04. September 2020 / 09:55 Uhr

Martin Weiß als Förderer: TV Hannover-Badenstedt und TuS Vinnhorst bündeln Kräfte

Martin Weiß als Förderer: TV Hannover-Badenstedt und TuS Vinnhorst bündeln Kräfte

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Saskia Rast geht künftig für den TV Hannover-Badenstedt-Vinnhorst auf Torejagd.
Saskia Rast geht künftig für den TV Hannover-Badenstedt-Vinnhorst auf Torejagd. © Florian Petrow
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Badenstedts Handballerinnen wollen endlich in die 2. Bundesliga aufsteigen. Um die wirtschaftliche Grundlage dafür zu schaffen, bündeln sie die Kräfte mit dem von ZAG-Gründer Martin Weiß geförderten TuS Vinnhorst. Als TV Hannover-Badenstedt-Vinnhorst soll den Talenten eine bessere Perspektive geboten werden.

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Martin Pfeiffer träumt von der 2. Bundesliga. „Ich will endlich aufsteigen“, betont der Vorsitzende des TV Hannover-Badenstedt. Dafür bündeln die Handballerinnen die Kräfte mit dem TuS Vinnhorst und werden in der nächsten Saison in der 3. Liga Nord-West als TV Hannover-Badenstedt-Vinnhorst starten.

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„Wir wollen den Frauenhandball in Hannover fördern“, betont Pfeiffer, der von „sehr guten Gesprächen“ mit Vinnhorsts Vorsitzendem Uwe Jankowski spricht. Wer von Vinnhorst spricht, denkt natürlich auch an Martin Weiß, der die Vinnhorster Männer mit seinem Geld ebenfalls in die 2. Liga bringen will. Pfeiffer ist es offensichtlich gelungen, den ZAG-Gründer für den Badenstedter Frauenhandball zu begeistern.

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Von seiner Unterstützung profitiert künftig auch Badenstedts Spielbetriebsgesellschaft. Dank der Erhöhung des Stammkapitals von bisher 1000 Euro auf 25 000 Euro firmiert die Handball Hannover 11 UG (dorthin ist die erste Mannschaft seit einem Jahr ausgegliedert) ab sofort als GmbH. Der TuS wird zweiter Gesellschafter.

"Wollen bessere wirtschaftliche Grundlage schaffen"

Welche Zuwendungen von Weiß darüber hinaus fließen, verrät Pfeiffer nicht. Er sagt nur: „Wir wollen eine bessere wirtschaftliche Grundlage schaffen.“ Was der TVB-Vorsitzende nicht ausspricht, ist leicht zu erraten. Die Folgen der Corona-Pandemie haben auch die Badenstedter Sponsoren hart getroffen.

Schon in der Vergangenheit reichten die zur Verfügung stehenden Mittel nicht, um die Früchte des sportlichen Erfolgs zu ernten. In der Saison 2016/2017 spielte der Verein zwar zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in der 2. Bundesliga, doch ein Jahr später musste der Vorstand die Reißleine ziehen und beantragte keine erneute Lizenz für ein drittes Jahr im deutschen Unterhaus.

Die beiden zurückliegenden Spielzeiten beendete die Mannschaft jeweils als Tabellenführer der 3. Liga, durfte aber nicht aufsteigen, weil das Geld fehlte. Ein großes Dilemma für den Verein. Seit Jahren wird am Salzweg eine überragende Nachwuchsarbeit geleistet. Der TVB entwickelt regelmäßig Jugendnationalspielerinnen, muss die besten Talente aber ziehen lassen.

Mieke Düvel, Isabelle Dölle und Tina Wagenlader – die Liste der Abgänge ist lang. Im Sommer unterschrieb Mia Lakenmacher beim Erstligisten Buxtehuder SV. Damit soll nach dem Willen Pfeiffers Schluss sein: „Wir wollen unseren Talenten endlich eine Perspektive bieten. Dafür ist ein Aufstieg alternativlos.“

Neue Möglichkeiten durch Halle in Vinnhorst

Dennoch dürfte der von Pfeiffer eingeschlagene Weg im sehr familiären TVB nicht nur Fürsprecher haben. Um langfristig auch die Jugendarbeit auf dem bisherigen Niveau betreiben zu können, benötigt man die entsprechenden finanziellen Mittel. Insofern ist die Kooperation ein logischer Schritt, der außerdem weitere Vorteile mit sich bringen kann. „Wir tragen im nächsten Jahr vielleicht einige Spiele in Vinnhorst aus“, hofft Pfeiffer. Dem Badenstedter Publikum könnte ein Umzug nur schwer zu vermitteln sein.

Doch was ist die Alternative? „In unsere Halle dürften wir im Augenblick nur 50 Zuschauer lassen“, rechnet Pfeiffer mit Hinweis auf die aktuellen Corona-Auflagen vor. Viele Fans müssten draußen bleiben. In der neuen Vinnhorster Halle hätten sie dagegen die Möglichkeit, ihre Mannschaft anzufeuern. Die braucht in der neuen Saison jede nur mögliche Unterstützung, um in der sportlich sehr anspruchsvollen Staffel Nord-West am Ende ganz vorne zu sein.