eis

Vor allem aber müssen neue Spieler her, um eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzustellen. Torhüter Patrick Anders, Sebastian Beyer, Tim Kirchmann, David Sauß, Jonas Borgmann und Kai Lemke wurden verabschiedet – der Kader ist bisher zu dünn. Die noch von Portela vor Wochen begonnenen Verhandlungen mit einem Torhüter, Kreisläufer und Linksaußen liegen auf Eis.

Nicht nur, weil immer noch unklar ist, wann die neue Saison beginnt, gibt es für Weiß jedoch keine Eile. Viele Vereine müssten nach seiner Einschätzung infolge der Corona-Pandemie anders planen, während der Multimillionär den Vinnhorster Etat von jeweils 500 000 Euro für die kommenden beiden Spielzeiten um insgesamt zwei Millionen aufstockte.


Bilder vom Handball-Spiel der 3. Liga Nord-Ost zwischen dem TuS Vinnhorst und Dessau-Roßlauer HV 06

Bilder vom Handball-Spiel der 3. Liga Nord-Ost zwischen dem TuS Vinnhorst und Dessau-Roßlauer HV 06. Zur Galerie
Bilder vom Handball-Spiel der 3. Liga Nord-Ost zwischen dem TuS Vinnhorst und Dessau-Roßlauer HV 06. ©

Als einzige Personalie steht bisher fest, dass Andreas Bernstein Nachfolger von Thomas Pape als Athletiktrainer wird. „Wir haben noch keine Rahmenbedingungen abgesteckt“, sagt der Inhaber von „daily fitness“ und gibt zu bedenken: „Ich muss mich außerdem erst mit dem neuen Trainer abstimmen.“ Am 20. Juli ist der Start in die Vorbereitung für die neue Saison geplant. Vielleicht übernimmt interimsweise vorerst Nei Cruz Portela. Ausgeschlossen scheint in Vinnhorst schließlich nichts mehr.

Positives gibt es lediglich vom Hallenbau zu berichten. Bisher forderte die Stadt Hannover den Ausbau der Zufahrtsstraße. Die Kosten von 1,2 Millionen sollte der Verein tragen. Dieses Thema ist laut Weiß nach einem Gespräch zwischen ihm und Stadtbaurat Uwe Bodemann vom Tisch.