02. September 2018 / 19:39 Uhr

TuSG Ritterhude: 40 gute Minuten reichen nicht

TuSG Ritterhude: 40 gute Minuten reichen nicht

Jan-Henrik Gantzkow
Weser-Kurier
Fußball Landesliga Lüneburg, TuSG Ritterhude - TSV Winsen/Luhe 3:3, Phil Knauth
Stand gegen Lüneburg kurz vor einem Platzverweis: Phil Knauth (re). © Tobias Dohr
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Der Landesligist kassiert in acht Minuten drei Tore und verliert am Ende mit 0:4 gegen Treubund Lüneburg

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Knapp 40 Minuten haben die Landesliga-Fußballer der TuSGRitterhude im Heimspiel gegen den favorisierten MTV Treunbund Lüneburg eine bärenstarke Vorstellung gezeigt. Es deutete nichts, aber wirklich gar nichts auf einen deutlichen Gästeerfolg hin. Dass sich die Hammestädter am Ende dennoch mit einer klaren 0:4 (0:3)-Pleite abfinden mussten, hing in erster Linie mit einer kurzen aber folgenreichen Tiefschlafphase vor der Pause zusammen.

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Diese nutzten die effektiven Lüneburger zu drei Treffern binnen acht Minuten – und entschieden die Partie damit vorzeitig. Dementsprechend enttäuscht war auch TuSG-Trainer Julian Geils: „Wir waren super auf Lüneburg eingestellt und haben sie fast die komplette erste Hälfte nicht zur Entfaltung kommen lassen. Aktuell sind wir aber eine Mannschaft der Momentaufnahmen. Wenn eine Sache nicht funktioniert, dann sind die Köpfe erstmal unten und wir brauchen zu viel Zeit, um uns wieder zu finden. Dafür ist Lüneburg dann zu gut, auch wenn die Niederlage zu hoch ausgefallen ist. Wir müssen einfach gefestigter sein“, haderte Geils nach dem Abpfiff.

Knauth knapp vor Rot

Aber trotz allem Frust war auch Geils mit der Leistung in den ersten 40 Minuten mehr als einverstanden. Und das völlig zu Recht. Die Hausherren traten da unglaublich diszipliniert auf, verteidigten leidenschaftlich und raubten den Gästen durch aggressive Zweikampfführung die Nerven. Allen voran Phil Knauth, der nach mehreren grenzwertigen Zweikämpfen am Rande eines Platzverweises wandelte. Aber auch in der Offensive setzten die Ritterhuder Akzente und erarbeiteten sich zahlreiche Ecken. Dabei wurde es auch mehrfach brenzlig, Tobias Böttcher wurde aber in höchster Not abgeblockt, Phil Knauth zielte nach Ablage des fleißigen Calvin Vrampe knapp vorbei (20.).

Die größte Chance zur Führung hatte aber der aufgerückte Innenverteidiger Fynn Kathage, der nach einer Flanke von Marcel Meyer frei zum Kopfball kam, aber ebenfalls verpasste (22.). Bei einem schnellen Gegenangriff wurde Meyer außerdem in letzter Sekunde abgegrätscht (30.). Kurz darauf wurden dann auch die Gäste das erste Mal gefährlich, der früh eingewechselte Steffen Hattendorf scheiterte aber aus spitzem Winkel am reaktionsschnellen Nick Rode im Ritterhuder Tor.

Sechs Minuten später war aber auch der chancenlos: Nach einem schnell ausgeführten Freistoß agierte die zuvor so stabile Ritterhuder Defensive zu unentschlossen, der völlig freistehende Hattendorf bestrafte diese Unachtsamkeit mit einem platzierten Kopfballtreffer (37.). Und dieses Gegentor zeigte Wirkung. Plötzlich war die Körpersprache eine völlig andere. Nur 120 Sekunden später zögerte Kathage zu lange, sein Befreiungsschlag wurde geblockt und Thorben Glüsing traf nach einem Doppelpass trocken ins kurze Eck. Doch damit waren die schlimmen Ritterhuder Minuten noch nicht vorbei. Nach einem schönen Diagonalball traf Dennis Hüls im zweiten Versuch sogar noch zum 3:0.


Von diesem Schock sollten sich die Gastgeber auch nach dem Seitenwechsel zunächst nicht erholen. Die cleveren Lüneburger kamen so zu weiteren Gelegenheiten und in der 55. Minute auch zur endgültigen Entscheidung. Nach einem herausragenden Angriff über mehrere Stationen verwertete Leon Perera eine maßgenaue Flanke mit dem Kopf. Zu allem Überfluss mussten sich die Ritterhuder in der Folgezeit auch noch über den Schiedsrichter ärgern: Erst warteten sie nach einer Aktion gegen Patrick Brouwer vergeblich auf einen Elfmeterpfiff, dann flog Paul Ihongbe nach einem Foulspiel vor der Gästebank auch noch vom Platz (67.).

„Das war eine zu harte Entscheidung. Eine Gelbe Karte hätte definitiv gereicht“, monierte Geils. In Unterzahl war zwar nicht mehr viel möglich, die Gastgeber, bei denen Merten Hellmann noch sein Comeback feierte, bewiesen aber immerhin Moral und versuchten mit aller Macht zumindest einen Ehrentreffer zu erzielen. Die beste Chance dazu hatte Tobias Böttcher, dessen strammen Freistoß Lüneburgs Keeper Lukas Broihan in der Schlussphase aber glänzend parierte.