25. März 2021 / 10:13 Uhr

"Im Verein entsteht etwas": TuSpo Schliekum arbeitet an Infrastruktur für höhere Ziele

"Im Verein entsteht etwas": TuSpo Schliekum arbeitet an Infrastruktur für höhere Ziele

Tobias Kurz
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ayhan Piril und seine Mitstreiter arbeiten an der Rückkehr der TuSpo Schliekum in die Landesliga.
Ayhan Piril und seine Mitstreiter arbeiten an der Rückkehr der TuSpo Schliekum in die Landesliga. © Dennis Michelmann
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Die Saison wird aller Voraussicht nach abgebrochen, die TuSpo Schliekum hat aber ohnehin längst Klarheit, dass sie in dieser Runde nicht aufsteigen kann. Es mangelt an Jugendteams. Daran werde gearbeitet, berichtet Coach Ayhan Piril, der sich freut, "dass hier im ganzen Verein etwas entsteht".

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Die Ungewissheit im hannoverschen Amateurfußball hat zuletzt vor allem den Teams die Planung, für die es um Auf- oder Abstieg ginge erschwert. Mittlerweile sieht es stark danach aus, dass die Saison endgültig abgebrochen und annulliert wird. Die TuSpo Schliekum hatte - trotz Platz zwei in der Bezirksliga 8 - allerdings schon vorher Klarheit.

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Ein Aufstieg in die Landesliga ist für den Sarstedter Stadtteilklub kein Thema. Der Grund: Es fehlt die in der NFV-Spielordnung für Landesliga-Teams vorgeschriebene Jugendabteilung. „Diese Saison wird der Aufstieg deshalb nichts“, sagt TuSpo-Trainer Ayhan Piril. Die Hoffnungen auf eine Ausnahmegenehmigung oder gar eine Abschaffung der Regel haben sich nicht erfüllt.

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Doch das bedeutet keinen Rückschlag für den ambitionierten Bezirksligisten, der in der Vergangenheit mit seinem schlechten Ruf zu kämpfen hatten. Dem Söldner-Image, das Schliekumer Spielern stets anhaftete, möchte Piril entgegenwirken. Ein erwähnenswertes Signal: 95 Prozent des Kaders haben bereits ihre Zusage für die kommende Saison gegeben – obwohl es eine weitere in der Bezirksliga wird.

Keine lukrativen Extrawürste mehr

Ein Novum in der jüngeren Schliekumer Vergangenheit und insbesondere in ungewissen Corona-Zeiten ein Vertrauensbeweis. „Wir haben Jungs dabei, die Landesliga oder Oberliga spielen wollen und können. Deshalb finde ich das sehr erfreulich“, sagt Piril.

Dass in Schliekum die finanziellen Mittel größer sind als bei anderen Vereinen, daraus macht er keinen Hehl. „Natürlich haben wir ein gewisses Budget und in der Hinsicht einen Wettbewerbsvorteil“, gibt er offen zu. Jedoch: „Wir haben eine gewisse Gleichwertigkeit geschaffen.“ Heißt: Die Spieler sollen ähnlich hohe Aufwandsentschädigungen kassieren, lukrative Extrawürste für einzelne Spieler sollen der Vergangenheit angehören.

Piril ist eine vernunftorientierte, langfristige und ganzheitliche Planung wichtig. Am Aufbau einer Nachwuchsabteilung wird im Hintergrund gearbeitet, die Gespräche laufen in alle Richtungen. „Wir sind offen für Kooperationen, können uns aber auch eine eigene Jugend vorstellen – im Rahmen unsere Möglichkeiten“, sagt er.

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Levestes Sascha Romaus überwindet Kirchdorfs Schlussmann Jens Trampenau und trifft zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich. ©

Auch an der Sportanlage wurde durch fleißige, ehrenamtliche Hände im Lockdown gearbeitet. „Dafür bin ich sehr dankbar. Das zeigt, dass hier im ganzen Verein etwas entsteht“, sagt Piril. Neue Töne in Schliekum – man darf gespannt sein, wie nachhaltig diese erklingen.