26. Mai 2020 / 09:05 Uhr

"Bock auf Bundesliga": Badenstedts Mia Lakenmacher wagt Sprung nach Buxtehude

"Bock auf Bundesliga": Badenstedts Mia Lakenmacher wagt Sprung nach Buxtehude

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Mia Lakenmacher geht künftig für den Buxtehuder SV auf Torejagd.
Mia Lakenmacher geht künftig für den Buxtehuder SV auf Torejagd. © Maike Lobback
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"Es war immer mein Ziel, irgendwann höher zu spielen." Jetzt kommt Mia Lakenmacher ihrem Wunsch einen großen Schritt näher. Die Jugendnationalspielerin wechselt vom TV Hannover-Badenstedt in die Handball-Bundesliga zum Buxtehuder SV, für den sie bereits ein Zweitspielrecht besaß.

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Es ist ein mutiger Schritt für eine ­17-Jährige. Vor allem in diesen unsicheren Corona-Zeiten. Mia Lakenmacher geht ihn dennoch: Die Handballerin wechselt im Sommer vom Drittligisten TV Badenstedt zum Buxtehuder SV ins Oberhaus. „Ich habe einfach Bock auf Bundesliga. Bock darauf, etwas Neues zu machen“, sagt Lakenmacher. Der Plan liegt schon zwei Jahre in ihrer Schublade. Jetzt fand sie es an der Zeit, ihn herauszuholen. „Es war immer mein Ziel, irgendwann höher zu spielen.“

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Günstiger Zeitpunkt für einen Wechsel

Schulisch gesehen ist es der ideale Zeitpunkt. Lakenmacher kommt im Sommer in die zwölfte Klasse. Das Abitur steht an. Wenn wechseln, dann jetzt, nicht erst nächstes Jahr mitten im Reifeprüfungsstress.

In Buxtehude hat sie schnell eine Schule gefunden. Auch eine WG. Beim Bundesligisten unterschrieb sie eine Zweijahresvereinbarung, zunächst auf Minijobbasis. Lakenmacher wird behutsam aufgebaut. Nach ihrem Kreuzbandriss im linken Knie im November ist sie längst nicht bei 100 Prozent. Für Badenstedt spielte sie vergangene Saison nur einmal, zuvor hatte sie sich von einem Syndesmosebandriss erholen müssen. Zu kurz.

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Diesmal will sie sich mehr Zeit lassen und kein Risiko eingehen. „Es macht einfach keinen Sinn, zu schnell zu viel zu wollen“, sagte sie schon vor Wochen. „Deswegen werde ich erst mal im Junior-Team anfangen“, erklärt sie jetzt. „Ich will nicht direkt in der Bundesliga bei hoher Belastung voll auf die Fresse fallen.“


Schnelles Wiedersehen denkbar

So gibt es möglicherweise bald ein Wiedersehen. Das Junior-Team spielt in der 3. Liga – wie Badenstedt. Mit dem TVB war Lakenmacher in der Vorsaison Meister geworden, auch in dieser Spielzeit lag Badenstedt zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs an der Spitze.

Werden beide Mannschaften in dieselbe Drittligastaffel gepackt, könnte es zu einem direkten Duell mit alten Bekannten kommen. „Das wäre schon cool“, findet Lakenmacher. Sobald sie wieder voll belastbar ist, wird sie beim Bundesliga-Team mittrainieren und dort bei Spielen vorerst auf der Bank sitzen.

Buxtehude selbst ist für sie nicht neu. Schon in den letzten zwei Jahren besaß sie ein Zweitspielrecht beim BSV. „Trainer und Spielerinnen kennen mich gut.“ Obendrein spielen mit Isabelle Dölle und Mike Düvel schon zwei ehemalige Teamkolleginnen von Lakenmacher aus Baden­stedt in Buxtehude. Das macht die Eingewöhnung einfacher.

In Badenstedt trauern sie Lakenmacher hinterher. „Es ist für uns natürlich ein großer Verlust, wenn wir so ein großes Talent verlieren“, sagt TVB-Geschäftsführer Uwe Lehmann. „Wir als Verein trennen uns sehr ungern von Mia. Gleichzeitig ist uns aber auch bewusst, dass wir ein Ausbildungsverein sind und unsere Leistungsspitze irgendwann den Gang in höhere Ligen im Auge hat.“

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Mia Lakenmacher vom TV Hannover-Badenstedt und Timo Kastening von den Recken messen sich beim Wurfcontest. Zur Galerie
Mia Lakenmacher vom TV Hannover-Badenstedt und Timo Kastening von den Recken messen sich beim Wurfcontest. ©

In Buxtehude freuen sie sich schon auf die Rückraumspielerin. „Sie ist ein hoffnungsvolles Talent, das für sein Alter gut ausgebildet ist“, findet BSV-Trainer Dirk Leun. „Ich bin optimistisch, dass wir sie an das Bundesliga-Niveau heranführen können.“ Bleibt sie gesund, dürfte es keinen Zweifel daran geben. Ihre Basis sind die Gene. Vater Sven war 47-facher Nationalspieler, er spielte bei Olympia 2000 in Sydney. Großvater Wolfgang wurde mit der Nationalmannschaft der DDR 1970 und 1974 jeweils WM-Zweiter.

„Auch mein Vater hat gewollt, dass ich diesen Schritt gehe. Es ist immer sein Traum gewesen“, sagt Lakenmacher, die einst beim HSC anfing und zuletzt sechs Jahre für Badenstedt spielte. Nun setzt sie die familiären Sehnsüchte – und ihre eigenen – in die Tat um.