16. November 2018 / 15:06 Uhr

TuSG Ritterhude: Stammplatzgarantie für M & M

TuSG Ritterhude: Stammplatzgarantie für M & M

Tobias Dohr
Weser-Kurier
Fußball, Bezirksliga 3 Lüneburg, TuSG Ritterhude - VSK Osterholz-Scharmbeck, Mirko Gatz (TuSG)
Hat für das Spiel gegen Ahlerstedt/Ottendorf eine Stammplatzgarantie: Mittelfeldmann Mirko Gatz. © Tobias Dohr
Anzeige

Meik Jeschin und Mirko Gatz sollen auch gegen den SV Ahlerstedt/Ottendorf die benötigte Mentalität ins Team des Landesligisten bringen

Anzeige

Lange haben sie bei der TuSG Ritterhude auf diesen Tag warten müssen. Genauer gesagt: 169 Tage. Am 26. Mai hatten die Landesliga-Fußballer um Trainer Julian Geils letztmals ein Ligaspiel gewonnen. Dass 4:3 gegen den TSV Etelsen war der Abschluss einer begeisternden Premierensaison in der Landesliga Lüneburg. Dass es danach bis Mitte November dauern würde, bis wieder mal ein TuSG-Dreier bejubelt werden konnte, war damals nicht zu erwarten gewesen.

Anzeige

Nun, vor dem anstehenden Heimspiel gegen die SV Ahlerstedt/Ottendorf (Sonntag, 15 Uhr), ist dieses Thema endlich ad acta gelegt. Der erste Sieg der Saison 2018/2019 sorgt zwar noch lange nicht dafür, dass in Ritterhude nun sofort wieder vom Klassenerhalt geträumt wird. Gleichwohl weiß Julian Geils: "Es fühlt sich schon deutlich besser an, mit einem Sieg im Rücken zum Training zu fahren." Das Wichtigste, so betont der TuSG-Coach, sei ohnehin die Erkenntnis gewesen, dass das 2:1 in Meckelfeld einen klaren Grund hatte: "Wir sind dort endlich mal wieder 90 Minuten als absolute Einheit aufgetreten."

Mehr zur TuSG Ritterhude

Genau das war allerdings im Vorfeld gar nicht zwangsläufig zu erwarten gewesen. Marco von Bistram stand erstmals überhaupt in einem Punktspiel in der Startelf, Mirko Gatz nach seiner auskurierten Schlüsselbeinfraktur erstmals seit über einem Jahr. Und mit Meik Jeschin stand der erst kürzlich aus Paderborn zurückgekehrte Torwart zwischen den Pfosten. Auch für den 26-Jährigen war es der erste Saisoneinsatz. "Sie haben das beide richtig stark gespielt", sagt Julian Geils. Für Jeschin, der den Verein aus beruflichen Gründen nach zweieinhalb Jahren im Sommer 2017 Richtung Paderborn verlassen hatte, war es der erste Pflichtspielsieg überhaupt im Trikot der TuSG. "Deshalb hat es mich für Meik umso mehr gefreut", so Geils weiter.

Gegner als Paradebeispiel


Dass ausgerechnet mit den Rückkehrern Gatz und Jeschin der so lang ersehnte erste Saisonsieg gelang, ist für den Ritterhuder Trainer keinesfalls überraschend. "Mirko tut der Mannschaft mit seiner Ruhe am Ball einfach sehr gut, gerade in solch einer schwierigen Phase." Noch wichtiger sei aber die emotionale Komponente, die Spieler wie Gatz und Jeschin der Mannschaft zuführen könnten. "Man hat in Meckelfeld gesehen, wie wichtig Mentalität für uns ist." Mit genau dieser Mentalität wollen die Ritterhuder nun möglichst gegen die SV Ahlerstedt/Ottendorf nachlegen. Und jener Gegner hat in den vergangenen Wochen eindrucksvoll gezeigt, wie man sich mit einer Serie aus dem Keller herausarbeiten kann.

Dort, nämlich im Keller, standen die Ahlerstedter Anfang Oktober selbst noch. Doch mit fünf Siegen in Serie ist die Spielvereinigung mittlerweile auf Rang acht geklettert. Erst am vergangenen Sonntag endete dieser Lauf mit einem 0:2 gegen Emmendorf. "Sie haben eine hohe Qualität im Kader, hatten durch die interne Zielvorgabe aber vielleicht auch ein wenig Druck zu Saisonbeginn", mutmaßt Geils. Dem Vernehmen nach wollte Ahlerstedt/Ottendorf in diesem Jahr eigentlich ganz oben angreifen.

Fußball
Steht gegen Ahlerstedt/Ottendorf erneut zwischen den Pfosten: Meik Jeschin. © Hans-Henning Hasselberg
Mehr zur Landesliga Lüneburg

Für die Ritterhuder Fußballer gab es vor der Saison – wie auch schon in der vergangenen Spielzeit – lediglich das Ziel Klassenerhalt. Und das steht vor dem morgigen Spiel erst einmal gar nicht primär im Vordergrund. "Wichtig ist, dass sich die Mannschaft für ihre Mentalität belohnt hat. Dieser Teamgeist ist uns in den vergangenen Wochen leider ab und zu mal etwas abgegangen", sagt Julian Geils, dessen Team nicht nur dank des ersten Saisonsiegs neuen Mut schöpfte. Immerhin gab es gegen Ahlerstedt/Ottendorf in der vergangenen Spielzeit zwei Siege zu feiern.

Genauso war es auch gegen Meckelfeld gewesen. "Das gibt einem dann schon das Gefühl, dass man diesen Gegner schlagen kann", weiß auch Geils. Obendrein hat sich auch die personelle Lage entspannt. Zwar wird Janluca Grove krankheitsbedingt ausfallen. Dafür haben aber Paul Ihongbe und Phil Knauth wieder mittrainieren können. Niklas Lehmkuhl hat zudem seine Sperre abgesessen.

Startelf ohne Veränderung?

Die Frage ist am Ende aber, ob Julian Geils nach dem ersten Saisonsieg sein Team überhaupt verändern wird, oder ob er den elf Akteuren das Vertrauen schenkt, die dieses Erfolgserlebnis mit ihrer vorbildlichen Einstellung in Meckelfeld überhaupt erst möglich gemacht haben? Bei zwei Positionen legte sich Julian Geils, entgegen seiner sonst üblichen Praxis, bereits am Freitag fest: M & M, also Meik (Jeschin) und Mirko (Gatz), werden am Sonntag in jedem Fall in der ersten Elf stehen. "Das mache ich normalerweise nie, dass ich das schon vorher öffentlich kommuniziere. Aber in diesem Fall kann ich das mit gutem Gewissen tun."

Die Belohnung für Jeschin und Gatz ist ohne Frage auch ein Fingerzeig für den Rest des Teams: Nur mit der richtigen Mentalität – und zwar über 90 Minuten – kann es für die TuSG Ritterhude in diesen Wochen funktionieren. M & M haben gezeigt, wie es geht. Wiederholung dringendst erwünscht.