27. Mai 2018 / 21:15 Uhr

TuSG Ritterhude: Traumtor zum traumhaften Abschluss

TuSG Ritterhude: Traumtor zum traumhaften Abschluss

Tobias Dohr
Weser-Kurier
Sie jubelten auch am letzten Spieltag noch mal: Die Landesliga-Kicker der TuSG Ritterhude.
Sie jubelten auch am letzten Spieltag noch mal: Die Landesliga-Kicker der TuSG Ritterhude. © Christian Kosak
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Geils-Team beendet seine erste Saison in der Landesliga mit einem 4:3-Sieg über den TSV Etelsen

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Ein bisschen kurios war es ja irgendwie schon, was sich am Sonnabendabend um kurz vor 18 Uhr auf dem Jahnsportplatz abspielte: Auf der einen Seite lagen die Spieler des TSV Etelsen am Boden, ließen ihrer Traurigkeit freien Lauf. Auf der anderen Seite freuten sich die Kicker der TuSG Ritterhude über einen traumhaften Abschluss einer geradezu perfekten ersten Saison in der Fußball-Landesliga Lüneburg. Mit 4:3 (2:1) besiegte das Team von Trainer Julian Geils den TSV Etelsen – und besiegelte damit endgültig den Abstieg der Schlossparkkicker.

Kurios war die Szenerie vor allem deshalb, weil genau ein solches Bild – allerdings mit vertauschten Rollen – von vielen so genannten Experten vor der Saison ja im Prinzip erwartet worden war. Hier die hoch gehandelten Kicker von TSV Etelsen, dort der Aufsteiger aus dem Landkreis Osterholz, dessen Vorgänger in den vorangegangenen Jahren stets sofort zurück in die Bezirksliga geschickt worden waren. Doch jetzt jubelte die Mannschaft, der fast alle das gegensätzliche Schicksal prophezeit hatten: die TuSG Ritterhude.

Heftiger Zusammenprall

"Das Ergebnis kratzt mich nicht wirklich. Dass der Abstieg jetzt perfekt ist, haut schon ziemlich rein", sagte Etelsens Trainer Nils Goerdel hinterher. Das sahen die Ritterhuder indes komplett anders. Die Geils-Elf ließ von Beginn an den Worten Taten folgen und zeigte, dass sie dieses letzte Spiel auf keinen Fall abschenken wollte. Maik Tiganj besorgte für zunächst drückend überlegene Gastgeber das frühe 1:0 (8.), Tobias Böttcher erhöhte nach 26 Minuten auf 2:0. Dann stießen Tobias Jahn und Nikolai Lehbrink bei einem Klärungsversuch von Jahn heftig zusammen. Lehbrink war kurzzeitig nicht ansprechbar, spielte später – verziert mit einer dicken Beule auf der Stirn – aber weiter. Anders Tobias Jahn: Der Defensivakteur stand unmittelbar nach der Aktion auf, ging geistesabwesend zur TuSG-Ersatzbank und setzte sich dort hin.

"So etwas habe ich noch nie erlebt, Tobi war überhaupt nicht mehr richtig da", ergänzte Julian Geils, dessen Team durch diese Szene spürbar aus dem Rhythmus gerissen wurde. Etelsen glückte noch vor der Pause der Anschlusstreffer durch Bastian Reiners (41.). Nach der Pause drehten die Gäste die Partie dann vorübergehend komplett. René Hinrichs setzte einen direkt verwandelten Freistoß in die Maschen (55.), Bastian Reiners traf schließlich zumviel umjubelten Führungstreffer des TSV (57.). Doch mit einem Treffer Marke "Tor des Jahres" meldeten sich die Ritterhuder nur drei Minuten später noch einmal zurück.

Merten Hellmann hämmerte eine Ecke von Marcel Meyer per Volleyabnahme aus knapp 18 Metern direkt in den Winkel. Mit dem Schlusspfiff war es dann TuSG-Stürmer Meyer, der nach einem langen Ball schließlich den Ritterhuder Siegtreffer erzielte. Schiedsrichter Sören Steeg (Nordholz) pfiff die Partie daraufhin gar nicht noch mal an. Während die Gäste aus Etelsen zu Boden sanken, feierten sich die TuSG-Kicker für eine mehr als starke Saison. 13 Siege, 41 Punkte und Platz acht im Abschlussklassement, dazu Rang drei in der Heimtabelle – es gibt einige gute Gründe, den Ritterhudern Respekt zu zollen. Was definitiv nicht dazu gehört, ist der Zustand des Platzes im Jahnsportstadion.

"Der war mir in der ganzen Saison noch nie so peinlich wie in diesem Spiel", sagte auch Geils. Sportlich haben sie bei der TuSG ihre Hausaufgaben gemacht, diesbezüglich besteht aber noch viel Luft nach oben. Doch was nützt der schönste Rasen der Liga, wenn man am Ende zu wenig Punkte sammelt. Apropos Rasen: Das Grün beim TSV Etelsen gehört traditionell zu den besten der Landesliga, pardon: Bezirksliga. In Ritterhude hingegen wird auch in der kommenden Saison Landesligafußball zu sehen sein.

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