17. Juni 2020 / 07:46 Uhr

Badenstedts Meistertrainer Christian Hungerecker schmeißt überraschend hin

Badenstedts Meistertrainer Christian Hungerecker schmeißt überraschend hin

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Das war’s: Christian Hungerecker hört als Trainer der
Handballfrauen des TV Badenstedt auf, obwohl er seinen Vertrag im Frühjahr gerade verlängert hatte. 
Das war’s: Christian Hungerecker hört als Trainer der Handballfrauen des TV Badenstedt auf, obwohl er seinen Vertrag im Frühjahr gerade verlängert hatte.  © Carsten Schlotmann
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Die Handball-Frauen des TV Hannover-Badenstedt müssen sich einen neuen Trainer suchen. Christian Hungerecker, der die Mannschaft in den beiden vergangenen Spielzeiten zum Meistertitel in der 3. Liga Nord geführt hatte, wird in der kommenden Saison nicht mehr zur Verfügung stehen.

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Die Entscheidung kommt überraschend, da der 46-Jährige seinen Vertrag im Frühjahr verlängert hatte. Die Corona-Krise veränderte jedoch die Lebensplanung des Badenstedter Trainers.

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"Dann schaffe ich es nicht mehr"

Seit Mitte März befindet er sich in Kurzarbeit und sagt: „Es ist momentan nicht die beste Zeit, um professionell Sport zu betreiben.“ Bisher war der ehemalige Landestrainer des Handballverbandes Niedersachsen mit einer halben Stelle in Badenstedt und mit der anderen halben Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Hildesheim angestellt.

„Zum Wintersemester werde ich dort Vollzeit arbeiten können. Dann schaffe ich es nicht mehr, noch viermal in der Woche beim Training in der Halle zu sein. Das lässt die Familie nicht zu.“

Ein Nachfolger ist bisher noch nicht gefunden, obwohl schon mit einigen Kandidaten gesprochen wurde.

Bilder vom Spiel der 3. Handball-Liga Nord zwischen dem TV Badenstedt und dem Hannoverschen SC

Volle Körperkontrolle beim Abschluss von Badenstedts Marie Kristin Gerber. Zur Galerie
Volle Körperkontrolle beim Abschluss von Badenstedts Marie Kristin Gerber. ©

Auch die beiden größten Talente sind weg. Mia Lakenmacher unterschrieb wie berichtet einen Vertrag beim Bundesligisten Buxtehuder SV, während die zweite U17-Jugendnationalspielerin Mareike Kusian beim Leistungshandball vorerst pausiert und in ihre Heimat Wolfsburg zurückgeht, um sich auf die Schule zu konzentrieren.

„Wir haben immer noch eine Topmannschaft"

Auch Yvonne Krängel, die am Ende der Saison einen Kreuzbandriss erlitt, wird der Mannschaft in den nächsten Monaten nicht helfen können. Eine große Baustelle gibt es im Tor, da Hanna Belgardt den Verein Richtung Hamburg verlässt.

Der scheidende Coach glaubt trotzdem nicht, dass es einen sportlichen Bruch geben wird. „Wir haben immer noch eine Topmannschaft. Es geht jetzt darum, die nächste Generation heranzuführen“, sagt Hungerecker, der sich zumindest weiter um die Kaderplanung kümmern wird. „Mit dem Herzen bin ich immer noch mit dem Verein verbunden.“

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Auf Spartenleiter Bernd Schröder wartet in den nächsten Wochen viel Arbeit, weil er nicht nur die schwierige Aufgabe lösen muss, einen neuen Trainer zu finden, sondern obendrein einen Geschäftsführer für die im vergangenen Jahr gegründete Spielbetriebsgesellschaft suchen muss.

Auch für Lehmann braucht es einen Nachfolger

Uwe Lehmann, hört ebenfalls zum 1. Juli auf: „Ich schaffe es aus beruflichen Gründen nicht mehr“, sagt der 63-jährige Inhaber einer Reinigungsfirma, der sich allerdings weiterhin um die Sponsorenbetreuung kümmern will. Dem wird eine sehr hohe Bedeutung zukommen, um über die kommende Saison hinaus den Spielbetrieb in der 3. Liga sicherzustellen.

Die Spielklasse ist wichtig, um den vielen hoffnungsvollen Talenten des Vereins weiterhin eine Perspektive bieten zu können. Deshalb würde der TVB auch gern wieder in der ­A-Ju­gend-Bun­des­liga spielen. Er meldete die Mannschaft für die Qualifikation. Wann gespielt werden kann, ist aufgrund der geltenden Corona-Beschränkungen allerdings noch völlig unklar.