08. Dezember 2020 / 09:27 Uhr

Nach DFL-Beschluss: Das sind die zentralen Änderungen bei der TV-Geld-Verteilung in der Bundesliga

Nach DFL-Beschluss: Das sind die zentralen Änderungen bei der TV-Geld-Verteilung in der Bundesliga

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die TV-Gelder werden künftig anders an die 36 Erst- und Zweitligisten verteilt.
Die TV-Gelder werden künftig anders an die 36 Erst- und Zweitligisten verteilt. © Getty Images
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Es war keine Revolution, aber in Zeiten der Corona-Krise eine richtungsweisende Entscheidung: Die DFL verteilt die Erlöse aus der TV-Vermarktung künftig anders. Davon profitieren vor allem finanzschwächere Klubs - der SPORTBUZZER gibt einen Überblick über die zentralen Änderungen.

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In der schwersten Finanzkrise der Bundesliga-Geschichte will die Deutsche Fußball Liga mit einem moderat veränderten Verteilerschlüssel der TV-Gelder die Überlebenschancen der 36 Profivereine im Existenzkampf erhöhen. Nach monatelangen Beratungen entschied sich das DFL-Präsidium bei der Ausschüttung der Milliarden-Erlöse in den Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 für eine etwas stärkere Gleichbehandlung als bisher, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie besser abzufedern. Der SPORTBUZZER fasst die zentralen Änderungen zusammen.

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Neue Säule "Gleichverteilung"

Das neue Vier-Säulen-Modell, nach dem die DFL nun die Erlöse aus der nationalen Medienrechte-Vermarktung, enthält erstmals die Kategorie "Gleichverteilung". Daraus folgt, dass ein hoher Anteil der TV-Gelder gleich zwischen allen Vereinen aufgeteilt wird. In den ersten beiden Jahren der vierjährigen Rechteperiode sind dies 53 Prozent der pro Saison zu verteilenden 1,1 Milliarden Euro. In den beiden Jahren darauf sind es noch 50 Prozent. In der Bundesliga werden konkret 480 Millionen Euro unter allen 18 Klubs verteilt, sodass jeder Verein aus dieser Säule mit rund 24,7 Millionen Euro planen kann. In der 2. Liga sind es 128 Millionen Euro, also sieben Millionen Euro pro Klub.

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Geringerer Einfluss von "Fünfjahreswertung"

Bisher wurden die Leistungen aller Vereine aus einer errechneten Fünfjahreswertung besonders hoch bewertet - die Verteilung von 70 Prozent der Gesamterlöse ist auf Grundlage dieser Kategorie vorgenommen worden. Künftig werden es nur noch 42 Prozent in den Jahren 2021 und 2022 respektive 43 Prozent in den Jahren 2023 und 2024 sein. Weiterhin wird die jeweilige Vorsaison am höchsten, die am längsten zurückliegende Spielzeit am geringsten bewertet.



Weniger Unwägbarkeiten

Weil in den ersten beiden Jahren der Rechteperiode schon 95 Prozent und in den beiden darauffolgenden Jahren immer noch 93 Prozent der Gesamterlöse aus der TV-Vermarktung planbar verteilt wird, herrscht für alle 36 Erst- und Zweitligisten mehr Planbarkeit. Die beiden weiteren Säulen "Nachwuchs" (3 bis 4 Prozent) und "Interesse" (2 bis 3 Prozent) verbleiben variabel, spielen aber eine verhältnismäßig kleinere Rolle bei der Verteilung. Immerhin werden aber 50 Millionen Euro gemessen an den Einsätzen junger Spieler ausgeschüttet. Bei der Säule "Interesse" zieht die DFL eine Umfrage der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse heran, die unter der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren mittels einer repräsentativen Stichprobe auf Basis von rund 23.000 Personen durchgeführt wird.

Mehr Geld für kleinere Klubs aus internationalen Erlösen

Die internationalen TV-Erlöse werden künftig ebenfalls anders verteilt - zugunsten der kleineren Klubs, die sich größtenteils auch dafür eingesetzt hatten. Zunächst werden innerhalb der Bundesliga künftig 35 Prozent der Gesamtsumme gleichverteilt. In der Saison 2021/22 sind dies 60 Millionen Euro, dann für zwei Jahre jeweils 70 Millionen Euro und zum Abschluss der Rechteperiode sogar 74 Millionen Euro. Das bedeutet am Ende einen Anstieg um rund 40 Prozent, flossen bisher doch nur 43 Millionen Euro zu gleichen Teilen an die Vereine. Weitere 65 Prozent sind weiterhin an die Leistungen der deutschen Teams auf europäischer Bühne gekoppelt. Neu ist, dass in den ersten drei Jahren vier Prozent und letztlich 2024 noch drei Prozent der internationalen TV-Gelder an die Zweitliga-Klubs gehen. Erst nach Abzug dieses Anteils erfolgt die Ausschüttung an die Bundesliga-Clubs nach den dargelegten Kriterien. DFL-Boss Christian Seifert erhofft sich, damit die von der Corona-Krise finanziell gebeutelten Vereine im Fußball-Unterhaus zu unterstützen.